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Zoran Dukic - Noble Kammermusik auf sechs Saiten
Beeindruckendes Finale der Aschaffenburger Gitarrentage Von Ingo Negwer
Im Alter von nur 21 Jahren gewann der kroatische Gitarrist Zoran Dukic den Internationalen Gitarrenwettbewerb in Mettmann (1991). Eine Reihe weiterer Erfolge bei renommierten Wettbewerben folgten, u. a. ein 1. Preis sowohl beim "Andrés Segovia International Guitar Comp." auf Mallorca (1992) als auch beim "A. Segovia International Competition" in Granada (1996).
Den Auftakt machte Dukic mit einer stilsicheren Interpretation der Sonata BWV 1001 von Johann Sebastian Bach. Das Werk, das - original für Violine solo - längst zum Standardrepertoire für die klassische Gitarre gehört, war bei Dukic in den besten Händen: Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit gestaltete er die Verzierungen im Adagio, transparent und dennoch frisch die Fuge, ehe er die Sonata im Anschluss an eine lyrisch dargebotene Siciliana mit dem effektvollen Presto ausklingen ließ. Zoran Dukic pflegt einen unaufdringlichen, noblen Gitarrenton. Dass er zu virtuosem Spiel mühelos in der Lage ist, stellte er bereits im Schluss-Satz der Bachschen Sonate unter Beweis. Weitere Kostproben sollten noch folgen, beispielsweise in den lateinamerikanisches Temperament versprühenden Fünf Stücke aus Venezuela von Vicente Emilio Sojo. Dennoch vermeidet Dukic jede aufgesezte, nach purem Effekt strebende Virtuosität. Sein Umgang mit dem Instrument ist stets getragen von quasi intimer Sensibilität. Mustergültig in dieser Hinsicht waren seine Interpretationen der Fünf katalanischen Volksweisen von Miguel Llobet. Mit Manuel M. Ponces komplexem Thème varié et Final eröffnete Dukic den zweiten Teil seines Konzerts. Die Sonata des kubanischen Komponisten Leo Brouwer schloss sich an. Dukic formte die drei Sätze des Werks, das nur noch entfernt an die klassische Gattungsvorlage erinnert, zu nuancenreichen atmosphärischen Klangbildern. Mit den effektvollen, orientalisch anmutenden Sechs Balkan Miniaturen von Dusan Bogdanovic setzte Zoran Dukic den Schlusspunkt unter den offiziellen Teil seines Konzerts. Zwei Zugaben von Tárrega und Ponce schlossen sich an. Doch das begeisterte Publikum entließ den Solisten erst nach einer humorvollen Wiedergabe der Titelmusik aus dem Film "Der dritte Mann". Ihre Meinung ? Schreiben Sie uns einen Leserbrief |
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