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Händel-Festspiele in Halle 2005
2. bis 12. Juni 2004

Biblische Gestalten bei Händel



Die Produktionen im Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Von Gerhard Menzel
Homepage: Händel-Festspiele in Halle
Homepage: Goethe-Theater Bad Lauchstädt
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Amadigi  
Riccarda Wesseling (Amadigi)  
und Anna Fischer (Dardano)  
Foto: Jens Schlüter  

Für die Internationalen Händel-Festspiele in Halle bedeutete die Kooperation mit Bad Lauchstädt auch dieses Jahr wieder eine große Bereicherung. Nicht nur durch die bloße Existenz des herrlichen Goethe-Theaters und der attraktiven Kuranlagen, sondern vor allem durch die hohe Qualität der dort angebotenen Veranstaltungen. Das zeugt von besonders großer Kompetenz, sowohl in künstlerischer, als auch in organisatorischer Hinsicht.

Nach der herausragenden Teseo-Produktion von 2003, die letztes Jahr erneut auf dem Programm des Goethe-Theaters stand und glücklicherweise gerade als vorbildhafte DVD veröffentlicht wurde, folgte nun Händels Amadigi di Gaula (HWV 11). Die musikalische Leitung hatte wiederum der letztjährige Händel-Preisträger Wolfgang Katschner, der mit seiner LAUTTEN COMPAGNEY Berlin inzwischen schon ein Garant für musikalisch hochkarätige Aufführungen geworden ist. Seine hohe Musikalität und sein Gespür für das Wesentliche wirken überzeugend und nie aufgesetzt oder überzogen. Auch dieser Amadigi wirkte wie aus einem Guss.

Mit Maria Riccarda Wesseling in der Titelpartie (Amadigi) und Sharon Rostorf-Zamir als dessen "böse" Gegenspielerin (Melissa) waren die beiden "Stars" aus Teseo wieder mit von der Partie. Komplettiert wurde das Solistenquartett mit Ulrike Ludewig (Orianna), die als Verkörperung einer "Traumblondine" daherkam, und Anna Fischer (Dardano), die durch ihre extrem hysterische Art etwas verstörend wirkte. Ansonsten konzentrierte sich die Personenführung von Regisseur Rüdiger Pape auf die stringente Visualisierung der - für eine Barockoper selten - leicht überschaubaren Handlung (die fünfte Rolle, Orgando, wurde für diese Produktion gestrichen).

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Amadigi  
Riccarda Wesseling (Amadigi)  
und Sharon Rostorf-Zamir (Melissa)  
Foto: Jens Schlüter  
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Amadigi  
Ulrike Ludewig (Orianna) und  
Riccarda Wesseling (Amadigi)  
Foto: Jens Schlüter  

Die Ausstattung von Ursula N. Müller war schlicht kongenial. Der rein weiße Bühnenraum war mit seinen drehbaren Seitenkulissen ganz dem Charakter der Barockbühne verpflichtet. Die technisch sonst nur aufwendig zu bewerkstelligenden optischen Effekte dieser Zauberoper konnten so mittels bühnenfüllender Projektionen relativ einfach realisiert werden. Das war für diese Produktion ganz besonders wichtig, da sie – nach dem überwältigenden Erfolg des Teseo – wiederum auf Reisen ging. Immerhin war sie eine Gemeinschaftsproduktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, den Festwochen Hannover-Herrenhausen, dem Festival Bayreuther Barock und des Theatre Royal Bury St. Edmunds. Auch die Kostüme von Ursula N. Müller waren optimal auf die Protagonisten zugeschnitten und zeigten diese von deren bester Seite.

