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Ruhrtriennale 2012


17. August - 30. September 2012

Intendant: Heiner Goebbels


Logo: Ruhrtriennale 2012

Das Musiktheater ist tot – Es lebe die Kunst als Erfahrung

von Ursula Decker-Bönniger

Die Ruhrtriennale 2012 möchte kein Repertoire-Programm der Stadttheater, Opern etc. Nordrhein-Westfalens aufgreifen. Es gibt kein Leitthema wie unter der Intendanz Willy Deckers. Sie setzt einen künstlerisch-ästhetischen Schwerpunkt auf experimentelle Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, sie will „neue Fragen an die Kunst stellen“.

Heiner Goebbels, der neue künstlerische Leiter der Ruhrtriennale hob in seiner Programmpräsentation hervor, dass Tanz, bildende Kunst und Komponisten wie Cage grenzüberschreitende ästhetisch experimentelle Ansätze zeigen, die mehr denn je in der Entwicklung von Regie und Theater eine Rolle spielen. Grenzüberschreitung ist also ein Thema. Grenzüberschreitung heißt auch, Laiendarsteller mit einzubeziehen, Kinder als Kritiker des Erwachsenentheaters ernst zu nehmen und unter dem Oberbegriff No Education ästhetische Ansätze in der Kunst für Kinder zu zeigen, die Sparte "Bildende Kunst" mit Living Sculpture Projekten aufzugreifen, und vor allem ästhetische Ansätze zu zeigen, in denen sich herkömmliche Theaterbereiche vermischen: Das Theaterstück Life and Times – Episode 2 des Nature Theater of Oklahoma bspw. zeigt, wie ein Telefongespräch zum Libretto eines Musiktheaterstücks wird, Marketplace 76 wurde von Jan Lauwers gemeinsam mit den drei Komponisten Rombout Willems, Maarten Seghers und Hans Petter Dahl geschrieben und entwickelt.

Dem leisen Vorwurf eines Journalisten, das Programm der diesjährigen Ruhrtriennale sei – auf den ersten, groben Blick gesehen - recht musiktheaterlastig, begegnete Heiner Goebbels mit einem Zitat Meyerholds, „ein Regisseur müsse vor allem Musiker sein“. Es gehe darum, das „Unsagbare auf die Bühne zu bringen“. Theater interessiere ihn nicht als „Instrument der Mitteilung“ sondern als „Kunst als Erfahrung“, als eigene Wirklichkeit.

Dass der Musiker, Komponist und Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen in besonderer Weise geeignet scheint, neue, künstlerische Dimensionen und ästhetische Ansätze zu präsentieren, in denen - im Unterschied zum „medialen Alltag“ - Kunst und Theater als Befreiung erfahrbar werden, zeigt sein beruflicher Werdegang, seine Kompositionen und nicht zuletzt die Auszeichnung als Ibsen-Preisträger 2012.

Hauptattraktion dieses Ruhrtriennale-Programms ist sicherlich die von Heiner Goebbels selbst inszenierte Aufführung des Cage-Musiktheaterwerks Europeras 1&2. Mit Spannung wird auch seine eigene Musiktheaterkomposition When the mountain changed its clothing erwartet sowie ein weiteres selten zu sehendes Werk, Carl Orffs Prometheus in der Regie von Lemi Ponifasio. Daneben und nicht minder interessant ist die Präsentation musikalischer Standardwerke des 20. Jahrhunderts bspw. Strawinskys Sacre du Printemps in der Choreographie von Laurent Chétouane, Ligetis Atmosphères etc.

Die Neugier ist geweckt. Das Interesse groß. Bleibt nur noch Heiner Goebbels und seinem Team zu wünschen, dass auch für uns als Publikum die neuen Theateransätze erfahrbar werden.

April 2012




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