OMM-Forum
Archiv 2004 - 2005
27.12.2005 (zu unserer Buch-Besprechung von Die goldene Ära der Big Bands)
Sehr geehrter Herr Becker,
Ihrer Beurteilung dieses Buches kann ich nur voll und ganz zustimmen - es gibt nichts besseres auf dem Markt. Ich besitze die Amerikanische Originalausgabe schon seit Anfang der 70er Jahre und es ist immer wieder ein Vergnügen, in dem Buch zu blättern und Erinnerungen an die Zeit der Big Bands aufkommen zu lassen. Besonders wenn man wie ich viele der besten und bekanntesten Bands noch live erleben durfte. Z.B. im Rahmen der früheren Norman Granz "Jazz at the Philharmonic"-Tourneen. Ich habe das Buch zwischenzeitlich Engelbert Wrobel vermacht und mir im Handel die Deutsche Ausgabe bestellt.
Keep swinging,
Ihr Peter Bornemann
Remscheid
N.B.: Bei der ISBN-Nr. ist offensichtlich ein Irrtum aufgetreten - ebenso bei der Preisangabe. Das Buch kostet ca. 35,00 Euro.
pbornemann@freenet.de
26.12.2005 (zu unserer Besprechung von Das Weihnachtsoratorium in Baden-Baden
Der Besprechung von Herrn Wurzel kann man voll und ganz zustimmen. Es war eines jener seltenen Ereignisse, bei dem die Schwelle zwischen Ausführenden und Zuhörenden aufgehoben war, so unmittelbar und zu Herzen gehend war die Darbietung. Wer dabei war, hat den Sinn des Weihnachtsfestes wirklich erlebt.
Günther Erb
guenther.erb@freenet.de
22.12.2005
zu Hänsel und Gretel in Köln
Als wir in die Pause gingen, war ich von der ganzen Inszenierung trotz mancher überflüssiger Aktionen noch sehr begeistert, bis dahin eine höchst kreative und begeisternde Aufführung! Aber dann!!! Der zweite Teil entpuppte sich als eine einzige Verirrung der Regie! Wie soll man unseren Kindern denn begreiflich machen, dass die Hexe, die sie seit kleinauf kennen, in Wirklichkeit die Mutter der Kinder ist, und dass auch noch der Vater beim Hexenritt mitmischt? Dies widerspricht nicht nur eindeutig dem Märchen (und der Oper), sondern zerstört unseren Kindern eine der schönsten und mystischsten Geschichten aus ihrem Kinderleben! Als Opernbesucher werden wir nicht einmal vorgewarnt. Seit sechs Jahren erzähle ich meinem Sohn nun dieses Märchen, viermal hat er die Oper schon anderswo gesehen, und jetzt das? Wer kommt für diesen psychologischen Schaden auf?
Und für uns Erwachsene? Haben wir es wirklich nötig, aus dem Märchen "Hänsel und Gretel" plötzlich ein tiefenpsychologisches Drama zu machen. Soll hinter der Mystik der Hexengestalt tatsächlich ein sadistisches Elternpaar stehen? Was will man denn mit derartigen an den Haaren herbeigezogenen Aussagen bezwecken, wenn nicht nur Gesprächsstoff als Selbstzweck schaffen. Hier drängt die Eitelkeit des Regisseurs Peter Rose allzu deutlich hervor... Und obendrein muss die arme Mutter der Kinder noch die Hexenrolle singen, was ihr auch rein stimmlich nicht gelingt!
Es war sehr traurig, dass wir diese so kreativ begonnene Aufführung in einer solchen Verballhornung enden sehen mussten. Ich ärgere mich wirklich über die 150 Euro, die ich für diese Verunglimpfung des Werks in Form von Tickets gezahlt habe. Schade für die Künstler, besonders für die Darsteller von Hänsel und Gretel und das an sich gute Orchester. So schafft man bestimmt keine neuen Opernfans!
Rudolf-Matthias Hübner, Pulheim
angelikarudolf.huebner@t-online.de
3.12.2005
Wenn Ich Odysseus wäre, dann wäre Katie Melua eine Sirene. Eine wirklich einzigartige Stimme, die einen nicht mehr loslässt.
Hugo Paci
h.paci@ultraweb.ch
21.11.2005 (zu unserer Besprechung von Les Troyens in Düsseldorf)
Sehr geehrter Herr Thomas Tillmann,
I read with a great interest your article about "Troyen". I just would like to talk about the singers. I was to the premiere and I'm totally agree with you. But yesterday, I went again to listen them and the difference is so big that I decided to invite you to go one more time to listen them.
Enée catch all his high note! He was totally relax, not screming any more as he did before! The voice found a smaller focus and the text was really at the first place in his vocal line. Iopas had clap and "bravo" from the audience after his nice aria! Unbelivable if you heard him in the premiere!! Isn't it? Narbal was twice bigger in his acting and in his voice! Hylas was the same good as you said. Jeanne was better in her medium register, wich on premiere was really a big problem: she was good in the low and high register but no sound in the middle.
Well, I think that it can be very nice if there will be an article for the last as for the premiere! Voice and people improve but a article stay as it is. So please Mr. Tillmann go again and hear by yourself !
Patrick Boulet, a french fan of opera in Düsseldorf.
dosolsido@hotmail.com
20.11.2005
Von der Krasteva bin ich hingerissen, nicht nur ihres traumhaften Timbres wegen, sondern auch wegen der unendlich warmen "promesse de bonheur", die sich hinter dieser Stimme auftut!
Dr. Felix Belussi, Basel
felix.belussi@gmx.ch
13.11.2005
liebe musikfreunde!
ich bin studentin der psychologie und möchte in meiner diplomarbeit gerne über den sehr selten gehörten "faust szenen" in bezug auf schumann's Krankheit schreiben. da ich aber selbst nur wenig über diesen faust weiß, würde ich mich freuen, wenn ein kundiger musikliebhaber mir etwas helfen könnte.
herzlichst grüsst
anna theresia briburg
abriburg@edu.uni-klu.ac.at
11.11.2005
Hallo Jungs,
bin Alfons Gaisbauer vom Rundfunk Orchester. Ihr seid eine super Truppe. Habt ihr Interesse an einer Kruspe Tuba von 1908, messing lackiert und sehr gut restauriert. 6 Ventile, 4/2 und kleine Stürze. Spielt sich wie eine Barition.
Bei Interesse 0171-5790924 anrufen oder Alphorn.de oder PR-BigBand.de
Gruß, Alfons
AG7883@aol.com
7.11.2005 (zu unserer CD-SammelBesprechung Live-Goodies jenseits der ausgefahrenen Pfade: ELEKTRA mit Gladys Kuchta
Sehr geehrter Herr Tillmann,
die von Ihnen angesprochene ELEKTRA ist der - fast fertige - Soundtrack zu einer NDR/Studio Hamburg/Polyphon-TV-Produktion. Die mir bekannten Daten hierzu lauten:
Soundtrack zum Fernsehfilm "ELEKTRA": © 1967; Filmaufnahmen im Studio Hamburg GmbH: © 1968. Eine Rolf-Liebermann-Produktion der POLYPHON Film- und Fernsehgesellschaft mbH, Hamburg für den NDR (Sendung: 21.11.1968) nach einer Joachim-Hess-Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper, Ton: Günter Bock und Martin Brackhahn. Tonformat: mono.
