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Veranstaltungen & Kritiken Musikfestspiele |
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Ein wirkliches Traumpaar
Von Gerhard Menzel
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Fotos von Jochen Klenk
Auf den ersten Eindruck konnte es einem bei dieser Inszenierung von Michael Hampe ganz schön schwindelig werden. Carlo Tomasi, der für die gesamte Ausstattung der Produktion verantwortlich zeichnet, nutzte die Möglichkeiten der Karlsruher Drehbühne mit ihren individuell einsetzbaren Kreissegmenten voll aus. Vor blauen Hintergrund drehten sich die
weißen, bogenförmigen Mauer- und Säulenwände mit- und gegeneinander, öffneten oder schlossen den Bühnenraum in wenigen Sekunden und sorgten so für ständig wechselnde Szenarien, die durch Ausleuchtung und kleinere Versatzstücke ihre besondere Atmosphäre erhielten. Die Kostüme in den Farben
Weiß, Silbergrau und Schwarz unterstrichen die Strenge der optischen Komponente der Aufführung.
Die äußerliche Kälte der Szene füllte Michael Hampe mit einer lebhaften, klar differenzierten Charakterisierung der Personen. Während König Flavio (Ann Hallenberg), der Titelträger der Oper, schon vom Libretto her "blass" bleibt, stürzen die beider Väter, General Lotario (Edward Gauntt) und Minister Ugone (Klaus Schneider), ihre Kinder - Emilia bzw. Teodata und Guido - nur in
größte Schwierigkeiten. Hierbei wird das "komische" Paar Teodata-Vitige (Rosemara Ribeiro und Marianne Kienbaum) - sowohl
durch das prägnante Äußere, als auch durch ihre Stimmen so unterschiedlich wie Pat und Paterchon - dem "erhabenen" Paar Emilia-Guido kontrastreich gegenübergestellt. Isabel Bayrakdarian und Jonny Maldonado lassen von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie sich lieben und durch dick und dünn gehen werden, auch wenn die "Familienehre" ihr Glück und Leben beinahe zerstört hätte. Stimmlich wie darstellerisch bilden sie ein absolut glaubhaftes Traumpaar!
Jonny Maldonado hat dabei im Verlauf des letzten Jahres nicht nur am äußeren Erscheinungsbild gewonnen, sondern auch an vokaler und gestalterischer Überzeugungskraft. Ganz
außerordentliche Qualitäten besitzt Isabel Bayrakdarian, eine Kanadierin armenischer Abstammung, von der man (hoffentlich) noch viel hören wird; eine edle Gestalt in Ausdruck und Stimme, glaubwürdig und überzeugend!
Für die musikalische Gestaltung sorgte - wie auch in der Wiederaufnahme von Scarlattis Oper
Der Triumph der Ehre von den Händel-Festspielen 1999 - Andreas Spering. Er hat zweifellos die Gabe, bei jedem Werk das Wesentliche der Partitur zum klingen zu bringen. Die Deutschen Händel-Solisten spielten zwar nicht lupenrein, waren allerdings ein Garant für ein differenziertes und jederzeit präsentes Orchesterspiel. So wurde diese Produktion zu einem musikalischen Leckerbissen.
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ProduktionsteamMusikalische LeitungAndreas Spering
Inszenierung
Ausstattung
Dramaturgie und Redaktion der Übertitel
Solisten
Flavio, König der Longobarden
Guido, Sohn des Ugone
Emilia, Tochter des Lotario
Vitige, Geliebter der Teodata
Teodata, Tochter des Ugone
Ugone, Minister
Lotario, General
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- Fine -