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Die Mühen des Alltags Erstes Philharmonisches Konzert mit Rudolf Buchbinder Von Martin Rohr
Es wurde viel gefeiert in den letzen Wochen und namhafte Gäste gaben sich anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten des Konzerthauses Dortmund die Klinke in die Hand - sowohl auf dem Podium als auch im Auditorium. Doch spätestens mit dem ersten Philharmonischen Konzert der Hausherren ist man in Dortmund im künstlerischen Alltag angekommen. Und da heißt es dann auch, sich mit dessen Widrigkeiten zu befassen. Was bedeutet nun dieser Alltag für die musikalische Qualität des Gebotenen? Wer letztendlich seinen Platz im Auditorium gefunden hatte, konnte sich auf altbekanntes Repertoire freuen, dessen eigenwillige Interpretationen durchaus zu überraschen vermochten. Mit seinem Klavierkonzert d-Moll KV 466 tritt im Konzertschaffen Mozarts erstmals ein schicksalsbeladener Grundcharakter zutage, der später im Don Giovanni ebenso prägend wird, wie im Requiem oder einigen Passagen der Zauberflöte. Die Gattung Klavierkonzert wird hier wie auch in dem später entstandene Klavierkonzert in c-Moll erstmals in einen dramatischen Kontext versetzt. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch das getragene Durthema des zweiten Satzes Romanze eine schwerere Dimension.
Der Pianist Rudolf Buchbinder nahm sich dieser Schwere an. Mit ausgeprägtem Rubato und großem Klangvolumen verlieh Buchbinder den einzelnen Phrasen großes Gewicht. Daneben jedoch sprach aus seinem Spiel ein besonderes Verlangen nach intellektueller Durchdringung der Komposition. Die technisch souverän ausgeführte, ausgefeilte Artikulation der schnellen Läufe war ebenso Ausdruck dieses Bestrebens wie die gleichsam plakative dynamische Gestaltung. Ähnlich eigenwillig gestaltete sich die Interpretation der Sinfonie Nr. 4 Es-Dur von Anton Bruckner durch Arthur Fagen. Die "Romantische" lebt von großen Klangräumen, die in beschwörerischer Wiederholung blockhaft aufgetürmt werden. Das archetypische Quintenthema des Horns zu Beginn des ersten Satzes wird in seiner Schlichtheit melodische Grundgestalt, welche die gesamte Sinfonie prägt.
Im ersten Philharmonischen Konzert erschien die Sinfonie in ungewohnter Frische mit insgesamt sehr zügigen Tempi, was vor allem die tänzerischen Elemente der Komposition offenlegte. So überraschend und spannend diese Entdeckung der Lebendigkeit einerseits war, so sehr fehlte andererseits doch das Statische-blockhafte, was für die Musik Bruckners sonst so charakteristisch ist. Die "Romantische" wurde eher gespielt als zelebriert.
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