Leider liegen der Ihnen zugänglichen CD-Veröffentlichung nicht die Originalbänder zugrunde, sondern eine LP-Pressung; zumal keine besonders gute. Da ich Frau Kuchta persönlich kannte, hatte ich Gelegenheit, an ein solches Band zu gelangen. Daraus habe ich mir dann über WaveLab eine Doppel-CD gefertigt, die zudem einiges Bildmaterial über die TV-Produktion enthält.
Die von Ihnen angesprochene FIDELIO-Produktion hat folgende Daten:
Recorded in 1965, LP-Nr.: HB 73005 stereo, © 1966 by The Elektra Corporation, all rights reserved; © 2005 CD-Transcription and Remastering
Die von mir seinerzeit erarbeitete Biografie lautet:
Kammersängerin Gladys Kuchta wurde am 16. Juni 1915 als Tochter polnischer Einwanderer in Chicopee/Massachusetts (USA) geboren. Ihre Ausbildung führte sie über die Columbia Universität zur Julliard-School, wo sie innerhalb des Studiums erstmals die Leonore in FIDELIO mit großem Erfolg sang. Es folgte ein Fulbright-Stipendium, das sie nach Italien führte, wo Mailand und Florenz ihre Stationen waren. Im Chor sang sie unter Arturo Toscanini Verdis Messa da Requiem, in Florenz war 1951 die Elvira in DON GIOVANNI ihr Debüt.
Das erste Engagement in Deutschland war 1953 Flensburg, 1954 folgten Kassel, danach Frankfurt/Main, wo Gladys Kuchta unter der Leitung von Georg Solti u.a. die Chrysothemis in ELEKTRA von Richard Strauss sang; die Titelpartie folgte 1961 in Berlin. Seit 1958 gehörte Gladys Kuchta zu den Hauptstützen des Ensembles der DEUTSCHEN OPER.
Von hier aus gastierte Gladys Kuchta an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt, u.a. ab 1960 für 9 Spielzeiten an der METROPOLITAN OPERA, New York (Chrysothemis, Aida, Senta, Sieglinde, Brünhilde). Sie sang 1964 unter Herbert von Karajan in dessen letzter Vorstellung an der Wiener Staatsoper die Färberin in DIE FRAU OHNE SCHATTEN; diese Partie verkörperte sie im gleichen Jahr unter Karl Böhm in Berlin, später in Hamburg, Stuttgart, London, San Francisco und Paris. 1968 und 1969 war Gladys Kuchta Mitglied des Ensembles der Bayreuther Festspiele, wo sie als Brünhilde in der GÖTTERDÄMMERUNG unter Lorin Maazel und als ISOLDE unter Karl Böhm zu hören war.
Die ELEKTRA verkörperte Gladys Kuchta bei mehr als 70 Vorstellungen in Hamburg, Wien, Buenos Aires, New York und natürlich Berlin. Dass Gladys Kuchta für die erste Farb-TV-Produktion einer Oper in Deutschland als Titelheldin von Strauss' ELEKTRA ausgewählt wurde, spricht für die weltweite Anerkennung, die sie sich mit der Interpretation dieser anspruchsvollen Rolle erworben hatte.
Mit einer umjubelten Aufführung von TRISTAN UND ISOLDE verabschiedete sich Gladys Kuchta am Tag nach ihrem 60. Geburtstag, also am 17. Juni 1975, von der Deutschen Oper Berlin im Besonderen, und von der Bühne generell. Mehrere Angebote zu einem Wechsel ins Charakterfach nahm die Sängerin zu Gunsten ihres Privatlebens nicht an. Schon während der letzten Jahre ihrer Karriere unterrichtete sie an der Folkwang-Hochschule Essen und privat. Am 7. Oktober 1998 verstarb Gladys Kuchta im 84sten Lebensjahr in Hamburg.
Bedauerlich ist, dass die Schallplattenindustrie fast völlig die Maßstäbe setzenden Interpretationen von Gladys Kuchta ignorierte. Lediglich diese Gesamtaufnahme des FIDELIO wurde 1965 unter Carl Bamberger mit Chor und Sinfonieorchester des NDR, Hamburg für die TONO-Produktion, Zürich aufgezeichnet. Die Doppel-LP (nonesuch HB-73005) war jedoch nur in den USA und Kanada erhältlich; eine CD-Wiederveröffentlichung ist zur Zeit (2005) leider nicht geplant. Ein deutscher Querschnitt von Offenbach's HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (DGG 445062-2) zeigt Gladys Kuchta als Giuletta neben Sandor Konya, jedoch genau so wenig repräsentativ wie ein Mitschnitt der Uraufführung von Mauricio Kagel's STAATSTHEATER (DGG 2 707 060 LP) aus Hamburg von April 1971. Eine 1999 erschienene CD-Veröffentlichung gibt die Generalprobe zur Wiener DIE FRAU OHNE SCHATTEN unter Karajan von 1964 wieder (I.M.C. MUSIC Ltd., GL 100.607). Die Rundfunkarchive sind - wenn auch unzugänglich - ergiebiger: der Bayerische Rundfunk verfügt über die Aufzeichnungen der Götterdämmerung vom 3. August 1968 wie auch vom 3. August 1969 aus dem Festspielhaus Bayreuth; im Archiv des RIAS, heute Deutschlandradio Kultur, Berlin, findet man die ARIADNE-, FIDELIO- (14.4.1961) und Santuzza-Arie (deutsch) vom 18.10.1960, RSO-Berlin, Ltg.: Fried Walter; ferner Mitschnitte der Premieren MACBETH (29.09.1963), DIE FRAU OHNE SCHATTEN (8.2.1964) und TURANDOT (6.2.1965) aus dem Hause der Deutschen Oper Berlin.
Überspielung, Remastering, Texte und Layout: Rainer Großimlinghaus © 06/2005 Kleinmachnow bei Berlin.
Herzliche Grüße,
Rainer Großimlinghaus
rainer.grossimlinghaus@gmx.de
7.11.2005 (zu unserer Besprechung von Orlando in Essen)
Hallo Herr Menzel,
wir waren gestern im Orlando und sind von Ihrer Kritik absolut begeistert. Vielen Dank! Insbesondere "Hard-Core-Händel" trifft den Nagel voll auf den Kopf! Verständlich, dass Teile des eher konservativen Publikums nach der Pause abwanderten. Schade, die Musiker/innen haben diese Primitivität in der Tat nicht verdient! Dennoch ein unterhaltsamer Abend...
