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Konzerthaus Dortmund
29. September 2003

Ensemble Modern


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Gelungene Mischung

"Composer in Residence" stellt sich vor

Von Bileam Kümper

Ein abwechselungsreiches, fast bunt gemischtes Programm bot das Ensemble Modern an diesem Abend, an dem sich der neue "Composer in Residence", Hanspeter Kyburz, dem Dortmunder Publikum vorstellte. Von dem 1960 geborenen Berliner Komponisten werden im Laufe der Spielzeit 2003/04 immer wieder Werke verschiedenster Besetzung im Konzerthaus zu hören sein.

Den Anfang machte dabei sein im Jahre 2000 entstandenes Klavierkonzert. Kyburz knüpft hier hörbar an die Tradition der Konzerte der vergangenen Jahrhunderte an: die Folge dreier Sätze, der virtuose Klavierpart und die Rollenaufteilung von Vorder- und Hintergrund gerade im zweiten Satz etwa kommen dem Hörer hinlänglich bekannt vor. Neu und ganz und gar nicht langweilig ist dagegen die Füllung der übernommenen Formen. Gerade durch kleine Motive und geschickte Instrumentation schafft Kyburz eine gelungene Mischung aus flächigen Klängen und rhythmischem Drive. Jedenfalls darf man auf weitere Stücke gespannt sein. Überzeugend zeigte sich auch Ueli Wiget, der wie auch der andere Solist des Abends, Sava Stoianov, auch noch im Ensemble andere Stücke zu spielen hatte.

Vielleicht etwas aus dem Rahmen fiel das zweite solistische Stück des Programms, Mysteries of the Macabre, einige Arien aus Ligetis Oper Le Grand Macabre, bearbeitet für Trompete und Kammerorchester. Stoianov bewältigte die schwierige Solopartie auf der Trompete hervorragend; leider wirkte er auf der Bühne aber oft etwas zurückhaltend. Was bei "normalen" Konzerten durchaus angenehm sein kann, schien mir hier zu fehlen: ein übertrieben extrovertiert solistisches Auftreten, überhaupt eine stärker theatralisch ausgerichtete Darbietung hätte den ironischen und stellenweise durchaus witzigen Charakter das Stücks noch besser unterstrichen.

Schließlich waren in der ersten Hälfte noch zwei Ensemblestücke zu hören, die in der ersten Hälfte etwas bescheidener daherkamen. Sowohl die "Ohrentäuschungen" Trompe d'oeil von Philippe Hurel als auch direkt entrückt des Kyburz-Schülers Arnulf Herrmann zielen mehr auf die kleinen Details der Klänge und boten dem Ensemble so Gelegenheit, seine Qualitäten als Gruppe unter Beweis zu stellen. Dies gelang und ließ das Konzert zu einer runden Sache werden.


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Programm

Philippe Hurel
Six Miniatures en Trompe-l'oeil
für 15 Instrumente

Arnulf Herrmann
direkt entrückt
für 19 Instrumente

György Ligeti
Mysteries of the Macabre
für Solo-Trompete und Kammerorchester
eingerichtet von Elgar Howarth

Hanspeter Kyburz
Konzert für Klavier und Orchester


Sava Stoianov, Trompete
Ueli Wiget, Klavier

Ensemble Modern

Leitung: Martyn Brabbins







Da capo al Fine

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