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Konzerthaus Dortmund
1. Dezember 2003

3. Philharmonisches Konzert


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Zemlinskys Seejungfrau begeistert

JoAnn Falletta dirigiert die Dortmunder Philharmoniker

Von Christiane Borchel


Gut besucht war das Dortmunder Konzerthaus am ersten Spieltag des 3. Philharmonischen Konzertes wohl kaum. Allerdings kann wohl mit Recht behauptet werden, dass jeder, der nicht dort war, Einiges verpasst hat, gerade was die Werke von Kodály und Zemlinsky betrifft. Die Tatsache, dass es auch Frauen gibt, die Orchester vortrefflich leiten können, wollen heute leider selbst einige Dirigenten immer noch nicht wahrhaben. Von daher war die Leistung von JoAnn Falletta wiedereinmal ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Qualitäten des orchestralen Führungspersonals nichts mit dem jeweiligen Geschlecht zu tun haben. So war ihre Interpretation von Zoltán Kodálys Tänzen aus Galánta ausgesprochen spritzig und packend. Diese dirigierte sie im Übrigen auswendig. Kodálys Tänze basieren wie es für ihn typisch ist maßgeblich auf überlieferter ungarischer Folklore. Sie stellen enorme Anforderungen gerade an die Holzbläser. Das Dortmunder Philharmonische Orchester konnte diesen Aufgaben souverän gerecht werden. Insbesondere ist hier der Soloklarinettist zu nennen, der sehr ausgedehnte lyrische und gleichzeitig virtuose Passagen bravourös meisterte. Äußerst positiv machte sich auch die junge Piccoloflötistin bemerkbar. Intonatorisch perfekt und mit außergewöhnlich wohlklingendem Ton bewältigte sie die von Kodály zahlreich einkomponierten Soli ausgesprochen musikalisch.

Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester hatte nach solch einem eindrucksvollen Start natürlich einen schweren Stand. Dabei ist es wie alle Stücke des Schumannschen Spätwerks auf konsequente und logische Weise aus einem begrenzten musikalischen Materialvorrat heraus ausladend und reich entwickelt. Somit gehört es zu den bedeutendsten Konzerten für Violoncello überhaupt. Allerdings war „die Romantik, der Schwung, die Frische und der Humor“, den Clara Schumann bei der Beschäftigung mit dem Werk ihres Mannes laut Programmheft erlebte, in der Interpretation des Cellisten Andreas Grünkorn nicht so ohne weiteres nachvollziehbar. Grünkorn wurde den technischen Anforderungen des Werkes zwar durchaus gerecht und sein Violoncelloklang war gerade in der Tiefe beeindruckend, trotzdem gelang es ihm nicht, dem Publikum größere Spannungsbögen über umfangreichere Teile des Stückes hin zu vermitteln. Die Orchesterleistung war allerdings auch hier insgesamt stimmig.

Mit Alexander von Zemlinskys Fantasie für Orchester Die Seejungfrau fand der Konzertabend seinen Höhepunkt. Allein die Besetzung dieses selten aufgeführten Werkes ist nach wie vor spektakulär: Zwei Harfen, drei- bis vierfache Bläserbesetzung und umfangreiches Schlagwerk sorgen für ein effektreiches musikalisches Feuerwerk. Während die Uraufführung des Stückes im Jahr 1905 auf nicht besonders positive Resonanz stieß, verrieten die glücklichen oder sichtlich gerührten Gesichter des Publikums diesmal Gegenteiliges: Das Werk wurde in Dortmund überaus gut aufgenommen. Dazu trug sicher ungemein das Engagement der OrchestermusikerInnen bei, die Zemlinsky durch Ihren körperlichen und emotionalen Einsatz zu seiner Renaissance verhalfen. Der Einsatz der Cellogruppe fiel hier besonders ins Auge bzw. ins Ohr, weshalb Falletta die Stimmführerin am Ende auch Einzeln vom Publikum würdigen ließ.

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Programm

Zoltán Kodály
Tänze aus Galánta


Robert Schumann
Konzert für Violoncello und Orchester
a-Moll, op. 129


Alexander von Zemlinsky
Die Seejungfrau



Andras Grünkorn, Violoncello

Dortmunder Philharmoniker

JoAnn Falletta, Dirigentin







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