Pierrot Lunaire Ensemble Wien Post-Expressionismus
Mikis Theodorakis: Sextett für Flöte, Streichquartett und Klavier (von 1947) Helmut Eder: Aulodie für Flöte, Violoncello, Kontrabaß und Schlagzeug, op.87 Arnold Schönberg: Ode to Napoleon Buonaparte für Sprecher, Streichquartett und Klavier, op. 41 Bernd Alois Zimmermann: Présence, Ballet blanc en cinq scènes für Violine, Violoncello und Klavier (1961) Silvia Gelos, Flöte Theresia Schütz, Violine Florian Wilscher, Violine Elisaveta Staneva, Viola Alexander Timotic, Violoncello Gabriele Svetanova, Kontrabaß Gustavo Balanesco, Klavier Bernd Thurner, Schlagzeug Alexander Drcar, Dirigent Rupert Bergmann, Sprecher Christian Lick, Speaker Tonia Kos, Masken
Silvia Gelos, Flöte Theresia Schütz, Violine Florian Wilscher, Violine Elisaveta Staneva, Viola Alexander Timotic, Violoncello Gabriele Svetanova, Kontrabaß Gustavo Balanesco, Klavier Bernd Thurner, Schlagzeug
Alexander Drcar, Dirigent
Rupert Bergmann, Sprecher Christian Lick, Speaker Tonia Kos, Masken
Passend zur aktuellen Ausstellung im Arnold Schönberg Center - Schönberg, Kandinsky, Blauer Reiter und die Russische Avantgarde - spielte das Pierrot Lunaire Ensemble Werke des Post-Expressionismus in verschiedenen Besetzungen. Da das Konzert in den Ausstellungsräumen stattfand, kam es zum starken Dialog zwischen den Bildern Kandinskys, Schönbergs, Malewitschs u.a. mit der Musik Schönbergs, Mikis Theodorakis, Helmut Eders und Bernd Alois Zimmermanns. Die geistige Begegnung zwischen Kandinsky und Schönberg regte sowohl Bilder des Malers an, wie sie auch die Verbreitung von Schönbergs Musik in Rußland förderte.
Das Pierrot Lunaire Ensemble ist in wechselnden Besetzungen bestens klanglich aufeinander eingespielt, was sich am stärksten in Mikis Theodorakis Sextett für Flöte, Streichquartett und Klavier von 1947 zeigte. Helmut Eders Aulodie für Flöte, Violoncello, Kontrabaß und Schlagzeug erreichte ihren Höhepunkt im innigen Gespräch zwischen Flöte und Kontrabaß. Schönbergs klare Stellungnahme gegen Tyrannei, seine Ode to Napoleon Buonaparte von 1942 krankte aber an mangelnder Boshaftigkeit des Sprechers R. Bergmann.
So wurde nach der Pause das szenisch-literarische Instrumentalwerk Présence von B. A. Zimmermann zum Höhepunkt des Abends. Modernen Ganzheitlichkeitswahn befriedigend fügt Zimmermann zu Violine, Violoncello und Klavier noch den stummen "Speaker", von einem Tänzer dargestellt welcher "Wortsteine" vorzeigt und mimisch agiert, auch noch von den Musikern hereingetragene Masken hinzu und nennt das ganze Ballet blanc en cinq scènes. Dabei erwies sich das scheinbar Deutlichste - die Worte - als absichtlich verwirrender Wegweiser, während die Masken den Weg zu den drei den Instrumenten zugeordneten literarischen Figuren deutlich wiesen. Das Verwirrspiel bereitete großes Vergnügen durch die souveräne Darstellung der Musiker und des "Speakers" Christian Lick. Am Klavier spielte Gustavo Balanesco den Roi Ubu mit herausragender musikalischer Präsenz, wie den ganzen Abend.
Jene Présence als Gegenwart, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet (B.A. Zimmermann) kann in der Sonderausstellung und der Konzertreihe noch bis zum 28. Mai wiederholt erlebt werden.
Homepage des Pierrot Lunaire Ensembles: www.arthoc.at/pierrotlunaire