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Feierliche Einweihung der Orgel der Stadthalle Wuppertal am Freitag, 7. Februar 1997

"Wuppertal ist um eine Attraktion reicher"

Die Orgel im großen Saal der Stadthalle wurde (endlich !!) feierlich eingeweiht

Von Tobias Burgsmüller

Die schönste Stadt Deutschlands, so Oberbürgermeister Dr.Kremendahl in seiner Festansprache, die schönste Stadt Deutschlands sei mit diesem Abend um eine Attraktion reicher. Lassen wir die Feststellung von der schönsten Stadt einmal als vorkarnevalistische Geschmacksentgleisung unkommentiert, so können wir den Rest dieser sicherlich hochtrabenden Aussage vollends unterstützen. Mit dem, was dem zahlreich erschienenen Publikum beim Konzert zur feierlichen Einweihung der Orgel akustisch geboten wurde, hat sich der großen Saal der Wuppertaler Stadthalle endgültig als einer der ganz hochwertigen Konzertsäle dieser Welt empfohlen.

Das Konzert, das eigentlich schon Anfang vergangenen Jahres hätte stattfinden sollen, dann aber bedingt durch eine defekte Sprinkleranlage buchstäblich ins Wasser gefallen war, brachte eindrucksvoll die verschiedensten Facetten des neuen, imposanten Instruments zum Vorschein. Zwei Werke der Barockmusik, Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel und Orchester B-dur und Johann Sebastian Bachs Kantate "Wir danken Dir, Gott" bildeten den Rahmen für ein Werk des 20. Jahrhunderts, das Konzert g-moll für Orgel, Streichorchester und Pauke von Francis Poulenc. Drei Stücke also, in denen das neue Prachtstück in unterschiedlichsten Rollen präsentiert werden konnte. Klanglich am Eindrucksvollsten war dabei sicherlich das einsätzig angelegte Konzert Poulencs, bereits in den einleitenden, lang angehaltenen Fortissimo-Dissonanzen der Orgel kam der mächtige und raumfüllende Klang des Instruments in überwältigender Weise zur Geltung. Daß jedoch trotz dieser Klangfülle die Orgel sowohl in diesem als auch in allen anderen gebotenen Werken das gar nicht mal so zahlreich besetzte Orchester keineswegs übertönte, zeigt, wie schlüssig die Konzeption des Instruments auf die ja nicht immer ganz uneigenwillige Akustik der Stadthalle angepaßt ist.

Der hervorragende Eindruck, den der Abend hinterließ, ist aber neben der Orgel selber sicherlich auch dem Solisten, Edgar Krapp zuzuschreiben. Während wir allen anderen Mitwirkenden eine solide Leistung bescheinigen möchten (von leichten aber unüberhörbaren Problemen der beiden kurzfristig eingesprungenen Gesangssolisten Judy Berry und Bernhard Schneider einmal abgesehen), gilt Krapp höchstes Lob, nicht zuletzt wegen seiner drei (!) Zugaben, bei denen dann auch die ausgefallensten Finessen der Orgel, wie Glockenspiel und in der Saaldecke eingelassenes Fernwerk, in Aktion kamen. Mit sichtlicher Freude am Spiel und an dem neuen Instrument war Krapp ein würdiger Solist für das Einweihungskonzert. Mit Recht wird er, um abschließend nochmals OB Kremendahl zu zitieren "in die Geschichte dieser Orgel" eingehen und zwar keineswegs nur, "weil er der erste war" !

Unsere dringende Empfehlung für zukünftige Orgelkonzerte in Wuppertal kann somit nur lauten: Hingehen !

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