Viele Grüße,
Dietmar Schruck
schruck@arcor.de
2.11.2005 (zu unserer Besprechung von La forza del destino in Mannheim)
Sehr geehrter Herr Tillmann,
es muss ja nicht immer so sein, dass sich die Meinungen der Kritikprofis mit denen der zahlenden Zuschauer decken. Ihrer Kritik der "Macht des Schicksals" in Mannheim ist aber - leider - nicht zu widersprechen. Ich hatte am gestrigen Nachmittag die Möglichkeit, mir diese Arbeit von Peter Oskarson anzusehen. Hatte ich noch gedacht, nach dem ausgeborgten Züricher "Don Carlo" in der letzten Spielzeit ginge es nicht noch grausamer, muss ich feststellen: doch, es geht!
Ich habe selten eine Inszenierung gesehen, die so unmotiviert alles mögliche an Plunder auf die Bühne bringt, eigentlich von der Personenführung eine konzertante Aufführung sein sollte und so sterbenslangweilig daher kommt, dass man sich nach dem Tod von Leonoras Vater eigentlich wünscht, die Oper wäre jetzt zu Ende. Wäre die Musik nicht gewesen, hätte man die restliche Oper gut verschlafen können.
Nachdem Herr Oskarson in der Einführungsmatinee schon Entwarnung gegeben hatte, er würde die Zuschauer von den reichlich vorhandenen Greueltaten des Stückes auf der Bühne verschonen, hätte man gewarnt sein müssen. Wie merkte doch Herr Kehr in der Vorstellung der Premieren anlässlich des Abonenntentages an "... Sie wird den Kritikern nicht gefallen (gemeint war die zu diesem Zeitpunkt bereits stattgefundene A-Premiere)". Mir als zahlendem Publikum hat es das allerdings auch nicht!
Bleibt zu hoffen, dass es die nachfolgenden Regieverantwortlichen besser können!
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Krick
Dietmar.Krick@gmx.de
23.10.2005 (zu unserer Besprechung von Orpheus in der Unterwelt in Köln)
Lieber Herr Schmöe!
In Ihrem Bericht erwähnen sie die diesen Antwerpes - ehemaliger Regierungspräsident von Köln. Möchte nur kurz einige seiner "Großtaten" zur Information Ihrer Leser ergänzen, dann wird auch ersichtlich, wieso dieser obskure Herr schon beim Erscheinen auf der Bühne so ausgebuht wurde.
Herr A. versuchte (vergeblich!) der Kölner Oper am Karfreitag die Aufführung von Wagners PARSIFAL zu verbieten, während seine Gattin aber gleichzeitig an diesem heiligen Datum einen Hip-hopp Transwessi-Unterhaltungsabend öffentlich veranstaltete. Auf Reporteranfragen, ob der denn den Inhalt von PARSIFAL kenne, reagierte er dann unwissend und beleidigt.
Der noble Herr A. mit seinem knappen RP-Gehalt von guten 10.000 Euro, bewohnte eine Villa in einem der nobelsten Kölner Wohnviertel für eine Miete, die erheblich unter der aller anderen Kölner Sozialwohnungen lag. Die ihm unterstellen Behörden bestätigten später, dass Herr A. eine völlig korrekte Miete bezahlte. Daraufhin stellten einige hundert Kölner Sozialhilfeempfänger und Sozialmietenbewohner Anträge ihre Miete auch auf dieses Niveau zu senken - was natürlich abgelehnt wurde und vom Herrn A. später als "unverschämt" bezeichnet wurde.
Kritiker titulierte der ansonsten stets noble Herr in einem öffentlichen WDR-Interview als wörtlich "das sind so große Arschlöcher, dass man da mit einem Lastwagen durchfahren kann..."
Noch mehr? Lieber nicht.
Herzliche Grüße,
Ihr Bericht spricht vielen Kölnern aus dem Herzen.
Danke. Beate O.
BeateOuzo@aol.com
15.10.2005 (zu unserer Besprechung von Un ballo in maschera in Frankfurt)
Sehr geehrter Herr Tilmann.
Mit großer Freude und Genugtuung habe ich Ihre Rezension über den
Frankfurter "Maskenball" gelesen. In der Premiere zweifelte ich schon ob des
allgemeinen Jubels über die Sänger an meinen Sinnen, allein, nun weiß ich, dass dafür kein Anlass besteht: Sie haben die Leistungen von Dussmann, Ryberg und Vratogna exakt so beschrieben, wie ich es auch selbst empfunden habe.
Solch differenzierte Beurteilung, die sich nicht einfach blind bzw. taub in
allgemeinen Lobgesang einstimmt, würde ich gerne öfters, vor allem in den Tageszeitungen lesen.
Herzliche Grüße
Thorsten Weihrauch, Frankfurt
Thorsten36@gmx.de
12.10.2005 (zu unserer Besprechung des Farewell-Konzertes von Luciano Pavarotti in Düsseldorf)
Wenn ich mich an den Abend erinnere, muss ich zugeben, dass der Rahmen dafür (Messehalle-D'dorf) eher nicht zu dem gewohnten Bild passte, einem Konzert den entsprechenden Rahmen zu geben - sei es die "luxuriöse Sitzgelegenheit oder das Catering", das zu wünschen übrig ließ - vom Preis für die besten Sitzplätze ganz zu schweigen.
Was aber viel wichtiger ist, ich finde wir alle ob "Kenner der Szene" oder durchaus auch der Laie, sollte den Tenor, der viele Jahrzehnte so viele Menschen in der ganzen Welt glücklich und begeistert hat, nicht jetzt "auseinander nehmen", nur weil er nicht mehr die Klasse wie zu seinen besten Zeiten hat.
Denn eines ist sicher: Kritik zu üben ist einfacher, als selbst etwas so Einzigartiges zu vollbringen wie es Luciano Pavarotti lange Zeit getan hat und jetzt immer noch versucht in seiner Präsenz anderen zu Helfen einen erfolgreichen Weg zu beschreiten - Ihm, dem "Maestro" gebührt Respekt für seine Leistung und Menschlichkeit, gerade jetzt in dieser egoistischen und kommerziellen Welt in der wir noch leben dürfen!
Augurri e comple anno!
