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4. Dezember 2000
Wuppertal, Historische Stadthalle
3. Meisterkonzert


Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 39 Es-dur, KV 543
Alban Berg
Drei Orchesterstücke op. 6
Peter Iljitsch Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 6 h-moll op. 74, "Pathétique"

Münchner Philharmoniker
James Levine

Ein Gang durch die Musikgeschichte
Umjubeltes Konzert der Münchner Philharmoniker in Wuppertal

Von Anke Westermann



Um es direkt vorwegzunehmen: Es war wieder einmal ein umjubeltes Meisterkonzert. Denn was die Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres Chefdirigenten James Levine boten, war deutsche Orchesterkultur par excellence. Kein Wunder also, dass dieses großartige Orchester erst nach drei Zugaben (Sibelius, Brahms) und minutenlangen stehenden Ovationen aus der Wuppertaler Stadthalle entlassen wurde.
Zuvor hatte dieser Klangkörper das Publikum mit auf eine faszinierende Reise durch die Musikgeschichte genommen.

Eröffnet wurde der Abend mit der Sinfonie Nr. 39 Es-dur, KV 543 von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit präzisem Dirigat führte James Levine durch die Partitur und gestattete den Musikern den nötigen Freiraum in Solopassagen. Es entstand eine schlüssige, packende und nahezu homogene Interpretation. Kurzzeitige Kommunikationsprobleme in den Streichern deckten die Tücken der deutschen Sitzordnung (Erste und Zweite Violinen sitzen sich gegenüber) auf, was aber jedoch nicht wirklich störte.

Kontrastreich gegen Mozarts Heiterkeit und Witz setzten die Münchner Philharmoniker die dramatisch anmutenden Drei Orchesterstücke op. 6 von Alban Berg. Das zu den schwierigsten Werken der Orchesterliteratur gehörende Opus zeichnet sich durch eine hohe formale und rhythmische Komplexität aus. Beeindruckend war, wie James Levine scheinbar mühelos das Gewirr von Haupt- und Nebenstimmen sowie ständigen rhythmischen und klanglichen Veränderungen durchdrang. Das Orchester nahm seine Anweisungen aufmerksam an und bestach durch einen differenzierten und präsenten Klang.

Das Hauptwerk des Abends war zweifellos die Sinfonie Nr. 6 h-moll op. 74 Pathétique von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Sie ist, sowohl in der Satzanlage wie auch vom Charakter her, symmetrisch aufgebaut. Den ersten und vierten Satz zeichnet eine melancholische Grundstimmung aus, die beiden Binnensätze sind heiter, teilweise heroischen Charakters. Leidenschaftlich, melancholisch, heiter und heroisch war auch die Interpretation des Münchner Klangkörpers. Abgesehen von den schon bei Mozart aufgetretenen Problemen in den Streichern glänzten die Musiker in allen Stimmgruppen. Die Streicher spielten leidenschaftlich mit großem Bogen, die Bläser bestachen durch große Intonationsreinheit. Vor allem der dritten Satz mit seinem heroischen Gestus war überwältigend, auch wenn die Blechbläser teilweise zu dominant waren.
Der spontane Beifall des Wuppertaler Publikums nach Ende dieses Satzes zeigt keineswegs eine Unkenntnis, sondern wohl eher das Atemberaubende an der Interpretation der Münchner Philharmoniker.

Nach Ende des Programms gab es stehende Ovationen für eine, im Ganzen gesehen, sehr überzeugende Leistung. Und der Rest ist ja auch bekannt.



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