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Agrippina
Dramma per musica in drei Akten HWV 6
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Gemeinschaftsproduktion des OPERNHAUSES HALLE
Von Gerhard Menzel
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Fotos von Gerd Kiermeyer
"Treppenpolitik"
Eine bühnenfüllende, weisse Treppe war für Fred Berndt das dominierende, optische Element für seine Bühnengestaltung, in der er auch selbst Regie führte. Mit schwarzen, zum Teil mit "Ornamenten" versehenen Stoffbahnen, die ab und zu aus dem Schnürboden herabgefahren kamen und wenigen anderen Requisiten, entwarf er einige - vor allem durch ein riesiges, die Treppe gänzlich bedecken könnendes rotes Tuch - sehr effektvolle Bilder. Die Kostüme von Regina Schill fügten sich dabei dem optischen Gesamtkonzept trefflich ein.
Auf der "Treppe zum Erfolg" hatte die Titelheldin Agrippina dann alle Hände bzw. Sinne voll zu tun, ihren Sohn Nero auf den ersehnten Tron zu bekommen um endlich unabhängig von ihrem "überflüssigen" Gatten Claudius regieren zu können. Die Personenführung von Fred Berndt blieb allerdings, auch den baulichen Gegebenheiten der Treppe wegen, oft gleichförmig, obwohl ihm auch so manche geglückte Szene gelang. Dominierend war - wie auch schon in der Agrippina in Karlsruhe 1997 - die phantastisch Lynda Lee in der Titelpartie. Ihr nahm man die karrieresüchtige Mutter ohne Zweifel ab. Dagegen wirkte Gregory Reinhart als ihr etwas ältlicher Gatte und Kaiser doch recht einfältig.
Etwas zu naiv erschien auch Janet Williams als Poppea, mit deren Hilfe schliesslich die ganzen Intrigen Agrippinas aufgedeckt wurden. Ihre stimmlichen und optischen Qualitäten wusste sie jedoch trefflich zu präsentieren. Neben dem "frischgebackenen" Kammersänger Axel Köhler als etwas unglücklich betroffener Ottone, beeindruckte vor allem der Sopranist Robert Crowe, der als "verspielter" Nerone der Produktion eine besondere Note gab.
Die übrigen Partiene waren mit Martin Kronthaler (Pallante), Ralf Popken (Narciso) und Seok Heon Ham (Lesbo) durchaus rollendeckend besetzt.
Dem Dirigenten Marcus Creed gelang mit dem Händelfestspielorchester des Opernhauses Halle zwar keine übermässig glanzvolle Interpretation von Händels Oper, aber zumindest eine für die diesjährigen Verhältnisse bestmögliche musikalische Wiedergabe, die vom Publikum auch zu Recht gewürdigt wurde.
Trotz mancher Einwände eine sehenswerte Produktion der Händel-Festspiele in Halle 1999. |
Musikalische Leitung Marcus Creed
Inszenierung und Bühnenbild
Kostüme
Choreinstudierung
SolistenClaudio, römischer KaiserGregory Reinhart
Agrippina, seine Gemahlin
Nerone, Agrippinas Sohn aus erster Ehe
Poppea, vornehme Römerin
Ottone, römischer Feldherr
Pallante, Höfling
Narciso, Höfling
Lesbo, Diener des Claudio
Chor des Opernhauses Halle
Händelfestspielorchester
Foto 5: Szenenbild mit Ensemble und Orchester
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