Lupo Thieme
D'dorf - Ratingen
LupoTHIEME@web.de
12.10.2005
Hallo,
bei uns im Mainzer Theater wurde "Elias" komponiert von
Mendelsohn B. aufgeführt. Hat der Text des Elias mit der Schrift von F.W. Krummacher "Elias der Thisbiter" zu tun? Falls Sie darüber etwas wissen, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Lachner, Mainz
Elach98@aol.com
10.10.2005 (zu unserer Besprechung der "Festlichen Eröffnungs-Operngala" in Mannheim)
Lieber Herr Tillmann,
gerade lese ich Ihre niederschmetternde Beurteilung der Sopranistin Luana de
Vol anlässlich ihres Auftrittes bei der 1. Mannheimer Operngala in der
gerade beginnenden Spielzeit. Da ich dieses Konzert nicht besucht habe, kann
ich Ihren Ausführungen also weder zustimmen noch widersprechen. Trotzdem
schreibe ich Ihnen, weil ich Ihnen sagen möchte, dass ich mich grundsätzlich darüber freue, wenn gesangliche Leistungen nicht - wie häufig zu lesen - mit einem einzigen (oft nichtssagenden) Adjektiv, sondern so ausführlich beschrieben werden, wie Sie das getan haben. Es bleibt zu hoffen, dass auch besonders erfreuliche Sangesleistungen in gleichem Umfang gewürdigt werden.
Luana de Vol hörte ich übrigens nur ein einziges Mal in einer der von Ihnen angeführten "Frau ohne Schatten"-Vorstellungen Ende der achtziger Jahre in Mannheim. Damals sang sie sehr gut, wurde jedoch für mein Empfinden von
Brenda Roberts, die die Färberin sang, an Klangschönheit, Volumen,
dramatischer Verve und Ausstrahlung noch übertroffen. Frau Roberts hörte ich in diesem Jahr in einer Operngala in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle und konnte mich davon überzeugen, dass ihre Stimme noch vollkommen intakt ist. Es ist für mich unverständlich, warum man sie trotz international großer Erfolge auf der Opernbühne schon lange nicht mehr erleben durfte.
Überhaupt wundert es mich immer wieder, dass manche Sängerinnen und Sänger mit weit überdurchschnittlichen Leistungen keine ihrem Können entsprechende Engagements bekommen, während an anderen Künstlern - vermutlich wegen ihres geldwerten Bekanntheitsgrades - so lange wie möglich festgehalten wird, auch wenn die stimmlichen Leistungen dies nicht rechtfertigen. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, aber in nun etwa 30 Theaterjahren habe ich schon manche herbe Enttäuschung mit "großen Namen" erlebt und war andererseits begeistert von grandiosen Stimmen, die die ganz große Karriere, die sie verdient hätten, (noch) nicht gemacht haben. Man hat das Gefühl, auch im Opernmetier ist es wie in vielen anderen Lebensbereichen so, dass Können allein nicht ausreicht. Möglicherweise ist es noch wichtiger, die richtigen Leute zu kennen, um den Weg nach oben zu schaffen.
Eigentlich sollte man doch annehmen, dass gute Stimmen "automatisch" entdeckt werden. Reisen Intendanten und Operndirektoren nicht mehr selbst durch die Lande, um gute Stimmen zu suchen, sondern verlassen sich lieber auf Agenturen oder
Vorsingen? Ich könnte mir auch vorstellen, dass Agenten - warum auch immer -
ihre "Lieblinge" haben und diese auf Kosten anderer ins Geschäft bringen.
Oder liegt es daran, dass in Zeiten der (auch seitens der meisten Kritiker
zu beobachtenden) Konzentration auf die Regie einer Aufführung Sänger
engagiert werden, wenn sie vom körperlichen Typus her ins Konzept passen,
auch wenn andere die bessere Stimme für die Rolle haben? Ich kann nur immer
wieder sagen: Oper lebt von STIMMEN. Ich reise nie wegen einer Inszenierung
in andere Städte, sondern immer nur um bestimmte Sängerinnen oder Sänger zu hören (demnächst zum Beispiel wegen Stefanie Krahnenfeld zu "Hoffmanns Erzählungen" nach Braunschweig).
Geben Sie als Kritiker den gesanglichen Leistungen den ihnen gebührenden Raum. Sie, Herr Tillmann, tun dies offensichtlich. Dafür meinen Dank! Ermuntern Sie bitte auch Ihre Kollegen dazu!
Mit freundlichen Grüßen,
Erwin Altmeier
kontakt@erwin-altmeier.de
6.10.2005 (zu unserer Besprechung von La Traviata in Wuppertal)
Sehr geehrter Herr Menzel,
wir lesen immer mit großem Interesse die Kritiken ihres interessanten Online Musik Magazins. Am 15.1.2005 hatte der Rezensent Frank Becker zur "Fledermaus" über die Rosalinde geschrieben: "...mit der überrragenden, strahlenden Katerina Sokolova-Rauer" .
Nunmehr haben wir Frau Sokolova-Rauer in der B-Premiere der "Traviata" als Violetta gehört. Wir sind deswegen extra aus Augsburg angereist - es hat sich gelohnt! Schade nur, dass die B-Premiere von der Kritik nicht mehr besprochen worden ist. Denn die Sopranistin war wieder der "überragende und strahlende" Mittelpunkt der Aufführung. Es wäre bedauerlich, wenn dieses musikalische Erlebnis nicht mit einem einzigen Wort gewürdigt wird.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar & Elmar Kutscher
kutscher.dagmar@t-online.de
5.10.2005 (zu unserer Besprechung von Der Freischütz in Krefeld)
Auch wir haben die Premiere des Freischütz in Krefeld besucht und
waren uns insgesamt nicht nur einig sondern auch überglücklich mit
dieser Produktion; besonders mit der gesanglichen und darstellerischen
Darbietung der Hauptprotagonisten (Julia Borchert, Roman Sadnik ), die
wirklich exzellent und auf sehr hohem Niveau sangen; denn was nützt mir
schon der Schöngesang allein, wenn weder Persönlichkeit noch Charakter
der Figuren wiedergegeben werden; und dies war hier wunderbar vereint;
man konnte die Seelenqualen von Agathe und Max richtig miterleben...
wunderbar; werden die Aufführung zu einem späteren Termin sicherlich
nochmals besuchen, aber auf jeden Fall weiterempfehlen.
"giardino"
giardino@gmx.at
29.9.2005 (zu unserer Besprechung der CD Rainer-Schnelle-Trio + Ulli Baum: Joy and Spirit )
Kompliment, Herr Becker !!
Da haben Sie es aber dem doch inzwischen recht erfolgreichen Jazzmusiker
ULLI BAUM gegeben. Ungeachtet formidabler Konzerte, umjubelter Auftritte
und sehr guter Kritiken regen Sie an, er solle denn doch das Singen besser
bleiben lassen, bis er einen richtigen Ton treffe. da möge doch lieber
ein "Kritiker " Becker das Schreiben besser bleiben lassen, bis er gelernt
hat, persönliche Schmähungen von konstruktiver Kritik zu trennen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich lese gerne und mit Begeisterung
Kritiken, die nicht so ganz sanft mit den Protagonisten umgehen - so sie
sich allerdings darin erschöpfen, ohne von sachlichem Gehalt getrübt zu
sein, den oder die Künstler persönlich zu verhöhnen (auf welchem Hintergrund auch immer) bleibt ein mehr als schaler Geschmack zurück. JAJA, die Meinungsfreiheit. Natürlich DARF DER DAS... aber TIPP: Nicht abschrecken lassen - macht Euch selbst ein Bild. Ich habs getan UND: Glaubt mir, er kanns UND: es lohnt sich!!!
