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Veranstaltungen & Kritiken Musikfestspiele |
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Lucio Cornelio Silla
Von Gerhard Menzel
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Fotos von Jochen Klenk
Mit Ulrich Peters als Regisseur, dem Dirigenten Andreas Spering, den Deutschen Händel-Solisten und den Ausstattern Christian Floeren und Ute Frühling hatten sich für dieses, aus Händels frühester Londoner Schaffensphase stammende Werk, in Karlsruhe schon bekannte Interpreten zusammengetan. Eine große Herausforderung, ist doch eine Aufführung zu Händels Lebzeiten ist nicht gesichert bisher nur einige konzertante Aufführungen in den letzten zehn Jahren und eine kleinere szenische Produktion 1990 in Paris bekannt. Damit setzte das Badische Staatstheater Karlsruhe im Rahmen der Händelfestspiele die Reihe unbekannter Händelopern mit einer Deutschen Erstaufführung fort.
Charles Humphries als Silla
Ulrich Peters, der in Karlsruhe bereits die beiden Händelopern Rodelinda Berenice inszeniert hatte und Christian Floeren, der 2001 die Ausstattung für die Uraufführung von Franz Hummels Styx gestaltete, hatten versucht, dieses Machtspiel ohne Rücksicht auf Verluste, ins Gangstermilieu eines eines Al Capone zu verlegen. Anknüpfend an die Kostüme der Schwarzweiß-Ära des Films, kombiniert mit modernen Schwarzleder-Siztmöblen und einem, die Betonarchitektur des Kleinen Hauses weiterführenden Einheitsbühnenbildes, dominierte trotz allem ein in der Bühnenmitte postierter, riesiger antiker Gipskopf (der zeitweise durch Projektionen zu scheinbarem Leben erwachte) die Szene. Noch vor der Ouvertüre rezitierte eine Stimme aus dem Off die Verse Plutarchs, die Giocomo Rossi seinem Libretto von 1713 als Vorwort vorangestellt hat.
Die Handlung der Oper ist geprägt von Gewalt und unmoralischen Handlungen eines größenwahnsinnig gewordenen Machtfanatikers, der gleich mehreren fremden Frauen nachstellt, erpresst, mordet und selbst seinem engsten Freund (Lepido) in den Rücken fällt. Die für die Oper am Ende überraschende Wendung, in der der diktatorische Machthaber seine Taten bereut und alle öffentlichen Ämter aufgibt, findet in der Inszenierung von Ulrich Peters folgerichtig nicht statt.
Da allerdings Gangsterfilme anders funktionieren als Operninszenierungen (Ortswechsel, Kamerafahrten, schnelle Schnittsequenzen, etc.), musste dieser Ansatz fast zwangsläufig scheitern. Da halfen auch die Verschiebeaktionen der transparenten Frontwände nichts. Hinzu kamen die selbst auferlegte Begrenzung im Vokabular der Personenführung, bei der das ständige Herumgefuchtel mit Pistolen und Gewehren, im Hintergrund eingespielte Schießereien und das ständig wiederholte Bewegungsrepertoire, führten schon sehr bald zu Ermüdungserscheinungen, und das bei einem Drei-Stunden-Stück. Daran konnte auch Andreas Spering, der sich in den letzten Jahren mit seinen eindrucksvollen Dirigaten von Il trionfo dell`onore" / Der Triumph der Ehre, Flavio, Berenice und Die Plagen profilieren konnte, nichts ändern.
Auch die Solisten, die durch die Personenführung eher eingeengt schienen, konnten das Korsett des szenischen Konzepts nicht durch musikalisch Gestaltungskraft kompensieren. Am besten gelang das noch der phantastischen Sopranistin Johanna Stojkovic als Lepido. Zu den Höhepunkten des Abends gehörten vor allem die Szenen bzw. Duette mit Natalia Melnik, die ja eigentlich nicht im barocken Fach zu Hause ist, als Lepidos Frau Flavia. Susanne Cornelius (Metella), Ina Schlingensiepen (Celia), sowie die Countertenöre Gunther Schmid (Claudio) und vor allem Charles Humphries in der Titelpartie des Silla, hinterließen dagegen einen eher blassen Eindruck.
Der seit Jahren langweiligste Beitrag der Händel-Festspiele in Karlsruhe. Ihre Meinung ? Schreiben Sie uns einen Leserbrief |
ProduktionsteamMusikalische LeitungAndreas Spering
Regie und Ausstattung
Bühne
Kostüme
Solisten
Silla
Metella
Lepido
Flavia
Claudio
Celia
Il dio
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- Fine -