King Arthur Foto: Jens Schlüter
King Arthur
Foto: Jens Schlüter
King Arthur
Foto: Jens Schlüter
|
„King Arthur“ im Goethe-Theater
Bad Lauchstädt
Mit der Semi-Opera „King Arthur“ von Henry
Purcell wartete das Goethe-Theater Bad Lauchstädt mit einem ganz besonderen Schatz
des Musiktheaters auf. Möglich wurde dieses auf Grund der Tatsache, dass dieses
eine Gemeinschaftsproduktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters
Bad Lauchstädt, der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, der Festwochen
Herrenhausen, des Festivals Bayreuther Barock, des Festivals Kissinger
Winterzauber und des Theatre Royal Bury St Edmunds war.
„King Arthur“, auch „The British Worthy“
genannt, entstand nach einem Libretto von John Dryden, dessen Handlung auf
König Arthurs Schlachten zwischen den Sachsen und den Briten basiert und
Arthurs Versuche schildert, seine Verlobte, die blinde Prinzessin Emmeline von
Cornwall, zu retten, die von seinem Erzfeind, dem Sachsenkönig Oswald, entführt
wurde.
„King Arthur“ ist eine Semi-Oper, in der
Schauspiel und Oper eine perfekte Synthese eingehen. Dryden und Purcell schufen
damit im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesamtkunstwerk, in dem beide Genres zusammengeführt
werden und großartige Theatereffekte entstehen.
Dem entsprechend ist der
personelle Aufwand des Stückes enorm. Zunächst wird eine große Anzahl von
spielfreudigen Sängerdarstellern benötigt, die als Priesterinnen, Nymphen,
Waldgeister, Schäferinnen oder Wassernymphen die Bühne bevölkern. Hier waren es
Mitglieder der Capella Angelica, ein Vokalensemble,
das seit dem Jahr 2002 mit der Lautten Compagney Berlin von Wolfgang Katschner zusammenarbeitet.
Die Solopartien gestalteten Nicki Kennedy (Philidel u.a.), Stefanie
Wüst (Britania, Syrene u.a.), Alexandra Lachmann (Syrene u.a.), Gesine
Nowakowski (Cupid, She u.a.), Sean Clayton (Aurelius, Comus u.a.), Oliver
Uden (Priest Solo u.a.), Matthias Vieweg (He u.a.), Tobias
Müller-Kopp (Cold Genius, Aeolus u.a.) und Tye Maurice Thomas (Oswald
u.a.).
Die zentralen Rollen des „King
Arthur“ werden von Schauspielern verkörpert. Mit großem Engagement und
idiomatisch perfekt (englisch) deklamierend, sorgten Clayton Nemrow (Arthur), Laura Cameron (Emmeline),
Melissa Holroyd (Mathilda), Darren
Robert Smith (Osmond), Jesse Inman (Grimbald)
und Shaun Lawton als die Szene dominierender Merlin für große darstellerische
Momente.
Im schlichten, aber durch
viele Türen und Klappen sehr flexibel und variabel zu bespielenden Bühnenraum
und die einfachen Kostüme (Ausstattung: Kit Surrey) gelang Regisseur Colin Blumenau eine
fantasievolle und spannende Inszenierung, die durch Stoffbahnen und eine effektvolle
Lichtgestaltung auch ohne großen szenischen Aufwand auskam. Auch die
Personenführung und das Miteinander von Schauspielern und Sängern war
überzeugend, sodass zusammen mit Wolfgang Katschner und dem zupackend
musizierenden Barockorchester der Lautten Compagney Berlin ein wirklich
fesselnd gestaltetes Gesamtkunstwerk entstand.
Als Wiederaufnahme aus dem
letzten Jahr kam im Opernhaus Halle noch einmal die weniger fesselnde Produktion
von Händels „Admeto, Re di Tessaglia“ in
der Inszenierung von Axel Köhler zur Aufführung, die inzwischen auch auf DVD
erschienen ist (siehe OMM-Rezension).
|