Grüße
Harald Schneider
harald09@yahoo.de
27.9.2005 (zu unserer Besprechung von Guilleaume Tell in Gelsenkirchen )
Sehr geehrter Herr Tillmann,
wie kommt es nur, dass ich beim Lesen der Kritik genau die "arrogante Milde"
verspüre, die Sie im Fazit als überflüssig anführen. Wie sonst soll man Äußerungen wie "anständige Leistungen", "schlagen sich tapfer", "durchaus gefühlvoll", "natürlich zu wenig Stimme" oder "darstellerisch bemüht" verstehen?
Auch wenn Ihr Fazit insgesamt positiv ist, liest sich die Kritik nicht gerade wie eine Empfehlung für das Stück. Da beruhigen die Kritiken der
örtlichen Tageszeitungen.
Sie dagegen scheinen die Möglichkeiten eines Stadttheaters mit denen der
großen Häuser in dieser Republik zu verwechseln.
Regina Pietrek (Mitglied des Extrachores am MiR)
regina.pietrek@t-online.de
8.9.2005 (zu unserer Besprechung der CD Mike Stern: These Times )
Hallo,
mir gefällt Ihre Rezension über "These Times" sehr gut, weil sie viele
meiner eigenen Gedanken zu dieser Scheibe widergibt. Nicht ganz anschließen kann ich mich nur dem Fazit "beim nächsten Mal mehr Stern und weniger Bona".
Erstens veredelt Richard Bona die CD in einer Weise, die ich nicht missen möchte und zweitens herrscht auf der Scheibe wahrlich kein Mangel an Gitarrensoli. Da sehe ich eher die Gefahr, dass sie bei noch mehr Gitarre zu gitarrenlastig geworden wäre.
Insgesamt finde ich, dass Mike Stern auf "These Times" gerade die richtige
Balance gefunden hat, indem er sich selbst zwar ordentlich austobt,
andererseits aber auch seinen Kollegen viel Raum zur Entfaltung gibt. Mir gefällt da insbesondere auch das Solo von Bob Malach in dem Song "Street Rhyme". Das hat ein sehr positives und mitreißendes Feeling. Der letzte Song ist natürlich ein scharfer Funky-Knaller und es würde auch mich freuen, wenn es bei künftigen Stern-CD's noch mehr davon gäbe.
Mal sehen, was sich Stern bei seiner nächsten CD einfallen lässt. Diese soll nach seinen Worten im Jahre 2005 aufgenommen werden - auf seiner Website
gibt es in dem an sich prall gefüllten Tourkalender im Herbst einige Lücken, die vielleicht zur Einspielung eines neuen Silberlings geeignet wären. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt.
Herzliche Grüße
Klaus Cutik
Klauscutik@aol.com
30.8.2005 (zu unserer Besprechung von Die Schnecke in Mannheim)
Moin,
beim Rumspielen im Internet bin ich auf o.a. Kritik gestoßen. Auch ich, bekennender Gegner von Regietheater, das einzig das (kranke?) Ego des Regisseurs projiziert und das Werk zu solcher Projektion nur benutzt, habe diese Unsäglichkeit über mich ergehen lassen. Ihre Kritik, fast uneingeschänkt positiv, enthält dabei alle Informationen, die man genausogut für eine negative Kritik verwenden könnte, der Text ist infantiles BallaBalla und die zugehörigen Töne kongenial, so meine Bewertung.
Wie Sie ebenfalls schreiben, wird von Gegnern des Regietheaters gefordert, die Damen und Herren Regisseure mögen siech (das überzählige "e" im voranstehenden Wort war ursprünglich ein Tippfehler, passt aber) doch ihre Stücke selber schreiben und die Finger von den Klassikern lassen, voll d`accord. Im vorliegenden Fall beschränkt sich das Ergebnis in Story, Text und Musik auf eines, das allenfalls den Urhebern Grund zur Selbstbefriedigung gegeben haben kann. Dass manche Besucher, besonders solche, die per Abo in dieses Stück geraten waren, das Tucholsky-Wort von nicht so viel fressen zu können, wie man kotzen möchte, gefühlt haben dürften, kann ich verstehen, ich war, nebenbei, per freiem Verkauf drin.
Wenn man desweiteren Aufwand und Ertrag berechnet, leider muss man wegen immer knapper werdender Kassen auch immer mehr daran denken, kann man angesichts der vielleicht 2000 - 2500 Besucher in den 5 Aufführungen nur um das schöne Geld trauern, das für diese Großproduktion verbraten wurde und für eine "richtige" Opernproduktion sicher besser angelegt worden wäre.
Dem Recht der freien Meinungsäußerung wäre auch Genüge getan worden, wenn man "Die Schnecke" als kleine Studioproduktion gemacht hätte, aber wenn schon in die Scheiße, dann richtig.
Hans-Joachim Holzberg
Joachim.Holzberg@gmx.de
21.08.2005
Hallo Omm-Team,
bis jetzt habe ich lediglich die Bilder von "Kiss me, Kate" auf Eurer Seite
angeschaut und habe schon eine richtige Gänsehaut bekommen!
Morgen abend habe ich ein Vortanzen für die Statisterie ebendieses Musicals
in Wuppertal und bin total aufgeregt, weil ich sowas noch nie gemacht habe.
Wollte mich also vorher noch ein bisschen mittels ein paar Fotos
inspirieren lassen und bin dann über google auf omm.de gestoßen und dachte mir direkt, einmal Grüße an alle dort zu hinterlassen.
Alles Gute weiterhin!
Susanne Steglich
der-blaue-planet@gmx.de
13.08.2005 (zu unserer Besprechung von Der Troubadour /Bregenzer Festspiele 2005)
Hallo Opernfreunde,
wir haben die Aufführung am 09. August 2005 gesehen und können die Besprechung von Herrn Stopka bestätigen. Verständlicherweise werden auf einer Seebühne andere Schwerpunkte gesetzt wie in einem Opernhaus und auch die Sänger tun sich aufgrund den Entfernungen schwer, den Kontakt mit dem Besucher aufzunehmen.
Schade nur, dass neben der mit erheblichem technischen Aufwand erstellten Bühne nicht auch noch eine Textanzeige (wie in anderen Opernhäusern üblich) Platz gefunden hat. Gerade bei dieser in italienischer Sprache gesungenen Oper, hätte der Besucher die Bühnenhandlung besser verfolgen können.
