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Sonntag, 26. September 2004
Bleckkirche, Gelsenkirchen
La ciudad de las columnas

Joaquin Clerch (Gitarre)

Kubanischer Saitenzauber
Der Gitarrist Joaquin Clerch in der Gelsenkirchener Bleckkirche

Von Ingo Negwer

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kuba. Eine Begegnung mit Kunst und Musik" (10. September bis 5. Oktober) war am letzten Septemberwochenende der kubanische Gitarrist Joaquin Clerch mit einem Solo-Recital in der Bleckkirche zu erleben. 1965 in Havanna geboren, studierte er zunächst in seiner Heimat Gitarre, Musik und Komposition, setzte seine Ausbildung dann am Mozarteum in Salzburg u.a. bei Eliot Fisk und Nikolaus Harnoncourt fort. Inzwischen hat Clerch - Preisträger zahlreicher renommierter Wettbewerbe - einen festen Platz unter den führenden Gitarristen seiner Generation eingenommen. Er konzertierte u.a. im Amsterdamer Concertgebouw, in der Alten Oper Frankfurt a.M., in Wien, Madrid und Peking. Seit 1999 ist er Professor für Gitarre an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf.

Joaquin Clerch Joaquin Clerch in der Bleckkirche
(Foto: Ursus Samaga)

In der Bleckkirche präsentierte sich Joaquin Clerch mit einem facettenreichen Programm, in dem Werke von Johann Sebastian Bach (Ciaccona d-moll), Mauro Giuliani (Rossiniana Nr. 1) und Leo Brouwer die Grundpfeiler bildeten. Brouwer, der wohl bedeutendste kubanische Komponist der Gegenwart, hat für Joaquin Clerch Anfang dieses Jahres "La ciudad de las columnas (variaciones sobre PIEZAS sin TITULO)" geschrieben. Die sieben effektvollen Charakterstücke, in denen die postmoderne Klangsprache mit Elementen der lateinamerikanischer Folklore eine geschickte Synthese eingehen, erlebten in Gelsenkirchen nun ihre deutsche Erstaufführung. Kompositionen von Saumell, Lecuona, Falla, Milhaud und Nico Rojas sowie zwei lateinamerikanische Stücke im Arrangement von Leo Brouwer rundeten das Programm ab.

Joaquin Clerch begeisterte mit souveräner Virtuosität sein Publikum, ohne dass die Musik zur bloßen Leerformel akrobatischer Fingerübungen degradiert wurde. Mit bemerkenswert warmem Ton und einer breiten Palette an Klangfarben gelang es dem Gitarristen, die Melodiebögen kantilen zu gestalten (Giuliani) und der Athmosphäre eines jeden Satzes nachzuspüren (Brouwer). In den melancholischen Stimmungen, etwa in Bachs Ciaccona oder Fallas Homenaje hätte man sich das ein oder andere Mal einen stärkeren emotionalen Zugang gewünscht. Dessen ungeachtet hinterließ Joaquin Clerch mit seinem Gelsenkirchener Debüt einen exzellenten Eindruck und wurde vom zahlreich erschienenen Publikum mit Ovationen gefeiert.




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