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„Mozart zum 250.“

19. Januar 2006

Philharmonie Essen
Alfried Krupp Saal
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Philharmonie Essen (Homepage)
Mehr Mozart wagen

Von Markus Bruderreck - Fotos von Michael Kneffel

Derzeit wollen die Huldigungen an Wolfgang Amadé Mozart kein Ende nehmen. Für Opern- und Konzerthäuser ist das Jubiläum Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Auch die Essener Philharmonie feiert Mozarts 250. Geburtstag mit hochkarätig besetzten Konzerten und Veranstaltungszyklen, bis ins Jahr 2007 hinein. Jetzt widmete sich Tenor Christoph Prégardien, der vor wenigen Tagen seinen 50. Geburtstag feierte, ausgewählten Arien aus Mozarts Opernschaffen. Nicht durchweg hinterließ er dabei ein überzeugendes Bild.

Vergrößerung in neuem Fenster

Christoph Prégardien

Prégradien verfügt über eine wunderschön klare, schlicht gefärbte Stimme, die einerseits an Peter Schreier, andererseits an das Timbre Dietrich Fischer-Dieskaus erinnert. Auch ein naiver Tonfall ist ihm eigen. Das kommt besonders der „Bildnisarie“ des Tamino aus der „Zauberflöte“ zu Gute; ihn porträtiert Prégardien besonders eindringlich. Berückend dabei: seine sicheren, klangvollen Höhen. Auch dem Don Ottavio aus „Don Giovanni“ gibt Prégardien Charakteristisches mit. „Dalla sua pace“, überzeugend friedvoll und verhalten angelegt, gelingt zum Beispiel ausgezeichnet. Bei „Fuor del mar“ aus „Idomeneo“ zeigt sich allerdings, dass Prégardien, ansonsten eher eindringlicher Liedgestalter, kein Mann der Koloraturen ist. Der stürmische Gestus der Wogen in Idomeneos Busen hätte hier sicher rückhaltloser ausfallen können. Seltenes wie die Arie KV 420 „Per pieta non ricercate“ einmal hören zu können, dafür kann man dankbar sein; das Stück war als Einlage in Pasquale Anfossis Oper „Il curioso segreto“ vorgesehen. Die extremen Intervallsprünge und der dramatischen Tonfall sind hier exzellent getroffen, obwohl man auch anfügen muss, dass Prégardiens Stimme die letzte Wendigkeit hier fehlt.

Vergrößerung in neuem Fenster Ruben Gazarian und das
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Man hätte am Ende gerne mehr von Prégariden gehört. Das Programm des Arienabends allerdings war ebenso orchestral bestimmt. Die Werke waren allerdings klug gewählt. „Er war der Abgott meiner Jugend, die Verzweiflung meiner Mannesjahre und der Trost meines Alters“, beschrieb einst Gioacchino Rossini sein Verhältnis zu Mozart. Zwei seiner Ouvertüren waren in Essen zu hören, „Die Italienerin in Algier“ und „Il Signor Bruschino“ (mit netten Klopfeffekten auf der Geigendecke). Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn unter der Leitung des jungen Armeniers Ruben Gazarian gestaltete sie pointiert und sattelfest. Auch der Mozartton des Orchesters überzeugte: geschmeidig, präzise, liebevoll und mit Spiellaune wurden die Contretänze KV 462 präsentiert. Auch die „Figaro“-Ouvertüre, detailreich und mit gebremstem Schaum gespielt, zählt zu den Werken, die an diesem Konzertabend am Besten gelungen sind. Vor allem auch langsame Sätze scheinen eine Stärke des Württembergischen Kammerorchesters zu sein. Zauberhaft: die „Crisantemi“ von Giacomo Puccini, eine empfindsame und äußerst präzise intonierte Streicherstudie – und der einzige programmatische „Ausrutscher“ an diesem Konzertabend.

Von einer anderen Seite näherte sich Gazarian dem Meister aus Salzburg mit der „Oxford“-Sinfonie von Joseph Haydn. Wenn auch nicht hier alles im Gesamtklang derart überzeugte wie zuvor, so bezauberte doch besonders das innige, verhaltene Andante, bevor das Finale im Presto mit außergewöhnlichem Tempo fast überschäumend schloss. Befremdlich hier nur das Applausverhalten des Publikums. Mit Beifall zwischen den einzelnen Sätzen kehrt man offenbar wieder zu Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts zurück.




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Christoph Prégardien
Tenor

Württembergisches
Kammerorchester
Heilbronn

Ruben Gazarian
Dirigent




Wolfgang Amadé Mozart

Ouvertüre zu „Die Hochzeit des
Figaro“ KV 492/1
6 Contretänze für Orchester KV 462

„Per pieta non ricercate“.
Arie für Tenor und Orchester KV 420

Aus „Don Giovanni“ KV 527:
Arien des Don Ottavio „Il mio Tesoro“
und „Dalla sua pace“
Aus „Die Zauberflöte“ KV 620:
Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd
schön“ (Bildnis-Arie)
Aus „Idomeneo“ KV 366:
Arie „Fuor del mar“

Gioacchino Rossini:
Ouvertüre „Die Italienerin in Algier“
Ouvertüre „Il Signor Bruschino“

Giacomo Puccini
„Crisantemi“ für Streichorchester

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 92 G-Dur Hob.I:92
„Oxford“



Weitere Informationen
erhalten Sie von der

Philharmonie Essen
(Homepage)



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