Zur OMM-Homepage Zur OMM-Homepage Veranstaltungen & Kritiken
Konzerte
Zur Homepage Zur Konzert-Startseite E-mail Impressum



Einweihung der Kuhn-Orgel

24.9.2004
Philharmonie Essen
Alfried Krupp Saal
Homepage

Philharmonie Essen (Homepage)
Spannend und Anstrengend

Von Markus Bruderreck

Mammutkonzerte mit Orgelmusik erfreuen sich zurzeit größter Beliebtheit. In Dortmund war das Konzerthaus ebenso ausverkauft wie die Philharmonie in Essen. Die prächtige Kuhn-Orgel wurde dort nun eingeweiht. Silbern blinken die Zinnpfeifen, unter dem Spieltisch ragen herausfordernd die spanischen Trompeten hervor: Das Instrument mit seiner kunstvollen Verblendung ist architektonisch eine Augenweide. Die 62 Register sind vielfältig einsetzbar, was besonders wichtig ist für eine Konzertsaalorgel. Von zarter kammermusikalischer Begleitung bis zum donnernden Choral kann dieses Instrument alles. Die fünf Mitglieder der Kommission, die unter anderem für die Auswahl der Firma und den Bau des Instrumentes verantwortlich waren, bewiesen das höchst eindrucksvoll. Dramaturgisch leider nicht besonders geschickt, hatte man dazu allerdings über vier Stunden Programm und nur eine Pause angesetzt: Zuviel Musik, um immer mit der nötigen Aufmerksamkeit folgen zu können. Frido Mann, Enkel des großen Thomas und im "Doktor Faustus" literarisch verewigt, las launig und unaufdringlich Passagen aus seinem Roman "Nachthorn", die der Orgel gewidmet waren. Schade, dass er darüber hinaus so selten als Moderator gefragt war - große Teile des Abends verbrachte er andächtig lauschend zur Seite des imposanten Spieltisches.

Ein früher Höhepunkt des Programms: Edgar Krapp mit einem Kontrapunkt-Ungeheuer von Max Reger, der "Fantasie und Fuge über den Namen B-A-C-H" op. 46. Komplexer geht es wirklich nicht. Beeindrucken konnte auch Martin Haselböck mit einem "Fandango" von Antonio Soler. Tücken der Technik: Bei Ernst Kreneks "Orga-Nostra" für Orgel und Tonband fror Haselböck die Elektronik des Spieltisches ein. Vor Edvard Griegs Suite "Aus Holbergs Zeit", schlicht und intim eingerichtet von Roland Maria Stangier, war sie wieder flott gemacht. Neben Stangier nahmen auch Domorganist Jürgen Kursawa und Eckhard Manz am Spieltisch Platz. Die große Enttäuschung des Abends: Jean Guillous Stück "Alice im Orgelland", von Sprecher Wolfgang Boelzle im Staune-Ton einer Zaubervorstellung vorgetragen. Eckhard Manz schlug sich hier wacker. Doch der Zweck des Stückes, die Register der Orgel und ihre Kombinationsmöglichkeiten vorzustellen, war bald erreicht; der Rest geriet zum langatmigen Leerlauf.




Ihre Meinung
Schreiben Sie uns einen Leserbrief
(Veröffentlichung vorbehalten)





Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Philharmonie Essen
(Homepage)



Da capo al Fine

Zur OMM-Homepage Zur Konzert-Startseite E-Mail Impressum
© 2004 - Online Musik Magazin
http://www.omm.de
E-Mail: konzerte@omm.de

- Fine -