Manfred Fink m. Familie
Manfred-Fink@t-online.de
9.08.2005
Welche(r) nette Opernfreund/in hat obige Aufführung auf
DVD aufgezeichnet (ARD 07.08.2005) und kann mir
eine Kopie überlassen? Selbstverständlich gegen Kostenerstattung.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Hellgrewe
Am Spick 6
40668 Meerbusch
arcobaleno@t-online.de
4.08.2005 (zu unserer Besprechung von Maskerade / Bregenzer Festspiele 2005)
Sehr geehrter Herr Stopka,
Ulf Schirmer musste das Tempo der dänischen Maskerade etwas drosseln, da die deutsche Textversion problematisch ist. Die deutsche Sprache hat leider den Text etwas in die Länge gezogen, das musste dann auch gesungen werden.
Beste Grüße,
Midou Grossmann
midou.grossmann@onlinehome.de
18.7.2005 (zu unserer Besprechung von Don Giovanni in Düsseldorf und dem Leserbrief von Thelse Schliebs, der im Anschluss wiedergegeben ist)
Ich kann Frau Schliebs beipflichten, obwohl der Don Giovanni mir so ganz gut gefallen hat, auch wenn man den Eindruck hatte, dass Tobias Richter ein Schachspiel inszeniert hat. Unter Horres ging ich sehr gern in das Haus, da viel Abwechslung da war und auch mal Moderneres aufgeführt wurde. Seit Jahren erlebe auch ich, dass sich am Haus eine gewisse Gleichgültigkeit eingeschlichen hat, die in der heutigen Zeit sehr gefährlich ist, da es weiß Gott bessere Häuser gibt. Ich wäre dafür, dass man das Team auswechselt, denn teilweise sind die Aufführungen unerträglich geworden.
Heiko Böckenkröger
boeckenkroeger@t-online.de
11.7.2005 (zu unserer Besprechung von Don Giovanni in Düsseldorf)
Sehr geehrter Herr Tillmann,
ich las Ihre Rezension zu "Don Giovanni", bevor ich mit meinem Mann am 8. Juli eine Aufführung dieser Inszenierung besuchte: Meinem Mann gab ich vorsichtshalber ihre Meinung nicht zu lesen, denn er ist weit weniger Opern-Fan als ich, und ihm wäre die Laune schon vorher verdorben worden.
Ich selbst habe in der Rheinoper, oder vielmehr in der Düsseldorfer Oper, die "Rheinoper" kam ja erst später, seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, und besonders in diesen Fünfzigern, viele glanzvolle Aufführungen mit weltberühmten Interpreten erlebt; und ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass die heutige Rheinoper leider drittklassig geworden ist.
In vielen Aufführungen habe ich mir damit geholfen, die Augen zu schließen, um die modernistischen Verhunzungen nicht sehen zu müssen, und habe nur die Musik genossen. Und ich muss sagen, es gibt viele wunderschöne Stimmen unter den jungen (meist ausländischen) Sängern (womit ich natürlich auch die Sängerinnen meine). Nur bei einer Aufführung hat mir auch diese Praxis nicht geholfen, und damit komme ich zu Ihrem Artikel über den "Don Giovanni", in dem Sie die "Zauberflöte" erwähnen, die sich der historischen Aufführungspraxis wieder genähert habe. Das verstehe ich nicht; denn die "Zauberflöte, die wir am 17.2.05 erlebten, spielte in einer Bibliothek, die die gesamte Bühnenhöhe einschließlich Orchestergraben einnahm, mit modern gekleideten Bibliotheksnutzern, Putzpersonal etc. Und meine eben geschilderte Augen-zu-Praxis funktionierte deshalb nicht, weil die Arien ohne die verbindenden Rezitative übergangslos und auch lustlos vorgetragen wurden. Ich habe noch nie eine so blasse Königin der Nacht gesehen, die ihre wunderbare Koloraturarie so langweilig und gelangweilt vortrug: Das war eine echte Enttäuschung!
Und nun der "Don Giovanni": In unserer Aufführung war die Besetzung mit Ausnahme von Masetto, Zerlina und Komtur anders als bei der von Ihnen besprochenen, und es spielten nicht die Düsseldorfer Symphoniker, sondern das Orchester Nationaltheater Prag unter Zbynek Müller; und wir glauben, dass sich das positiv ausgewirkt hat. Die Stimmen waren zwar nicht überragend, aber doch für die jeweilige Partie angemessen und ausreichend. Besonders Zerlinas (Romana Noack) sehr reiner Sopran hat uns gefallen. Und was die Inszenierung anbelangt: Wir sind ja schon dankbar, wenn ein wenig zeitgenössisches Flair vorhanden ist.
Es wäre schön, wenn Ihre engagierte Kritik an der richtigen Stelle konstruktiv wirken könnte, damit unsere Oper wieder an ihre glanzvollen Zeiten anknüpfen kann!
Mit freundlichen Grüßen,
Thelse Schliebs, Ratingen
thelse.schliebs@planet-interkom.de
10.7.2005 (zu unserer Besprechung von La Cage aux Folles in Dortmund)
Hallo Herr Tilmann,
zufällig stieß ich auf ihre Zeilen, wo sie ihre Meinung über "La Cage aux Folles" fachmännisch und kompetent kundtun. Etwas hat mich irritiert, als ich Ihre Komentare, die ich hier noch mal zitieren möchte, gelesen habe.
Zitat: "Ilse Winkler, die eigentlich inzwischen als Heilpraktikerin und Hypnosetherapeutin arbeitet, (...) Auch Tina Podstawa sah als Anne zwar nett aus, schaffte es aber wie so viele vor ihr nicht, der Figur ein darüber hinausgehendes Profil zu verleihen." Zitat Ende.
Frage 1: Was und wen interessiert eigentlich das Privatleben einer Darstellerin?
Frage 2: Wissen sie eigentlich nicht, dass eine Darstellerin wenn sie ihren Job ernst nimmt, auf den Punkt genau das auf der Bühne zu bringen hat, was der/die Regisseur/e von ihr verlangen bzw. vorgeben?
Soweit zum Thema.
Viel Spaß noch beim Kritik schreiben.
Mit sommerlichem Gruß,
Andreas
andrewandreas@web.de
7.7.2005 (zu unserer Besprechung von Das Rheingold in Dortmund)
Das Dortmunder "Rheingold" ist ein Remake von Christine Mielitz' Meininger Arbeit. Von einem "Ring im Frühstadium", bei dem nicht klar ist, wo es lang geht, kann nicht die Rede sein. In Meiningen stammten die Bühnenbilder zwar von Hrdlicka, aber Stefan Mayer folgt dem Grundgerüst der Ausstattung. In beiden Inszenierungen sind die Rheintöchter als Kult-Statuen zu sehen, der Vorhang zeigt ein Wolkenkratzer-Panorama und aus der Meininger Götter-Barrikade ist nun eine Kommandobrücke geworden. Mayer hat Hrdlickas Grundentwürfe, die oft springhaft und assoziativ waren, bloß verfeinert.
