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Schwetzinger Festspiele 2009

29. April bis 13. Juni 2009

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Schwetzinger Festspiele
(Homepage)
Das Arkadien der Musik ist wieder geöffnet

Von Christoph Wurzel

Wenn die Frühjahrsblumen in den Beeten des barocken Schlossparks ihre schönste Pracht entfalten und der Spargel in der weiten Rheinebene zwischen Heidelberg und Mannheim ergiebig zu sprießen beginnt, dann eröffnet in Schwetzingen auch jährlich die Saison der musikalischen Genüsse. Sechs Wochen lang beherrschen die Schwetzinger Festspiele das kulturelle Leben von Stadt und Region im Südwesten, in diesem Jahr bereits zum 58. Mal.

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Seine weitläufige Sommerresidenz vor den Toren der Residenzstadt Mannheim hatte der pfälzische Kurfürst Carl Theodor um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem wirklichen Arkadien ausbauen lassen. Die kunstvoll beherrschte Natur des barocken Schlossparks ließ er mit mythologischen Anspielungen in Gestalt zahlreicher Statuen, Brunnen und Tempel mit Figuren der antiken Götterwelt anreichern, die immer wieder Bezüge zu Kunst, Literatur und Musik des Barock herstellen. Der Oper frönte der kunstsinnige Monarch besonders, noch bevor es in Versailles ein Schlosstheater gab, hatte Carl Theodor in Schwetzingen schon das kleine Hoftheater in den Zirkelbauten der Schlossanlage errichten lassen. Und die kleineren Säle im Rund der Schlossgebäude sind dezent mit Rokoko-Stuck verziert. Kaum ein besseres Ambiente ist denkbar für Opernaufführungen und Konzerte im kleinen, fast intimen Rahmen, wo man - in diesem Jahr besonders – in den Pausen an der frühsommerlich lauen Abendluft regelrecht lustwandeln kann.

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Aber nicht allein der Umstände wegen sind die Schwetzinger Festspiele ein besonderes Festival, es ist auch die Zusammenstellung der Programme und die Qualität der einzelnen Aufführungen, welche sie zu einem überragenden Höhepunkt im jährlichen Festspielreigen machen. Das Festival wird von Radiomachern verantwortet und so ist das Programm weit ab vom bloßen Kulturkonsum besonders durchdacht und anspruchsvoll.

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Zwei Opern stehen jährlich im Schlosstheater auf dem Programm, meist eine Uraufführung und die (Wieder-) Entdeckung eines alten Werks. Erstmals hat Wolfgang Rihm in diesem Jahr für Schwetzingen eine Oper komponiert. Seine „Proserpina“ hatte zu Beginn der Festspiele bereits Premiere. Im Jubiläumsjahr Händels steht zudem eines seiner Bühnen-Werke im Mittelpunkt, der selten gespielte „Ezio“.

Neu und Alt zu verbinden, ist seit jeher der rote Faden der Schwetzinger Programmdramaturgie. So stehen auch andere Programmblöcke 2009 in diesem Spannungsfeld. Ein weiterer Jubilar des Jahres, Joseph Haydn, wird in der Gattung des Klaviertrios in einer sechsteiligen Serie mit Kompositionen zwischen Beethoven und Schostakowitsch kontrastiert. Im Mendelssohnjahr blickt man in Schwetzingen insbesondere auf die Beziehung zwischen dem Gewandhauskapellmeister und dem Thomaskantor, aufstrebende junge Künstler spielen in fünf sonntäglichen Matineen Werke von Mendelssohn und Bach. Das Emerson String Quartett verbindet an drei Abenden die Wiener Klassik mit der klassischen Moderne und zwar Haydn und Beethoven mit Ravel, Ives, Bartók und Barber.

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Das alljährliche Künstlerportrait ist diesmal Jörg Widmann gewidmet und stellt diesen vielseitigen Künstler als Komponisten, Solisten und anregenden Musikphilosophen vor. Auf den Programmen der Reihe „Im Sog der Klänge“ stehen vier seiner Streichquartette, die das Artemisquartett jeweils Kompositionen von Schubert gegenüber stellt. Und Jörg Widmann selbst tritt als Klarinettist in Mozarts A-Dur- Quintett und in eigenen Werken auf, sogar begleitet von seiner Schwester Carolin auf der Violine.

Neben den reichhaltigen Kammermusik-Konzerten gibt es auch Orchestermusik zu hören. Namhafte Ensembles spielen an fünf Abenden Orchestermusik der Jahrhunderte von „Jubilaren und anderen Meistern". Auch die Vokalmusik hat bei den Schwetzinger Festspielen einen festen Platz, traditionell besonders die Liederabende, bei denen heuer u.a. Matthias Goerne, Christian Gerhaher und Gerald Finley zu hören sein werden. „Grenzüberschreitungen" zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik runden seit einigen Jahren die Programmvielfalt in Schwetzingen ab.

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Wer nicht live dabei sein kann, dem sei empfohlen, die Radioprogramme der Kultursender zu verfolgen, denn alle Konzerte werden vom SWR aufgezeichnet und auch gesendet, aber auch von zahlreichen anderen Sendeanstalten übernommen – und dies in vielen Ländern weltweit. Wer möchte da noch über die Rundfunkgebühren klagen, besser als hier könnten sie gar nicht angelegt sein!



Mehr von den Schwetzinger Festspielen 2009:

Ezio
Opera eroica in tre atti
von Georg Friedrich Händel

Mehr von den Schwetzinger
Festspielen 2009:


Ezio Opera eroica in tre atti
von Georg Friedrich Händel


Nützliche Tipps:

Eine Übersicht über alle
SWR-Sendetermine
der Schwetzinger Festspiele
gibt es unter
www.schwetzinger-festspiele.de



Zwei materialreiche und
üppig bebilderte Bücher
über die Festspiele und
die Hofoper in Schwetzingen:

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Arkadien der Musik

Erschienen 2002 im Verlag
J.B. Metzler Stuttgart und Weimar.
322 Seiten
ISBN 3-476-01907-1



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Hofoper in Schwetzingen

Erschienen 2004 im
Universitätsverlag Winter Heidelberg.
448 Seiten.
ISBN 3-8253-1524-X




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