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Mittwoch, 29.3.2000, 19.30 Uhr
Schönberg-Center in Wien, Palais Fanto

Pierrot Lunaire Ensemble Wien

Post-Expressionismus


Mikis Theodorakis: Sextett für Flöte, Streichquartett und Klavier (von 1947)
Helmut Eder: Aulodie für Flöte, Violoncello, Kontrabaß und Schlagzeug, op.87
Arnold Schönberg: Ode to Napoleon Buonaparte für Sprecher, Streichquartett und Klavier, op. 41
Bernd Alois Zimmermann: Présence, Ballet blanc en cinq scènes für Violine, Violoncello und Klavier (1961)

Silvia Gelos, Flöte
Theresia Schütz, Violine
Florian Wilscher, Violine
Elisaveta Staneva, Viola
Alexander Timotic, Violoncello
Gabriele Svetanova, Kontrabaß
Gustavo Balanesco, Klavier
Bernd Thurner, Schlagzeug

Alexander Drcar, Dirigent

Rupert Bergmann, Sprecher
Christian Lick, Speaker
Tonia Kos, Masken







Pierrot Lunaire bewegt sich mit größter Sicherheit
durch die Stile des vergangenen Jahrhunderts


Von Christina von Eynern



Passend zur aktuellen Ausstellung im Arnold Schönberg Center - Schönberg, Kandinsky, Blauer Reiter und die Russische Avantgarde - spielte das Pierrot Lunaire Ensemble Werke des Post-Expressionismus in verschiedenen Besetzungen. Da das Konzert in den Ausstellungsräumen stattfand, kam es zum starken Dialog zwischen den Bildern Kandinskys, Schönbergs, Malewitschs u.a. mit der Musik Schönbergs, Mikis Theodorakis, Helmut Eders und Bernd Alois Zimmermanns. Die geistige Begegnung zwischen Kandinsky und Schönberg regte sowohl Bilder des Malers an, wie sie auch die Verbreitung von Schönbergs Musik in Rußland förderte.

Das Pierrot Lunaire Ensemble ist in wechselnden Besetzungen bestens klanglich aufeinander eingespielt, was sich am stärksten in Mikis Theodorakis Sextett für Flöte, Streichquartett und Klavier von 1947 zeigte. Helmut Eders Aulodie für Flöte, Violoncello, Kontrabaß und Schlagzeug erreichte ihren Höhepunkt im innigen Gespräch zwischen Flöte und Kontrabaß. Schönbergs klare Stellungnahme gegen Tyrannei, seine Ode to Napoleon Buonaparte von 1942 krankte aber an mangelnder Boshaftigkeit des Sprechers R. Bergmann.

So wurde nach der Pause das szenisch-literarische Instrumentalwerk Présence von B. A. Zimmermann zum Höhepunkt des Abends. Modernen Ganzheitlichkeitswahn befriedigend fügt Zimmermann zu Violine, Violoncello und Klavier noch den stummen "Speaker", von einem Tänzer dargestellt welcher "Wortsteine" vorzeigt und mimisch agiert, auch noch von den Musikern hereingetragene Masken hinzu und nennt das ganze Ballet blanc en cinq scènes. Dabei erwies sich das scheinbar Deutlichste - die Worte - als absichtlich verwirrender Wegweiser, während die Masken den Weg zu den drei den Instrumenten zugeordneten literarischen Figuren deutlich wiesen. Das Verwirrspiel bereitete großes Vergnügen durch die souveräne Darstellung der Musiker und des "Speakers" Christian Lick. Am Klavier spielte Gustavo Balanesco den Roi Ubu mit herausragender musikalischer Präsenz, wie den ganzen Abend.

Jene Présence als Gegenwart, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet (B.A. Zimmermann) kann in der Sonderausstellung und der Konzertreihe noch bis zum 28. Mai wiederholt erlebt werden.



(Öffnungszeiten der Sonderausstellung: : Mo bis So 10-18 Uhr, Fr 10-21 Uhr)

Homepage des Pierrot Lunaire Ensembles: www.arthoc.at/pierrotlunaire





Da capo al Fine

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