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8. Sinfoniekonzert
in der Stadthalle am Johannisberg (Wuppertal)

Atemberaubende Ariadne
und Klangwolken in den Alpen

Sinfonieorchester Wuppertal
Leitung: Peter Gülke


Georg Benda: Ariadne auf Naxos (Melodram)
Richard Srauss: Eine Alpensinfonie, op. 64


Das 8. Sinfoniekonzert am 23. April 1996 in der gut gefüllten Stadthalle am Johannisberg stand ganz im Zeichen großer Eindrücke. Zum einen die wechselhaften Gefühle der Ariadne nach der plötzlichen Abreise ihres Geliebten Theseus in Georg Bendas Melodram Ariadne auf Naxos (aus dem Jahre 1775), und zum anderen die gewaltigen Klangmassen und instrumentatorisch meisterhaft komponierten Episoden in der großen sinfonischen Dichtung Eine Alpensinfonie, op. 64 von Richard Srauss.

Im Melodram Ariadne auf Naxos von Georg Benda - der den meisten Musikfreunden nur auf Grund seiner führenden Rolle in der Gattung des Melodram bekannt sein dürfte - steht die Figur der Ariadne im absoluten Mittelpunkt des Geschehens.

Die Einleitungspassage des Theseus - pathetisch rezitiert von Dirk Schortemeier - und die kurzen Einwürfe der Oreade (Friederike Tiefenbacher) sind in erster Linie äußerliche Auslöser für die zahlreichen Gefühlsumschwünge der Ariadne. Mit Salome Kammer war eine jugendliche und ungeheuer eindringliche Künstlerin engagiert worden, die alle Nuancen der Partie voll ausschöpfte und so vermittelte, daß es einem schier den Atem rauben konnte.

Die Instrumentalisten des Wuppertaler Sinfonieorchesters unter Leitung von Peter Gülke waren wohl in erster Linie damit beschäftigt, die mitunter sehr kurzen Orchestereinwürfe präzise mit der Textrezitation zu koordinieren, so daß die musikalische Interpretation über weite Strecken etwas undifferenziert klang.

In der Alpensinfonie von Richard Strauss fühlte sich das Sinfonieorchester Wuppertal hörbar wohler. Auch wenn einige rhythmischen Ungenauigkeiten zu vernehmen waren und die Blechbläser die Streicher an einigen Stellen zu sehr übertönten, war es eine durchaus achtbare Leistung des Orchesters. Peter Gülke gelang eine überzeugende - sowohl in den großen Steigerungen klug disponierte, als auch in den kammermusikalisch instrumentierten Passagen fein durchhörbare - Interpretation, die ihm am Ende auch begeisterte Bravo-Rufe bescherte.

Im übrigen wurde das Konzert von DeutschlandRadio Berlin live übertragen und vom Westdeutschen Rundfunk mitgeschnitten. Der Sendetermin stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.



Von Gerhard Menzel

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