Zur OMM-Homepage Zur OMM-Homepage Veranstaltungen & Kritiken
Konzerte
Zur OMM-Homepage Konzert-Rezensionen Startseite E-Mail Impressum



16. Februar 2001
Stadttheater, Aschaffenburg
Aschaffenburger Gitarrentage 2001


Werke u. a. von Johann Sebastian Bach, Miguel Llobet, Manuel M. Ponce, Leo Brower

Zoran Dukic, Gitarre

Zoran Dukic - Noble Kammermusik auf sechs Saiten
Beeindruckendes Finale der Aschaffenburger Gitarrentage

Von Ingo Negwer



Im Alter von nur 21 Jahren gewann der kroatische Gitarrist Zoran Dukic den Internationalen Gitarrenwettbewerb in Mettmann (1991). Eine Reihe weiterer Erfolge bei renommierten Wettbewerben folgten, u. a. ein 1. Preis sowohl beim "Andrés Segovia International Guitar Comp." auf Mallorca (1992) als auch beim "A. Segovia International Competition" in Granada (1996). Dukic Zoran In Aschaffenburg gestaltete Zoran Dukic, der nach Studien in seiner Heimatstadt Zagreb sein Konzertexamen bei Hubert Käppel an der Kölner Musikhochschule ablegte, nun das Abschlusskonzert der diesjährigen Gitarrentage. Mit einem äußerst anspruchsvollen Programm stellte er im Stadttheater unter Beweis, dass er zurecht zu den führenden Gitarristen der jüngeren Generation gezählt wird.

Den Auftakt machte Dukic mit einer stilsicheren Interpretation der Sonata BWV 1001 von Johann Sebastian Bach. Das Werk, das - original für Violine solo - längst zum Standardrepertoire für die klassische Gitarre gehört, war bei Dukic in den besten Händen: Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit gestaltete er die Verzierungen im Adagio, transparent und dennoch frisch die Fuge, ehe er die Sonata im Anschluss an eine lyrisch dargebotene Siciliana mit dem effektvollen Presto ausklingen ließ.

Zoran Dukic pflegt einen unaufdringlichen, noblen Gitarrenton. Dass er zu virtuosem Spiel mühelos in der Lage ist, stellte er bereits im Schluss-Satz der Bachschen Sonate unter Beweis. Weitere Kostproben sollten noch folgen, beispielsweise in den lateinamerikanisches Temperament versprühenden Fünf Stücke aus Venezuela von Vicente Emilio Sojo. Dennoch vermeidet Dukic jede aufgesezte, nach purem Effekt strebende Virtuosität. Sein Umgang mit dem Instrument ist stets getragen von quasi intimer Sensibilität. Mustergültig in dieser Hinsicht waren seine Interpretationen der Fünf katalanischen Volksweisen von Miguel Llobet.

Mit Manuel M. Ponces komplexem Thème varié et Final eröffnete Dukic den zweiten Teil seines Konzerts. Die Sonata des kubanischen Komponisten Leo Brouwer schloss sich an. Dukic formte die drei Sätze des Werks, das nur noch entfernt an die klassische Gattungsvorlage erinnert, zu nuancenreichen atmosphärischen Klangbildern.

Mit den effektvollen, orientalisch anmutenden Sechs Balkan Miniaturen von Dusan Bogdanovic setzte Zoran Dukic den Schlusspunkt unter den offiziellen Teil seines Konzerts. Zwei Zugaben von Tárrega und Ponce schlossen sich an. Doch das begeisterte Publikum entließ den Solisten erst nach einer humorvollen Wiedergabe der Titelmusik aus dem Film "Der dritte Mann".




Ihre Meinung ?
Schreiben Sie uns einen Leserbrief




Da capo al Fine

Zur Homepage Zur Veranstaltungs-Indexseite E-Mail Impressum

E-Mail: konzerte@omm.de

© 2001 Online Musik Magazin
http://www.omm.de

- Fine -