Rezension:
  • Teseo und die LAUTTEN COMPAGNEY Berlin auf DVD und CD
Surftip:
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Amadigi  
Riccarda Wesseling (Amadigi)  
Foto: Jens Schlüter  
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Ensemble Zefiro  
und Marta Almajano  
Foto: Gerhard Menzel  

Ein reines Konzertprogramm präsentierte das Ensemble Zefiro und die Sopranistin Marta Almajano im Goethe-Theater Bad Lauchstädt. Neben Vivaldis virtuosem und interessantem Concerto G-Dur für Oboe, Fagott und Streicher und Händels Concerto grosso op. 3 Nr. 4 F-Dur (HWV 315) und seiner Kantate „Ah! crudel, nel pianto mio“, standen vor allem Werken von nicht so bekannten Komponisten auf dem Programm. Dazu gehörten zwei Concerti von Alessandro Marcello und Giuseppe Antonio Brescianello, sowie die Kantate „Fugga l’ombra tenebrosa“ von Francesco Bartolomeo Conti.

Surftip:

Unter dem Titel "Caro amico amplesso !" fand im Goethe-Theater Bad Lauchstädt ein ganz besonderes und sehr ungewöhnliches Konzert statt. Der seit Jahren im Goethe-Theater bekannte und gefeierte Altus Johnny Maldonado war kurz nach den letztjährigen Händel-Festspielen schwer erkrankt, was auch sein fehlen bei der gerade in dieser Zeit entstandenen DVD des Teseo erklärt. Als Zeichen der engen Verbundenheit der Verantwortlichen des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt zu dem beliebten Puertorikaner und um die ihm entstandenen Kosten des langen Krankenhausaufenthalts zu reduzieren, wurde dieses Benefizkonzert mit in das Festspielprogramm aufgenommen.

Dass Johnny Maldonado inzwischen wieder bestens bei Stimme ist, bewies er nun zusammen mit seiner langjährigen Sopran-Kollegin Sharon Rostorf-Zamir. Mit Duetten und Arien aus Rinaldo, Flavio, Tamerlano, Scipone, Admeto, Giulio Cesare und Tolomeo präsentierten sie virtuose und ausdrucksstarke Stücke, die Händel für die Primadonna Francesca Cuzzoni und den Kastraten Senesino geschrieben hatte.

Wolfgang Katschner und die LAUTTEN COMPAGNEY Berlin, die ebenfalls schon lange mit den beiden Sängern zusammenarbeiten, waren ihnen ebenso sensible wie auch inspirierte und forsch musizierende Begleiter.
Schöner und effektiver kann man persönliche und künstlerische Verbundenheit nicht zum Ausdruck bringen. Bravo an alle Beteiligten und Verantwortlichen!

Surftips:
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Caro amico amplesso !  
Johnny Maldonado, Sharon Rostorf-Zamir,  
Wolfgang Katschner und die  
LAUTTEN COMPAGNEY Berlin  
Foto: Gerhard Menzel  
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La Resurrezione  
Christine Wolff, Ulrike Fulde,  
Britta Schwarz, Albrecht Sack,  
Gotthold Schwarz, Michael Schönheit  
und die Merseburger Hofmusik  
Foto: Gerhard Menzel  


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La Resurrezione  
Die Merseburger Hofmusik  
bei der Pausenmusik im Foyer  
Foto: Gerhard Menzel  

Auch der Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium La Resurrezione (HWV 47) im Goethe-Theater Bad Lauchstädt war ein überwältigender Erfolg beschieden. Die Solisten Christine Wolff (Angelo), Ulrike Fulde (Maddalena), Britta Schwarz (Cleofe), Albrecht Sack (Giovanni) und Gotthold Schwarz (Lucifero) bildeten ein in jeder Beziehung „werkgerechtes“ Ensemble, da die Stimmen und Timbres genau den jeweilig darzustellenden Personen entsprachen. Unter der engagierten Leitung von Michael Schönheit musizierte die Merseburger Hofmusik mit viel Schwung und Ausdrucksstärke, die die sehr variable und differenzierte Instrumentierung Händels dankenswerter Weise ohnehin schon vorgibt.
Wie zur Zeit Händels üblich, kamen als „Pausenfüller“ (in der Pause im Foyer und zu Beginn) auch Orgelkonzerte Händels zur Aufführung.

Mit diesem unterhaltsamen und musikalisch exzellenten Konzert fanden die vom Goethe-Theater Bad Lauchstädt verantworteten Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele in Halle einen glanzvollen Abschluss.

Surftips:



Da capo al Fine

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