Thomas Becker
t.becker@waz.de
25.6.2005
Hallo in Düsseldorf,
hier ist ein WAGNER-Kenner, der die Inszenierungen aus den 6oer Jahren erlebt hat. Wo noch Künstler wie Astrid Varnay, Hans Hopf und Randolph Symonette den Ring beherrschten mit einem Helmut Fehn, Fritz Ollendorff und anderen Kapazitäten. Wenn einer der drei erstgenannten die Bühne betrat, kamen die ersten Beifallskundgebungen. Altmeister - wie er genannt wird - Hermann Becht, war zu der Zeit noch guter ausgezeichnter Nachwuchs.
Alles es war einmal............
gez. W.H. Altenberg
aus Niederbayern
Lillibirnbach@aol.com
17.6.2005 (zu unserer Besprechung von Tosca in Gelsenkirchen)
Nur ganz kurz zum Leserbrief des Trompeters!
Ich war auch an diesem Abend in Gelsenkirchen und habe nicht geklatscht! Also bitte nur 999 zufriedene Besucher notieren.
Ihr Kritiker, Herr Bilsing, hat recht und das Desaster sogar noch freundlich beschrieben. Sehr freundlich, wie ich finde. Man hätte durchaus barschere Worte verwenden können. Bemerkenswert war auch der Riesenbeifall der 999 Fachkundigen, als der Tenor für indisponiert erklärt wurde.
Es lebe unser Kurkonzert in Gemünd (Eifel), denn da hat noch nie einer gebuht.
F. Montanus
montanusberg@yahoo.de
12.6.2005 (zu unserer Besprechung von Tosca in Gelsenkirchen)
Gedanken eines Musikers zu der "Tosca" Kritik
"Ende der Oper. Brachialer Jubel beim Gelsenkirchener Premierenpublikum. Kein einziges "Buh" ist zu hören. Witziges Apercu am Ende: Dirigent Wildner lässt unter rauschendem Beifall die sieben Musiker einzeln aufstehen, die augenscheinlich ihren Puccini korrekt gespielt haben, oder sollte ich da etwas falsch verstanden haben?"
Auch das ist erstaunlich, da klatschen circa 1000 Zuhörer Beifall und freuen sich über eine Opernaufführung. Aber diese 1000 Menschen können nicht hören, haben keine Ahnung, wie "Tosca" aufzuführen ist und sind schlicht weg zu dumm für unseren Musikkritiker. Mir als Trompeter der Neuen Philharmonie Westfalen ist ein Applaus des Publikums wichtiger als so eine Kritik. Das Gelsenkirchener Publikum weiß, was es hört und spendet seinen Beifall je nachdem, wie es ihm gefallen hat oder auch nicht. Dies hat mich jedenfalls 23 Jahre Opernspiel in Gelsenkirchen gelehrt.
Rolf Köster
Duisburg
Rolfkoester64790@gmx.de
11.6.2005 (zu unserer Besprechung von Tosca in Gelsenkirchen)
Lieber Herr Bilsing,
waren Sie in der Premiere? Ich jedenfalls war einer der "Blechbläser" im Orchester: und zwar einer der vier Hörner, die den 3. Akt eröffnen. Haben Sie was an den Ohren oder gegen das Orchester? Ich stimme Ihnen ja größtenteils zu, was die gesammte Interpretation (nämlich keine) betrifft. Aber "versaubeutelte" Töne? Ich bitte Sie! 3 von 5 Tönen bei den "Blechbläsern" (die spielen da doch gar nicht)? Die Hörner waren's nicht. Vielleicht etwas genauer bitte - demnächst...
Ansonsten: weiter so!
MfG
Ralph Breitenbach
Neue Philharmonie Westfalen
Ralph.Breitenbach@t-online.de
7.6.2005
Mal ein Tipp: La Wally ist eine der selten gespielten Opern und ist vor einigen Wochen in Düsseldorf herausgekommen. Die Sänger sind durchweg als super zu bezeichnen, die Inszenierung dagegen kann man eher unter Flop verbuchen. Der Keller scheint da mal ordentlich entrümpelt worden zu sein, so sieht es auf der Bühne aus. Trotz allem ist der Besuch dieser Oper empfehlenswert.
Heiko Böckenkröger
boeckenkroeger@t-online.de
4.6.2005
Hallo liebe OMM-Kritiker!
Zu dem Stück "Brundibar" kann ich nur Folgendes sagen. Es ist, obgleich es auch sehr schwer zu singen ist, einfach klasse!
Ich bin im Remscheider Kinder- und Jugendchor "Voices" und wir haben im November die Ehre, dieses Stück aufzuführen. Allerdings sind die Notenhefte, die wir ausgeliehen haben, sehr teuer, wir haben für circa 20 Stück um die 700(!) Euro bezahlen müssen. Aber das war es uns Wert, denn zum ersten Mal haben wir ganz alleine einen Auftritt.
Viele Grüße
Ihre Antje Schweiger
antje-schweiger@web.de
1.6.2005 (zu unserer Besprechung der CD John Pizzarelli: Knowing You )
Lieber Frank Becker,
Ihre Rezension war mit ein Grund für mich, diese CD zu kaufen. Beim ersten Hören war die Enttäuschung dann groß. Warum? Es sind doch - wie Sie ja auch schreiben - alle Zutaten für eine Klasse-CD vorhanden: gute und namhafte Musiker, jede Menge älterer Produktionen der beteiligten Musiker, die für eine gewisse Erwartungshaltung bei dieser Produktion sorgen, neue Stücke, auf die man als Jazzmusiker gespannt ist. Und natürlich Ihre Rezension!
Und dann...? Langeweile, nichts Überraschendes, alles irgendwie schon mal besser gehört. Dazu muss man endlos lange warten, bis dann endlich Vater Bucky und Peps an der Klarinette auftauchen. Vokalparts viel zu sehr im Vordergrund, Instrumentierung nur noch Staffage, alles dreht sich um John Pizzarellis Gesang, der halt nicht abendfüllend ist, und dazu nervt JP fast in jedem Stück mit seinen in Falsett mitgesungenen Gitarrensoli. Das ist ein-, zweimal pro CD ja ganz lustig, und zugegeben, ich mach's ja auch, wenn ich den Kontrabass spiele. Aber im Gegensatz zu JP knalle ich mir nicht jedesmal ein Mikro vors Gesicht. Außerdem engt sich JP durchs Mitsingen selber ein, denn er kann ja nur das spielen, was er auch singen kann. Wenn man ihn aber mal solieren hört, ohne dass er mitsingt, hat man plötzlich ein Aha-Erlebnis: "Ah schau, der kann ja richtig tolle Sachen spielen auf seiner Gitarre." Das vernehmlich mitgesungene Solo ist ein Gag fürs Publikum und als solcher auch okay. Von Louis Armstrong stammt die Weisheit, dass ein Jazzmusiker alles, was er spielt, auch mitsingen können sollte. Ganz richtig. Und so hört man z.B. auch Ray Brown bei seinen Bass-Soli im Hintergrund mitbrummen. Eben - im Hintergrund! Und nicht bei JEDEM Stück voll ins Mikro...
