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Agrippina

Dramma per musica in drei Akten HWV 6
von Georg Friedrich Händel
Libretto von Vincenzo Grimani

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am 5. Juni 1999
während der Händel-Festspiele in Halle 1999
im Opernhaus Halle

Gemeinschaftsproduktion des OPERNHAUSES HALLE
und der Direktion der Händel-Festspiele

Von Gerhard Menzel / Fotos von Gerd Kiermeyer




"Treppenpolitik"


Foto: Halle/Agrippina Foto 1:
Die "rotbedeckte" Treppe mit Janet Williams (Poppea)

Eine bühnenfüllende, weisse Treppe war für Fred Berndt das dominierende, optische Element für seine Bühnengestaltung, in der er auch selbst Regie führte. Mit schwarzen, zum Teil mit "Ornamenten" versehenen Stoffbahnen, die ab und zu aus dem Schnürboden herabgefahren kamen und wenigen anderen Requisiten, entwarf er einige - vor allem durch ein riesiges, die Treppe gänzlich bedecken könnendes rotes Tuch - sehr effektvolle Bilder. Die Kostüme von Regina Schill fügten sich dabei dem optischen Gesamtkonzept trefflich ein.

Foto: Halle/Agrippina Foto 2:
Lynda Lee (Agrippina) und Gregory Reinhart (Claudio)

Auf der "Treppe zum Erfolg" hatte die Titelheldin Agrippina dann alle Hände bzw. Sinne voll zu tun, ihren Sohn Nero auf den ersehnten Tron zu bekommen um endlich unabhängig von ihrem "überflüssigen" Gatten Claudius regieren zu können.

Die Personenführung von Fred Berndt blieb allerdings, auch den baulichen Gegebenheiten der Treppe wegen, oft gleichförmig, obwohl ihm auch so manche geglückte Szene gelang.

Dominierend war - wie auch schon in der Agrippina in Karlsruhe 1997 - die phantastisch Lynda Lee in der Titelpartie. Ihr nahm man die karrieresüchtige Mutter ohne Zweifel ab. Dagegen wirkte Gregory Reinhart als ihr etwas ältlicher Gatte und Kaiser doch recht einfältig.

Foto: Halle/Agrippina Foto 3:
Axel Köhler (Ottone) und Janet Williams (Poppea)

Etwas zu naiv erschien auch Janet Williams als Poppea, mit deren Hilfe schliesslich die ganzen Intrigen Agrippinas aufgedeckt wurden. Ihre stimmlichen und optischen Qualitäten wusste sie jedoch trefflich zu präsentieren.

Neben dem "frischgebackenen" Kammersänger Axel Köhler als etwas unglücklich betroffener Ottone, beeindruckte vor allem der Sopranist Robert Crowe, der als "verspielter" Nerone der Produktion eine besondere Note gab.

Foto: Halle/Agrippina Foto 4:
Robert Crowe (Nerone) und Janet Williams (Poppea)

Die übrigen Partiene waren mit Martin Kronthaler (Pallante), Ralf Popken (Narciso) und Seok Heon Ham (Lesbo) durchaus rollendeckend besetzt.

Dem Dirigenten Marcus Creed gelang mit dem Händelfestspielorchester des Opernhauses Halle zwar keine übermässig glanzvolle Interpretation von Händels Oper, aber zumindest eine für die diesjährigen Verhältnisse bestmögliche musikalische Wiedergabe, die vom Publikum auch zu Recht gewürdigt wurde.

FAZIT

Trotz mancher Einwände eine sehenswerte Produktion der Händel-Festspiele in Halle 1999.

Händel Festspiele in Halle - Logo

Musikalische Leitung
Marcus Creed

Inszenierung und Bühnenbild
Fred Berndt

Kostüme
Regina Schill

Choreinstudierung
Dietrich Schlegel


Solisten

Claudio, römischer Kaiser
Gregory Reinhart

Agrippina, seine Gemahlin
Lynda Lee

Nerone, Agrippinas Sohn aus erster Ehe
Robert Crowe

Poppea, vornehme Römerin
Janet Williams

Ottone, römischer Feldherr
Axel Köhler,

Pallante, Höfling
Martin Kronthaler

Narciso, Höfling
Ralf Popken

Lesbo, Diener des Claudio
Seok Heon Ham


Statisterie des Opernhauses Halle

Chor des Opernhauses Halle

Händelfestspielorchester
des Opernhauses Halle



Foto: Halle/Agrippina

Foto 5:
Szenenbild mit Ensemble und Orchester






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