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Veranstaltungen & Kritiken Musikfestspiele |
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Karlsruher KomödienstadlVon Gerhard Menzel / Fotos: Jaqueline Krause-Burberg
"Die spinnen, die Römer!" Was jeder Asterix-Fan schon lange weiß, konnte man nun auch in Karlsruhe bei den Händel-Festspielen erleben - allerdings in anderem Zusammenhang. Dass es keine ägyptisch-römische Modenschau zu sehen geben würde war klar, aber dieses Sammelsurium von Klamotten - Cäsar als Sohn des Alpöhi in Konfrontation mit der feschen Zenzi Cornelia - war wirklich keine Alternative.
v.l. Nirenus / Curio (Barbara de Koy), Cäsar (Franco Fagioli), Sextus (Tamara Gura), im Hintergrund Cleopatra (Kirsten Blaise), Michael Hofstetter (Musikalische Leitung)
Überhaupt fiel die diesjährige Opern-Neuproduktion von Händels "Giulio Cesare" qualitativ gegenüber Händels "La Resurrezione" aus dem vergangenen Jahr erheblich ab. Zwar waren die Solopartien mit dem überragenden argentinischen Countertenor Franco Fagioli (Giulio Cesare), der quirligen und faszinierenden Kirsten Blaise (Cleopatra), der stimmgewaltigen und berührenden Ewa Wolak (Cornelia) sowie Tamara Gura (Sesto), Martin Wölfel (Tolomeo) und Armin Kolarczyk (Achilla) vortrefflich besetzt, aber sowohl die dürftige orchestrale Leistung der Mitglieder der Badische Staatskapelle unter der musikalischen Leitung von Michael Hofstetter - denen man der fehlenden Erfahrung halber nicht einmal Vorwürfe machen kann - als auch die wieder einmal "typisch" bildlastige Inszenierung von Peer Boysen, waren in keinster Weise festspieltauglich. Freilich hatte Boysen wieder viele und auch effektvolle Ideen, aber z. B. die Eins zu Eins Umsetzung von Texten in Bilder sowie seine unsäglichen Maschen mit wabbeligen Körpern und die Integration seiner Lieblingsschauspielerin Barbara de Koy (anstatt der zwei gestrichenen Rollen des Nireno und Curio) waren bisweilen unerträglich.
v.l. Nirenus / Curio (Barbara de Koy), Achillas (Armin Kolarczyk),
Gerade im direkten Vergleich mit seiner "La Resurrezione"-Produktion aus dem vergangenen Jahr - die trotz einiger überflüssigen Zutaten große Qualitäten offenbarte - wirkte dieser "Giulio Cesare" oberflächlich, rein auf Aktionismus und anbiedernde Unterhaltung ausgelegt und nur selten wirklich spannend und ergreifend. Vielversprechende Ansätze - wie das Theater auf dem Theater oder einige emotional fesselnde Augenblicke bei der Personenführung - verpufften schnell wieder im Dirndl- und Lederhosenstadl auf niedrigstem Niveau.
Eine eher "alberne" Unterhaltung für schlichte Gemüter mit nur bedingt festspieltauglicher musikalischer Wiedergabe. Wie man mit Weniger mehr erreichen kann, zeigte Igor Folwill im letzten Jahr bei den Göttingern Händel-Festspielen mit seiner Inszenierung des "Giulio Cesare". Aber nicht kopieren ist gefragt - weder andere noch sich selbst - sondern Sensibilität, Kreativität und Gestaltungskraft. Auch musikalisch blieb die Karlsruher Produktion (abgesehen von den Protagonisten) weit hinter der von Nicholas McGegan geleiteten Göttinger Aufführung zurück (s. OMM-Kritik: Göttinger Händel-Festspiele 2007). Mehr von den 31. Händel-Festspielen in KarlsruheIhre Meinung ? Schreiben Sie uns einen Leserbrief |
Produktionsteam
Musikalische Leitung
Regie und Ausstattung
Choreinstudierung
Dramaturgie
SolistenGiulio CesareFranco Fagioli
Cleopatra
Cornelia
Sesto
Tolomeo
Achilla
Nireno / Curio
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- Fine -