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7. Februar 2001
Kölner Philharmonie
Deutschlandfunk Extra (5)


Robert Schumann
"Carneval" - Orchesterbearbeitung von Maurice Ravel
Robert Schumann
Fantasie für Violine und Orchester C-dur, op. 131
Maurice Ravel
"Tzigane" Konzertrhapsodie für Violine und Orchester
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 2 C-dur, op. 61

Daniel Hope, Violine
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken

Leitung: Thomas Hengelbrock

Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken überzeugt mit Schumanns 2. Sinfonie
Der Solist des Abends Daniel Hope blieb eher blass

Von Silke Gömann



Die Kölner Philharmonie war wahrlich schon besser besucht als beim fünften Deutschlandfunk Extra Konzert. Am Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und dem Dirigenten Thomas Hengelbrock lag das wohl nicht, eher schon am Programm des Abends, das mit Schumann und Ravel nicht gerade Publikumsrenner bot.
Ravels Orchesterbearbeitung von Schumanns Carneval zählt zu den unbekannteren Werken und Schumanns Fantasie für Violine und Orchester kämpft immer noch gegen das Klischee, ihr Komponist habe nicht für Violine komponieren können. Einziges solistisches Bravourstück war deshalb Maurice Ravels Tzigane, dessen junger Interpret auf dem Wege ist, sich unter den ganz "großen" Geigenvirtuosen zu etablieren.

Der Konzerteinstieg mit vier Sätzen aus Ravels Orchesterbearbeitung von Robert Schumanns Carneval hätte besser nicht sein können. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken zeigte unter Thomas Hengelbrock eine Musizierfreude und Brillanz, die den Sätzen eine ungeahnte klangliche Plastizität verliehen.
Leider ging es nicht so weiter, da die Interpretation von Schumanns Fantasie für Violine und Orchester unter den Abstimmungsschwierigkeiten zwischen dem Solisten Daniel Hope und dem Orchester litt. An sich schon kein dankbares Solistenstück, blieb Hopes Gestaltung der Fantasie merkwürdig indifferent. So hatte man den Eindruck, dass der Solist sich nicht entscheiden konnte, wie er die Komposition angehen sollte. Es blieb bei Andeutungen, manchmal Halbherzigkeiten und der Kontakt zum Orchester fehlte. Jeder spielte für sich und dies auch noch eher verhalten suchend.
Der Eindruck, dass mit angezogener Handbremse musiziert wurde, änderte sich auch bei Ravels Tzigane nicht. Entschied sich Daniel Hope bewusst gegen die Virtuosengeste und für eine formkonzeptionelle Interpretation, so hätten gerade die einzelnen Formabschnitte und Variationen überzeugender ausgestaltet werden müssen. Das Publikum war dennoch begeistert und spendete großen Beifall, für den sich der Solist mit einer weiteren Komposition von Ravel bedankte.

Nach der Konzertpause knüpfte dann das Orchester nahtlos an seine Leistung zu Beginn des Konzertes an. Robert Schumanns aus der Perspektive einer deutschen Gattungsgeschichte immer noch unterschätzte 2. Sinfonie wurde überaus überzeugend mit durchgängig straffen Tempi musiziert. Dirigent Thomas Hengelbrock hatte klare Vorstellungen der Interpretation, die das Orchester ohne Bruchstellen realisierte. Deutlicher Gestaltungswillen traf sich mit musikalischem Vermögen der einzelnen Orchestergruppen, so dass das hörende Nachvollziehen der Komposition eine wahre Freude war.
Diese gestalterische Kraft und Musizierfreude hätte man sich auch bei den Kompositionen für Violine und Orchester gewünscht. Vielleicht fehlte dafür aber auch nur die gemeinsame Probenzeit.


Die Aufnahme des Konzerts wird am 13. Februar 2001 um 21.05 Uhr im Deutschlandfunk gesendet.


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