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Klavier-Festival Ruhr 2005

14. Juli 2005
Stadthalle Mülheim
Theatersaal

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Klavier-Festival Ruhr
(Homepage)

Piano-Candy und viel Musik aus zweiter Hand

Von Markus Bruderreck

Beim Klavier-Festival Ruhr sind die Brüder Anthony und Joseph Paratore lange schon gern gesehene Gäste. (Vgl. die OMM-Kritik des Klavierabends im Bochumer Stadtpark-Restaurant im Juli 2000). Am Donnerstagabend bewiesen sie nun, dass ihre Konzerte immer noch zu den unterhaltsamsten im Programm des Festivals zählen. Am Ende fraß das Publikum in der trotz Sommerwetter gut besuchten Stadthalle den musizierenden Brüdern aus Boston gleichsam aus der Hand. Der Jubel und die Bravos galten vor allem den mit äußerster Spielfreude vorgetragenen, virtuosen Zugaben. Die „Paganini-Variationen“ von Witold Lutoslawski fanden sich darunter (die vor einigen Tagen noch in der Orchester-Version mit Katia und Marielle Labèque in der Essener Philharmonie zu hören waren, vgl die OMM-Kritik hierzu), ein „Piano-Rag“ von Dave Brubeck (den berühmten Jazzer hatten die Paratores 1998 auf dem Klavier-Festival kennen gelernt) und zum Schluss eine fulminant vorgetragene Eigenbearbeitung des Finales aus Saint-Saëns' „Karneval der Tiere“.

Transkriptionen, also Klavier-Bearbeitungen von Werken aller Art, sind eines der großen Themenkomplexe des diesjährigen Pianistentreffens. Fast in jedem Konzert finden sich hierzu Beispiele. Und die Paratores hatten Seltenes mitgebracht, Arrangements zweier Tondichtungen von Richard Strauss, „Don Juan“ und „Till Eulenspeigels lustige Streiche“, dazu die Straussche Walzerfolge aus dem „Rosenkavalier“ in der ganz und gar unprätentiösen Einrichtung von Viktor Babin. Man hat Anthony und Joseph Paratore einmal als das „beste Zwei-Mann-Orchester der Welt“ bezeichnet. Und in der Tat, sie sind nicht nur fein aufeinander abgestimmt, sondern musizieren auch stilvoll und passioniert. Die zarten, ruhigen Momente, etwa in der Walzerfolge, kosten sie aus und beweisen dazu einen untrüglichen Sinn für Form. In manchen, besonders dichten Passagen allerdings fehlt es hier und da etwas an Transparenz und Präzision. Das kann man aber bei soviel Musikalität und Formgefühl wirklich verzeihen.

Besonders gelungen und fein ausgehört: „Ma Mère l'Oye“, der Zyklus von Kinderstücken, von Maurice Ravel für die Sprösslinge seines polnischen Freundes Cyprian Godebski leicht gesetzt. Charmant, verträumt und empfindsam wurden sie von den Paratores interpretiert. Tschaikowskys „Nussknacker“-Suite, das Paradewerk des Jahresendes, als sommerliches Schlusstück des Konzertes? Warum nicht. Der zypriotische Pianist Nicolas Econoumu arrangierte es mit orchestralen Effekten, ließ aber auch zuweilen dem Charakter des Klavierstücks den Vorrang, wie die Miniatur-Ouvertüre bewies, die viel mehr war als nur abschnurrende Orchester-Imitation.



Die OMM-Rezensionen vom
Klavier-Festival Ruhr 2005



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© Klavier-Festival Ruhr

Anthony & Joseph Paratore
Klavier




Richard Strauss
Don Juan op. 20
(Transkription von Ludwig Thuille)
Der Rosenkavalier, Walzerfolge
(Transkription von Viktor Babin)
Till Eulenspiegels lustige Streiche
op. 28
(Transkription von Otto Singer)

Maurice Ravel
Ma Mère l'Oye
– Cinq Pieces Enfantines

Peter Iljitsch Tschaikowsky
Nussknacker-Suite op. 71a
(Transkription von Nicolas Econoumu)

Witold Lutoslawski
Variaitionen über ein Thema
von Paganini
(Fassung für 2 Klaviere ohne Orchester)

Dave Brubeck
„Piano Rag“ aus der „Jazz-Suite“

Camille Saint-Saëns
Finale aus „Der Karneval der Tiere“
(Einrichtung: Anthony & Joseph Paratore)


Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Klavier-Festival Ruhr
(Homepage)




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