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Bayreuther Festspiele 2012

Die Meistersinger von Nürnberg

Text und Musik von Richard Wagner
Fassung für Kinder von Hartmut Keil und Eva-Maria Weiss
Musikalische Bearbeitung: Marko Zdralek


in deutscher Sprache

Premiere auf der Probebühne im Festspielhaus Bayreuth am 25.7.2012

Aufführungsdauer: ca. 1h 15' (keine Pause)


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Bayreuther Festspiele
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Casting mit Happy-End

Von Joachim Lange, Fotos: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Ein Buh-Orkan für die Regie in Bayreuth? Kein Spur! Einhelligen Jubel und zwar für alle. Natürlich nicht im großen Saal beim Holländer, sondern auf der Probebühne für die Meistersinger. Es als Tradition zu bezeichnen ist vielleicht noch ein wenig früh. Eingebürgert hat es sich aber, dass am Vormittag der Eröffnungspremiere erst Mal der Nachwuchs den Grünen Hügel stürmt. Wagner für Kinder gehört zu Katharinas Neuerungen, seit sie hier gemeinsam mit ihrer Halbschwester das Sagen hat. War der Fliegende Holländer 2009 noch der Probelauf gibt’s den Tannhäuser und den Ring aus den Folgejahren schon auf DVD. Was (nicht nur) in dieser Generation heute wohl einfach dazu gehört. Diesmal sind die Meistersinger das heißbegehrte und im Handumdrehen ausverkaufte Nachwuchsevent, das insgesamt zehn Mal über die Probebühne IV geht. Und so sitzen sie denn vor allem auf dem Fußboden, überlassen den Erwachsenen die paar Tribünenreihen und lassen sich in eine „Nürnberg-sucht-den-Superstar“-Variante hineinziehen.

Vergrößerung in neuem Fenster

Welch ganz besonderer Fall: Die Meister staunen über den jungen Spund (Reimund Nolte als Kothner, Martin Snell als Pogner und Christian Tschelebiew als Foltz).

Die Inszenierung von Eva Maria Weiss verzichtet aber zum Glück auf jede naheliegende Anbiederung dieser Art und bleibt dezidiert bei einem Genre, in dem die Musik und die Sänger die erste Geige spielen. Hartmut Keil und 29 Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt/Oder passen sich genau den örtlichen Gegebenheiten an und liefern in der geschickt raffenden Bearbeitung von Marko Zdralek einen 75 Minuten kurzen Querschnitt, der sich weder vorm Wahn-Monolog noch vor der Prügelfuge drückt und den Ehrgeiz, einen schlüssig wirkenden Bogen zu liefern, erfüllt, ohne dabei die potenziellen Neuwagnerianer zu überfordern. Die Nürnberger Stadtansicht wird ebenso einfach mit Kreide an die Wand gemalt, wie es Beckmesser mit seiner Fehlerliste macht. Die (von Kindern entworfenen) Kostüme sind fantasievoll – jeder Meister trägt sein Gewerk auf dem Kopf und am Leib. Gespielt wird zwischen und hinter dem Orchester. Wenn man dann (wie in diesem ganz besonderen Fall) im Schlusssprung über alle kontaminierten Stellen springen darf und die Liebesgeschichte zwischen Walther und Eva nur mit der Prüfungshürde für Walter und dem Querschuss von Beckmesser aufmotzt, dann bleibt es der Überzeugungskraft der Darsteller vorbehalten, die Aufmerksamkeit zu binden.


Vergrößerung in neuem Fenster Magdalene (Simone Schröder, links) und Eva (Christiane Kohl, rechts) meinen es gut mit Walther (Heiko Börner).

Und da hat man nicht gegeizt – es wird nämlich durchweg hochprofessionell gesungen und mit Lust und zielgruppengerecht gespielt: Die quasi jungen Leute waren bei Christiane Kohl (Eva), Heiko Börner (Walther) und Stefan Heibach (David) ebenso gut aufgehoben wie die Erwachsenenfraktion, bei der natürlich der Sympathikus Hans Sachs (Jukka Rasilainen) die besten Karten hatte. Schon, weil er zu seinem „Verachtet mir die Meister nicht“ dem nicht allzu arg gezausten Beckmesser (Ralf Lukas) die Versöhnungshand entgegenstreckt. Zusammen mit den 17 Lehrbuben lieferten sie allesamt einen vergnüglichen und gänzlich skandalfreien Festspielauftakt.


FAZIT

Die Kinderoper ist eine Bayreuther Erfolgsgeschichte, die auch bei mit den Meistersingern überzeugte.


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Weitere Rezensionen von den Bayreuther Festspielen 2012



Produktionsteam

Musikalische Leitung
Hartmut Keil

Inszenierung
Eva-Maria Weiss

Chor der Phorms-Schule Frankfurt am Main

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt / Oder


Solisten

Veit Pogner
Martin Snell

Sixtus Beckmesser
Ralf Lukas

Ulrich Eisslinger
Willem van der Heyden

Walther von Stolzing
Heiko Börner

Eva
Christiane Kohl

Hans Sachs
Jukka Rasilainen

Kunz Vogelgesang
Maximilian Argmann

Fritz Kothner
Raimund Nolte

Hans Foltz
Christian Tschelebiew

David
Stefan Heibach

Magdalene
Simone Schröder


Weitere
Informationen

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