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Gestik als eines der Grundprinzipien
der Gestaltung barocker Kunstwerke

Reinhold Kubik und Marit Legler
Zum Beitrag "Gestik als eines der Grundprinzipien der Gestaltung barocker Kunstwerke, dargestellt an Matthesons Das Lied des Lammes" beim Symposium der Internationalen Händel-Akademie Karlsruhe während der 21. Händel-Festspiele in Karlsruhe 1998.

Foto: Karlsruhe/Legler
Die szenische Realisation musikalischer Bühnenwerke aus der Zeit zwischen 1600 und 1800 ist von dem anerkannt hohen und erfolgreichen Niveau der musikalischen Aufführungspraxis noch weit entfernt. So selbstverständlich es geworden ist, Monteverdi, Händel oder Mozart auf Instrumenten und in der Spielweise der Zeit zu musizieren, so weit sind die szenischen Aufführungsgepflogenheiten von den Originalen entfernt. Im Gegenteil: Regisseure und Theaterkritiker erklären apodiktisch und unwidersprochen, daß man barockes Theater nicht in barockem Stik aufführen könnte, obwohl sie freilich noch nie barockes Schauspiel gesehen haben. Die heute üblichen Inszenierungen barocker Bühnenwerke spiegeln in erster Linie die Ratlosigkeit gegenüber einer völlig anderen Dramenästhetik; und anstatt sich um diese zu bemühen, werden Handlungen und Menschen gezeigt, die in unauflösbarem Widerspruch zur Musik stehen. Auf diese Weise wird dem interessierten Publikum, das keineswegs so unmündig ist, wie es gerne hingestellt wird, der unmittelbare Zugang zur Barockoper verwehrt.
Erst seit wenigen Jahrzehnten existiert eine fundierte Grundlagenforschung zur barocken Schauspiel- und Inszenierungskunst. Ihre wissenschaftliche Erkundung und Quellenforschung ist inzwischen so weit gediehen, daß die Ergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können.

Marit Legler hat die vergangene Schauspielkunst des Barock aus den Quellen erarbeitet. Gemeinsam mit dem Dirigenten und Musikwissenschaftler Reinhold Kubik veranstaltet sie regelmäßig Gestik-Workshops für Sänger, macht in Vorträgen und Demonstrationen mit dem Thema bekannt, und führt ihre begabtesten Studentinnen und Studenten zu Produktionen (zuletzt im Barocktheater des Benediktinerstiftes Lambach/Oberösterreich). Dabei hat sich gezeigt, daß die Schauspieltechniken des Barock als hervorragende Grundlage für jegliche musikdramatische Darstellungskunst dienen, da Sänger durch sie ein geschärftes Bewußtsein für Bewegungen und Stellungen erlangen.

Foto: Karlsruhe/Legler
Kontaktadresse für Informationen und über die nächsten Workshops und Kurse:

Margit Legler & Dr. Reinhold Kubik
Liechtensteinstraße 39/6
A - 1090 Wien

Tel.: Fax: +43 1 91 370 91
e-Mail: lazione-teatrale@chello.at
Homepage: http://members.chello.at/margit.legler/




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