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Musikfestspiele
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42. Tage Alter Musik in Herne

09.11.2017 - 12.11.2017


Von Thomas Molke

Zum 42. Mal finden in diesem Jahr im November an einem verlängerten Wochenende die Tage der Alten Musik in Herne statt, die von der Stadt gemeinsam mit dem Kulturradio WDR 3 ausgerichtet werden. Als 1976 der damalige Kulturdezernent der Stadt Herne, Joachim Hengelhaupt, die Idee hatte, eine Ausstellung von Musikinstrumenten für das Repertoire der Alten Musik mit Konzerten in historischer Aufführungspraxis zu verknüpfen, hat wohl niemand damit gerechnet, dass sich daraus einmal ein Musikfestival der Begegnungen entwickeln würde, bei dem Künstler aus Europa zusammenkommen und sich in den Dienst der Alten Musik stellen. Der künstlerische Leiter des Festivals, Dr. Richard Lorber, hat in diesem Jahr mit Blick auf das Reformationsjubiläum die Festtage unter das Motto "Aufbruch!" gestellt. In insgesamt 10 Konzerten wird es um "Rebellen, Reformer und Revolutionäre in der Musik zwischen Mittelalter und Romantik" gehen.

In diesem Programm darf natürlich die Barockoper La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina aus dem Jahr 1625 auf keinen Fall fehlen, da es sich hierbei um das erste nachweisliche Werk handelt, das von einer Frau komponiert worden ist. Die Rede ist von Francesca Caccini, die sich als eine der ersten freischaffenden Musikerinnen in einem von Männern dominierten Bereich durchzusetzen versuchte und insgesamt sieben Bühnenwerke verfasste, von denen jedoch nur eins erhalten ist. Die Oper handelt von dem Kampf der Zauberin Alcina und der bösen Fee Melissa um den strahlenden Ritter Ruggiero, der im Gegensatz zu der Fassung bei Händel mit einem Bariton besetzt ist. Als Zauberin Alcina ist die Sopranistin Marķa Cristina Kiehr zu erleben. Ihre Gegenspielerin Melissa wird von der Mezzosopranistin Sarah Breton verkörpert. Die Partie des Ruggiero übernimmt der Bariton Romain Bockler. Die Aufführung wird von dem Ensemble Concerto Soave unter der musikalischen Leitung von Jean-Marc Aymes begleitet. (Termin: 11. November 2017 um 20.00 Uhr im Kulturzentrum Herne)

Ein weiterer Höhepunkt dürfte das Passions-Oratorium Der blutige und sterbende Jesus von Reinhard Keiser sein, das zum Abschluss der Tage der Alten Musik am 12. November 2017 um 19.00 Uhr im Kulturzentrum Herne stattfindet und zeitversetzt im WDR 3 übertragen wird. Das 1705 in Hamburg uraufgeführte Oratorium war in mehrfacher Hinsicht revolutionär. Zum einen hatte der Skandalautor und Opernlibrettist Christian Friedrich Hunold, der unter dem Namen Menantes bekannt war, die Evangelien-Schilderungen nach italienischem Vorbild in Verse gekleidet und obendrein noch Dialogszenen zwischen Jesus und seiner Mutter eingefügt. Zum anderen wurden diese Rollen auch noch von Solisten des Opernhauses verkörpert, was ebenfalls den Unmut der Kirche hervorrief. Doch die Proteste der Hamburger Geistlichen konnten den jahrzehntelangen Erfolg des Werkes nicht stoppen. Später galt die Musik als verschollen, tauchte jedoch 2006 in einer Partiturhandschrift Keisers wieder auf. Das Oratorium wird von Cantus und Capella Thuringia mit ihrem Solistenensemble unter der Leitung von Christoph Dittmar und Bernhard Klapprott präsentiert.

Eine Übersicht über die übrigen Konzerte, die live oder zeitversetzt ebenfalls im WDR 3 übertragen werden, finden Sie hier.

 

 

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unsere Rezensionen:

 

 

La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina

Der blutige und sterbende Jesus

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