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29. Januar 2001
Historische Stadthalle Wuppertal
2. Gastkonzert


Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett D-dur KV 575
Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Es-dur op.12
Bedrich Smetana
Streichquartett Nr. 1 e-moll "Aus meinem Leben"

Guarneri Quartett:
Arnold Steinhardt, 1. Violine
John Dalley, 2. Violine
Michael Tree, Viola
Peter Wiley, Violoncello

Schlechte Tagesform oder "erste Auflösungserscheinungen"?
Das Guarneri Quartett enttäuscht bei seinem Auftritt in der Wuppertaler Stadthalle

Von Silke Gömann



Der Name des Guarneri Quartetts steht für 'große' Streichquartettkultur, exemplarische Interpretationen des Streichquartettrepertoires und inspiriertes Musizieren. Ob live oder bei Tonaufnahmen stets fühlte man sich als Hörer bestens aufgehoben bei den vier Herren des Guarneri Quartetts, dessen Besetzung zu Beginn dieser Saison wechselte, als Peter Wiley den Cellopart von David Soyer übernahm.

Die Erwartung auf einen gelungenen Konzertabend war dementsprechend groß, jedoch um so ernüchternder der Weg zurück nach Hause. Die Nachlässigkeiten in der Intonation hätte man ja gerne in Kauf genommen, wenn die Interpretation der drei Werke wenigstens inspiriert gewesen wäre und den Hörer in den Bann gezogen hätte. Der einzige, der engagiert zur Sache ging und Versuche unternahm, seine Mitspieler mitzureißen, war der Cellist Peter Wiley. Ansonsten überwog leider das bloße Herunterspielen der Partitur, zu sehr verließen sich die drei anderen Herren auf ihre über Jahre gewonnene Musizierroutine.

Irritiert nahm man auch die generell langsame Tempiwahl der ersten drei Sätze bei Mozart und Mendelssohn zur Kenntnis. Dagegen konnten dann aber die Schlusssätze nicht schnell genug zum Ende gebracht werden. Die Proportionen stimmten einfach nicht, und warum das Guarneri Quartett in der Canzonetta von Mendelssohns Es-dur Quartett jeglichen Scherzo-Charakter vermissen ließ, bleibt ein Rätsel.
Nur selten stellten sich Momente ein, in denen die herausragende Qualität, das blinde Verständnis und die Musizierfreude der Guarneris aufblitzte. So geriet zum Beispiel das Trio in Mozarts D-dur Quartett zu einem Platz überzeugendster Musikalität, gestalterischer Kraft und Interpretationskunst. Wie gerne hätte man mehr davon gehört.

Wenn nach der Pause in Smetanas e-moll Quartett zwar jegliche Lethargie verflogen war, so überzeugte jedoch die überwiegend nur mit 'gewollter' und nicht gestalteter Kraft ausgestattete Interpretation des Werkes ebenfalls nicht.
Das Publikum im fast voll besetzten Mendelssohn-Saal war vom Guaneri-Quartett größtenteils begeistert und spendete reichlich Beifall, für den die vier Herren mit einer Zugabe dankten. Die Rezensentin bleibt dennoch bei ihrer abweichenden Meinung: Von dem, was das Guarneri Quartett eigentlich auszeichnet, waren die vier Musiker an diesem Abend in Wuppertal meilenweit entfernt.




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