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Veranstalter-Homepage 4. April 2001
Historische Stadthalle Wuppertal
4. Gastkonzert


Robert Schumann
Sechs Stücke in kanonischer Form op. 56
für Klaviertrio bearbeitet von Theodor Kirchner
Robert Kahn
Sieben Lieder aus Jungbrunnen von Paul Heyse
für Mezzosopran, Violine, Cello und Klavier op.46
Johannes Brahms
Klaviertrio Nr. 2 C-dur op.87

Clara Wieck Trio:
Rumiko Matsuda, Klavier
Ingo de Haas, Violine
Gisela Reith, Violoncello

Mitsuko Shirai, Mezzosopran

Programm-Cover Kammerkonzert unter erschwerten Bedingungen

Zusammenspiel des Clara Wieck Trios litt unter krankheitsbedingtem Ausfall der Geigerin - Einspringer Ingo de Haas schlug sich tapfer

Von Silke Gömann


Unter keinem glücklichen Stern stand das letzte Gastkonzert dieser Saison im Mendelssohnsaal der Wuppertaler Stadthalle. War die Publikumsresonanz leider schon sehr gering, musste dann auch noch krankheitsbedingt die Geigerin des Clara Wieck Trios, Luminitza Petre, absagen.
Zwar gab es mit dem Primarius des Phonos-Quartetts, Ingo de Haas, einen sehr guten Ersatz, doch kann ein noch so versierter Instrumentalist die Lücke in einem eingespielten Ensemble nie adäquat schließen. Der charakteristische Klang eines Ensembles, das blinde Verständnis musste zwangsweise fehlen.
Erschwerend kam an diesem Abend hinzu, dass eben - bis auf Johannes Brahms' zweitem Klaviertrio - kein gängiges Klaviertrio-Repertoire auf dem Programm stand, sondern ausschließlich Raritäten. Wer kennt schon Kirchners Bearbeitung für Klaviertrio von Robert Schumanns Sechs Stücken für Pedalflügel op. 56 oder die Sieben Lieder aus 'Jungbrunnen' von Paul Heyse für Mezzosopran und Klaviertrio des Komponisten Robert Kahn?

Eine Aufführungskritik im eigentlichen Sinne ist für die Werke von Schumann und Kahn demnach nicht möglich. Die kleinen Raffinessen und Schönheiten in den beiden Kompositionen konnten aufgrund der Umstände nicht herausgearbeitet werden, zu sehr waren die Ausführenden darauf konzentriert, eine gemeinsame Musizierlinie zu finden. Wieso jedoch die Mezzosopranistin Mitsuko Shirai bei den Sieben Liedern aus 'Jungbrunnen' stimmlich einen so blassen Eindruck hinterließ, bleibt fraglich. Von ihr ist man eigentlich viel besseren und vor allem ausdrucksstärkeren und textverständlicheren Gesang gewohnt. Eine überzeugende Darstellung des in der Komposition von Robert Kahn reichlich vorhandenen Wort-Ton-Verhältnisses gelang leider nicht.

Nach der Pause mit Brahms zweitem Klaviertrio op.87 änderte sich dann das Bild. Ingo de Haas befand sich auf vertrautem Terrain, seine Musizierhaltung änderte sich schlagartig. Unbestritten war er derjenige im Trio, der nun die Richtung vorgab. Auch der Geigenton war gänzlich ein anderer, nicht mehr vorsichtig, sondern sehr voll und präsent im Vordergrund stehend.
Nun fand das statt, was man bisher vermissen musste: interpretatorische Ausgestaltung der Partitur, Freude und manchmal sogar Leichtigkeit des Musizierens. Wurde der erste Satz schon sehr resolut angegangen, überzeugte vor allem das Scherzo, dessen Beginn eindrucksvoll gestaltet wurde. Überhaupt gefiel die stimmige Tempowahl aller vier Sätze. Mit einer wirklich famosen Schlussgestaltung im Finale verdienten sich die zwei Musikerinnen des Clara Wieck Trios und Ingo de Haas den großen Beifall des Publikums.




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