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"Septísimo Tango"
"Pasión de Bandoneon"


Mittwoch, den 6.10.2004
Philharmonie Essen
RWE-Pavillon
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Philharmonie Essen (Homepage)

Von Markus Bruderreck

Tango: Viele denken bei diesem Wort an ruckartige Bewegungen, an einen Tanz Wange an Wange. Tango ist viel mehr als dieses Klischee. Die Gruppe "Septísimo Tango" bewies das mit einem stilvollen Konzert im RWE-Pavillon der Philharmonie.

Wer Tango denkt, hört vor dem inneren Ohr "La Cumpasita" von Gerardo Rodriguez, den Tango schlechthin, der auch das Klischee dieser Tanzform bestimmt. Auch "Libertango" oder "Adios Nonino" von Astor Piazzolla sind berühmte Beispiele. Bandoneonist Lothar Hensel hat aber nicht nur diese viel gespielten Stücke auf das Programm seines Abends "Pasión de Bandonéon" gesetzt, sondern auch Unbekanntes, den großen Tango-Meistern Abgelauschtes. Das Septett mit Hensel als Leiter und Solist sowie David Drop (Violine), Sibylle Bormann (Violine), Holger Herzog (Viola), Sabine Herzog (Cello), Oliver Potratz (Kontrabass) und Marie-Elsa Drelon (Klavier) entfaltet dabei einen fülligen, fast orchestralen und weich federnden Sound, der dem echten argentinischen Tangoklang nahe kommen möchte.

"Septísimo Tango" präsentierten einen Streifzug durch rund 140 Jahre Tangogeschichte. Dabei dominierte am Ende der Tango Nuevo, den Astor Piazzolla Anfang der 1960er Jahre ins Leben rief. Von diesem virtuosen Grenzgänger zwischen U- und E-Musik stammten gleich mehrere Stücke, etwa "Melancholico Buenos Aires", "Bando" oder das Bandoneon-Solo "Fuege". Besonders berührend und mit recht von Lothar Hensel in seiner Moderation als wohl schönste Melodie Piazzollas gerühmt: "Oblivion". Atemlose Stille folgte nach diesem Stück im gut besuchten Saal. Lothar Hensel, der in Buenos Aires und Paris bei renommierten Lehrern Bandoneon studiert hat, ist ein Tango-Besessener. Alle Stücke sind eigenhändig arrangiert, ja sogar zuweilen, wie bei Enrique Delfinos "Grisetta", von alten Schallplatten transkribiert. "Tiempre complido" hat Hensel von einem Besuch bei seinem Lehrer Néstor Marconi mitgebracht. Auch eigene Kompositionen hat er verfasst. Die "Homenaje à Astor" und seine "Ballade", die den melancholisch-leidenschaftlichen Abend harmonisch außerordentlich reizvoll zu Ende brachte, sind gelungene Fortschreibungen einer großen Tradition.




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Lothar Hensel, Bandoneon
und Musikalische Leitung

David Drop, Violine
Sibylle Bormann, Violine
Holger Herzog, Viola
Sabina Herzog, Violoncello
Oliver Potratz, Kontrabass
Marie-Elsa Drelon, Klavier





Weitere Informationen
erhalten Sie von der
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