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Musikfestspiele
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Rossini Opera Festival

Pesaro
10.08.2014 - 22.08.2014


Von Thomas Molke

Das Teatro Rossini in Pesaro von außen

Zum 35. Mal findet in diesem Jahr in dem kleinen beschaulichen Pesaro an der Adria das Rossini Opera Festival statt, mit dem die Stadt jedes Jahr im August ihren wohl berühmtesten Bürger feiert. Gewidmet ist das Festival den bekannten und unbekannten Werken des Pesaresen. So werden in jedem Jahr drei Opern szenisch zur Aufführung gebracht. Als Spielorte dient zum einen das Teatro Rossini im Zentrum der Altstadt, das 1673 als Teatro del Sole gebaut wurde. 1818 wurde es in seiner jetzigen Form neu errichtet und erhielt 1855 seinen Namen. 1980 wurde das Theater restauriert und fungiert seitdem als Hauptspielort der Festspiele. Es bietet ungefähr 650 Zuschauern Platz. Zum anderen finden Aufführungen auch in der etwas außerhalb der Stadt gelegenen Adriatic Arena statt, einer modernen Mehrzweckhalle, die 1996 fertig gestellt wurde und in der bei Opernaufführungen circa 1.200 Personen Platz finden.

Blick in den Zuschauerraum des Teatro Rossini in Pesaro

Den Anfang macht in diesem Jahr eine Neuproduktion von Rossinis Dramma per musica Armida, einem Werk, das am 11. November 1817 mit Isabella Colbran in der Titelpartie in Neapel uraufgeführt wurde und in Pesaro sicherlich noch in der Inszenierung mit Renée Fleming aus dem Jahr 1993 in Erinnerung sein dürfte. Auch damals führte Luca Ronconi Regie. Während die damalige Aufführung im Teatro Rossini stattfand, inszeniert Ronconi das Stück um die Zauberin Armida, die versucht, den Kreuzritter Rinaldo vom rechten Weg abzubringen, dieses Mal in der Adriatic Arena. Die Titelpartie wird Carmen Romeu übernehmen, die bereits vor zwei Jahren als Argene in Ciro in Babilonia glänzte (siehe auch unsere Rezension). Dass das Stück relativ selten auf den Spielplänen steht, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass man insgesamt sechs Tenöre benötigt. Für die Partie des Rinaldo konnte Antonino Siragusa gewonnen werden. Dmitry Korchak übernimmt mit den beiden Kreuzrittern Gernando und Carlo direkt zwei Tenorpartien. Gleiches gilt auch für Randall Bills, der sowohl als Anführer der Ritter, Goffredo, als auch als Ritter Ubaldo zu erleben ist. Wie diese Doppelbesetzungen in der Inszenierung aufgehen, bleibt abzuwarten. Vassilis Kavayas, der im letzten Jahr als Conte di Libenskof in Il viaggio a Reims sein Debüt in Pesaro gab, rundet die Tenorriege als Eustazio ab. Auch der Bass Carlo Lepore übernimmt mit Idraote, dem König von Damaskus, und Astarotte, dem Anführer von Armidas Geistern, eine Doppelrolle. Die Leitung des Orchestra del Teatro Comunale di Bologna liegt in den Händen von Carlo Rizzi. (Termine: 10., 13., 16. und 19. August 2014 um 20.00 Uhr)

Die Adriatic Arena in Pesaro

Als zweite Neuproduktion ist dann im Teatro Rossini Aureliano in Palmira zu erleben, Rossinis einzige Oper, in der eine Hauptpartie, die Rolle des persischen Prinzen Arsace für einen Kastraten, den berühmten Giambattista Velluti, komponiert worden war. In Pesaro verzichtet man aber auf die Besetzung mit einem Countertenor und hat für diese Partie Lena Belkina verpflichtet. Als Zenobia ist Jessica Pratt zu erleben, die hier in den vergangenen Jahren große Erfolge in Ciro in Babilonia und Adelaide di Borgogna feiern konnte. Für die Titelpartie konnte Michael Spyres gewonnen werden. Die Inszenierung liegt in den Händen von Mario Martone, der hier noch mit seiner Inszenierung von Matilde di Shabran 2012 in guter Erinnerung sein dürfte (siehe auch unsere Rezension). Mit Dempsey C'Rivera als Oraspe und Raffaella Lupinacci als Publia sind erneut zwei Partien mit ehemaligen Absolventen der Accademia Rossiniana aus den vergangenen beiden Jahren besetzt. Lupinacci war in Il viaggio a Reims vor zwei Jahren als Marchesa Melibea, C'Rivera als Conte Belfiore zu erleben. Das Orchestra Sinfonica G. Rossini wird für diese Produktion von Will Crutchfield geleitet. (Termine: 12., 15., 18. und 22. August 2014 jeweils um 20.00 Uhr)

Blick auf die Bühne des Teatro Rossini in Pesaro

Als dritte Opernproduktion war eigentlich Rossinis Farsa L'inganno felice angekündigt. Im Verlauf der Planung der diesjährigen Festspiele wurde diese selten gespielte Oper allerdings durch Rossinis wohl bekanntestes Werk, Il barbiere di Siviglia, ersetzt. Ob Kostengründe dazu geführt haben, dass diese Produktion unter der Leitung der Accademia di belle arti di Urbino nur halbszenisch im Teatro Rossini gegeben wird, kann nur gemutmaßt werden. Die Besetzung dürfte allerdings für eine eventuell fehlende Szene durchaus entschädigen. Mit dem Vollblut-Buffo Paolo Bordogna als Bartolo und Alex Esposito als Basilio dürfte gute Unterhaltung garantiert sein, da man bei beiden davon ausgehen kann, dass sie nicht nur stimmlich den Witz dieser Oper herauskitzeln werden. Als Conte di Almaviva ist Juan Francisco Gatell zu erleben. Die Partie der Rosina wird von Chiara Amarù interpretiert. Musikalisch begleitet wird diese Produktion vom Orchestra del Teatro Comunale di Bologna unter der Leitung von Giacomo Sagripanti. (Termine: 11., 14. 17. und 20. August 2014 um 20.00 Uhr).

Am 21. August 2014 gibt es dann im Teatro Rossini unter der musikalischen Leistung des Altmeisters Alberto Zedda Rossinis Petite messe solennelle mit der Möglichkeit, diese Aufführung in einer Live-Übertragung per Public Viewing auf der Piazza del Populo zu genießen. Als Solisten konnten Olga Senderskaya, Veronica Simeoni, Dmitry Korchak und Mirco Palazzi gewonnen werden.

Wie in jedem Jahr gibt es vormittags im Teatro Rossini zwei Aufführungen von Il viaggio a Reims mit Sängerinnen und Sängern der Accademia Rossiniana, die im Juli in einem Wettbewerb ausgewählt worden sind (Termine: 13. und 16. August 2014). Des Weiteren ergänzen zahlreiche Konzerte das Programm. Weitere Informationen finden Sie unter  www.rossinioperafestival.it.

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unsere Rezensionen:

 

 

Armida

Il barbiere di Siviglia

Aureliano in Palmira

Il viaggio a Reims



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