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29 Solisten und mehr Ensemble Intercontemporain im Konzerthaus Von Bileam Kümper "Für 29 Solisten" lautet die größte Besetzungsangabe der an diesem Abend gespielten Werke, die des erst vor wenigen Tagen uraufgeführten Lontananza e ora, qui des Italieners Luca Francesconi. Doch eigentlich trifft dies, mal abgesehen davon, dass jeder Spieler seine eigenen Noten hat, nicht den Kern der Sache. Hier ging es vielmehr um eine gemeinschaftliche Klangerzeugung, die äußerst differenziert mit den instrumentalen Möglichkeiten des Ensembles umging. Gemischte Gruppen aus Bläsern und Streichern verteilten sich ebenso über die Bühne wie drei Schlagzeuger. Durch geschickte Aufteilung auf diese Gruppen wurde der Klang in seine Bestandteile aufgespalten und kam in räumliche Bewegung. Ein- und Ausschwingvorgänge und etwas Hall von hinten erklangen sehr plastisch auf die verschiedenen Instrumente verteilt. Abwechselungsreich wurde das Stück dann vor allem durch die Überlagerung solcher Vorgänge in mehreren Richtungen und Geschwindigkeiten. Die Werke im zweiten Teil setzten diese Prinzipien auf andere Weise fort. Während Lachenmann in seinem Mouvement Motive im traditionellen Sinn zerreißt und in neue Zusammenhänge bringt, benutzt Boulez Material aus eigenen, älteren Kompositionen, um mit ihm in seinen Dérives zu experimentieren. Hier ist es wieder das Spiel mit verschiedenen Geschwindigkeiten, was den Reiz der Stücke ausmacht. Als quasi historische Einleitung gab es noch Strawinskis Concerto für 12 Instrumente. Hier traf man noch am ehesten einzelne, polyphon gedachte Stimmen an. Doch verschmolzen diese oft duch die Dichte des Satzes zu einem gemeinsamen Klang, der das Werk in die Nähe der jüngeren Kompositionen rückte. Nott leitete sein Emsemble präzise und konzentriert, das ebenso spielte, aber auch in guter Stimmung und mit viel Spielfreude auftrat. Ein gelungenes Programm also und insgesamt ein spannendes Konzert - schade, dass nicht viel mehr als 29 Solisten im Publikum saßen.
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