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14. Dezember 2000
Historische Stadthalle Wuppertal
1. Sonderkonzert


Georg Friedrich Händel
Der Messias (1741)

Antje Perscholka, Sopran
David Cordier, Countertenor
Robert Wörle, Tenor
Jörg Hempel, Bariton

Hallenser Madrigalisten (Einstudierung: Helko Siede)
Virtuosi Saxoniae

Leitung: Ludwig Güttler

Vorweihnachtliche Händel-Pracht
Solide Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel in Wuppertal

Von Anke Westermann



Gemeinhin kennt man nur den "Hallelujah"-Chor aus dem zweiten Teil des "Messias". Dass dieses Oratorium von Georg Friedrich Händel auch viele andere reizvolle Passagen zu bieten hat, konnte man in einer Aufführung der Hallenser Madrigalisten und der Virtuosi Saxoniae unter Leitung von Ludwig Güttler hören.

Das 1741 innerhalb von nur drei Wochen entstandene Werk über das Leben Jesu erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Verschiedene Aufführungsstile wurden an diesem Opus im Laufe der Zeit praktiziert - vom Massenchor mit großem Orchester bis zur intimen, fast kammermusikalischen Ausführung mit Kammerchor und kleinem Orchester. Ludwig Güttler setzte in Wuppertal auf die letztere Variante und präsentierte mit den Hallenser Madrigalisten einen Kammerchor und die Virtuosi Saxoniae in kleiner Besetzung.
Es sollte also barocke Aufführungspraxis in Perfektion dargeboten werden, zumal die sowieso schon reich besetzte Continuo-Gruppe durch ein Kontrafagott verstärkt wurde. Leider wurde die Orgel, das liturgische Instrument, nicht eingesetzt.

Die moderne Instrumente spielenden Virtuosi Saxoniae zeichneten die barocke Musiksprache, von einigen Intonations- und Abstimmungsproblemen in den Streichern abgesehen, adäquat nach.
Die Hallenser Madrigalisten, ein semiprofessioneller Kammerchor, interpretierten das Werk ihren Möglichkeiten entsprechend. Allein die geringe Anzahl der Choristen stellte ein Problem dar. Mit insgesamt nur 26 Stimmen, darunter 13 Männerstimmen, war der Chor in den Frauenstimmen unterbesetzt. So ergaben sich klangliche Unausgewogenheiten und kleine stimmliche Unsicherheiten vor allem in den Fugati. Ansonsten bildete der Chor eine geschlossene Einheit.

Die Leistungen der Solisten waren, bis auf eine Ausnahme, durchwachsen. Bestens disponiert präsentierte sich der Countertenor David Cordier. Ausdrucksstark, intonationsrein und strahlend in hohen Passagen sang er die Altpartie. Die junge Sopranistin Antje Perscholka sowie der junge Bariton Jörg Hempel blieben insgesamt gesehen eher blass. Beiden fehlte es an dem nötigen Stimmvolumen, Antje Perscholka teilweise auch an glänzender Höhe. Eine solide Leistung bot der Tenor Robert Wörle.

Ludwig Güttler führte alle Beteiligten sicher durch die Partitur, ging allerdings mit teilweise zu schnellen Tempi in den Chorsätzen an die Grenzen des Chores.

Fazit:
Ein solider, wenn auch nicht herausragender "Messias".


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