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Inspiration, Gestaltungswille und Musizierlust Paavo Berglund und das Chamber Orchestra of Europe begeistern ihr Publikum Von Silke Gömann
Es gibt sie tatsächlich noch, diese rar gewordenen Momente, in denen man von der ersten bis zur letzten Note in einen Bann gezogen wird und nur noch beglückt im musikalischen Mit-Erleben im Klang der Musik schwelgt:
Begnügte sich Berglund beim Tschaikowsky mit sparsamen Gesten, wurde sein Gestaltungswillen in Dvoráks 7. Sinfonie nicht nur hör- sondern auch sichtbar. Die tragisch-pathetischen Züge dieser Sinfonie entwickelten sich unter seinem Dirigat organisch, wirkten nie aufgesetzt. Die famosen Blechbläser des Chamber Orchestras trumpften auf, ohne plaktiv zu sein und Berglund 'spielte' bewußt mit den Klangwirkungen, die das Wechselspiel der Instrumentengruppen erzeugt. Die Spannungssteigerung im Finale geriet zum intensiven körperlichen Klangerlebnis.
Im Angesicht der Intensität des reinen Orchester-Klangerlebnisses hatte es Gianluca Cascioli, der noch junge Solist in Felix Mendelssohns 2. Klavierkonzert op. 40, nicht leicht, eine ähnliche Wirkung auf das Publikum zu erzielen. Solist, Orchester und Dirigent mußten erst zueinander finden. Cascioli verzichtete auf die Betonung typischer Stilmerkmale der Kompositionsweise Mendelssohns. Jeder der Ausführenden war an diesem Abend als Solist überzeugender: Das Orchester beim Tschaikowsky sowie beim Dvorák und der Pianist in seiner Chopin-Zugabe.
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