Damit wir uns recht verstehen - ich schätze John Pizzarelli sehr! Hören Sie zum Vergleich seine absolut tolle Doppel-CD "Live at Birdland". Für mich das ultimative Club-Konzert. Schnurrige Ansagen, kleine Geschichten aus dem Werdegang des Trios, humorige Interaktion zwischen den Musikern - aber gleichzeitig hochstehende Musik mit gut aufgelegtem Marty P. am Bass und einem Ray Kennedy in Hochform. Hier sind die Instrumente, das Musikmaterial und die Arrangements im Mittelpunkt. Hier ist JP der Ausnahme-Gitarrist, "der auch singt". Und dafür reicht seine Stimme allemal. Er ist eben Gitarrist, der auch singt.
Auf "Knowing You" möchte er plötzlich der Sänger sein, der auch Gitarre spielt. Und dafür reicht's eben nicht. Er ist doch kein "Crooner" aus der obersten Gilde. Schade, einfach schade... Wird sich aber wohl besser verkaufen, als alle seine "wirklich guten" Produktionen vorher. Und als Jazz-Musiker hab ich dafür natürlich auch Verständnis... ;-)
Fazit: lieber, Franz Becker, das nächste Mal bitte etwas reflektierter.
Dies ist eine total persönliche, leicht ironisierte Meinung von
Dethardt Baumann, Bern
dethardt.baumann@iml.unibe.ch
25.5.2005 (zu unserer Besprechung von Norma in Amsterdam)
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerade lese ich die Kritik einer "Norma"-Produktion in Amsterdam.
Ich finde es unterträglich, in welchem zynischen Tonfall die Kritik von Herrn Tillmann gehalten ist. Wem soll es etwas nützen, derart abfällig über Kunst und Künstler zu schreiben? Natürlich hat ein Kritker ein Recht auf seine eigene, auch auf eine negative Meinung. Ich habe die besprochene Aufführung nicht gesehen. Möglich, dass sie auch mir nicht gefallen hätte. Aber diese Form von arroganter Hähme, die Herr Tillmann in seiner Rezension ausschüttet, lässt dahinter einen Menschen vermuten, der das Theater und die Theaterschaffenden letztlich nicht liebt. Wenn ihm diese künstlerische Arbeit nicht gefallen hat, so mag er dies in einer Kritik kundtun. Der besagte abfällige Tonfall, in dem Herr Tillmann sich gefällt, hat mit sachgemäßer Kritik meiner Meinung nach nichts zu tun.
Und in Zeiten, in denen es den Theater immer schlechter geht und Einsparungen sowie Schließungen an der Tagesordnung sind, sollte sich ein Kritiker wie Herr Tillmann vorsehen. Denn ohne das Theater werden Theaterkritiker nun gänzlich überflüssig sein.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Laricchia
laricchia@lycos.de
14.5.2005
Liebe fleißige OMM-Kritiker!
Seit kurzer Zeit schreibt ein gewisser Herr Bilsing bei Ihnen. Sein lockerer Stil und die bewusst subjektive verfasste Meinungsäußerung gefallen mir sehr gut. Auch schreibt er nicht so verbissen, oberlehrerhaft und hartherzig, wie Ihr Herr Tillmann, den ich aber durchaus auch schätze. Ich wäre sonst nie auf die Idee gekommen zu einem Ballett in die Provinz nach Krefeld zu fahren. Jetzt bin ich sogar schon zweimal in diesem großartigem Ballettabend gewesen, den ich wirklich jedem Freund des Tanztheaters weiterempfehlen kann.
Auch kann ich die äußerst euphorische Besprechung des Musicals "Fame" nun nachvollziehen - was für ein schöner Abend, auch für ältere Semester. Wir wären ohne Ihre Kritik da niemals reingegangen. Danke.
Bitte machen Sie so weiter. Habe meine Tageszeitung, die ich eigentlich nur des Feuilletons wegen abonniert hatte, schon abbestellt. Besser als durch Ihre Homepage kann der Theaterinteressierte kaum informiert werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Ralf Stettler
DrRalfStettler@aol.com
P.S.: Statt der vielen Jazz- und anderer CD-Besprechungen, die doch wohl eh fast keiner liest, sollten Sie vielleicht mal noch eine Zusatz-Kategorie Sprechtheater aufmachen. Das wäre m.E. eine prachtvolle Ergänzung und Bereicherung.
14.5.2005
Auf der Suche nach guter Musik angelte ich mir bei Dussmann in Berlin die Kopfhörer runter mit Musik einer mir unbekannten Band: Tord Gustavsen Trio. Die CD "The Ground". Von der ersten Minute an war ich berauscht: ruhiger, sehr intensiver, melancholischer Jazz, eine Musik, wie die tausend Wasserfälle in Norwegens Bergen: klar und perlig, von einer unglaublich schönen und vornehmen Kühle.
Alexander Garth, Berlin
alexander@heartbeat-berlin.de
10.5.2005 (zu unserer Besprechung von Der fliegende Holländer in Karlsruhe)
Der überschwänglichen Kritik zur Karlsruher Holländer-Premiere kann ich nicht folgen. Wenn Senta am Ende der Oper wieder zum bürgerlichen Leben zurückfindet, dann ist es nichts anderes als Erlösung zur Banalität und steht im schmerzlichen Kontrast zur Musik. Ich sehe darin die bedauerliche Tendenz, heutzutage alles Irrationale und Emotionale aus einer Oper zu tilgen mit der Gefahr, diese dabei möglicherweise kaputt, in jedem Falle aber uninteressant zu machen.
Zur Senta der Frau Haller: Ganz gewiss eine Sängerin mit großer Zukunft. Allerdings nur, wenn sie sich nicht frühzeitig verheizen lässt. Gewisse Probleme bei Spitzentönen (hohes H am Schluss!) und Ermüdungserscheinungen waren nicht zu überhören sowie ein deutlicher Schmiss im ersten Teil des Duetts mit dem Holländer ("das Heil....würd es dir durch mich zuteil"). Allerdings ließ sie der Regisseur dabei auch gut zehn Meter entfernt von ihrem Partner agieren!
Günther Erb
guenther.erb@freenet.de
4.5.2005
Sehr geehrte Damen und Herren,
vergangen Samstag waren wir im Kölner Opernhaus zur Aufführung "Idomeneo". Dazu kann ich nur sagen, so etwas schreckliches habe ich noch nie gesehen. Das Bühnenbild war schlimmer als in einem Leihentheater. Ein Aquarium, daß das Meer darstellt! Die Kostüme der Schauspieler und Sänger grauenhaft. Hat es wirklich etwas im einer Opernaufführung zu tun, wenn alle Beteiligten in Jogginghosen, Turnschuhen und Wollmützen auf der Bühne herumlaufen?
Ich bin zutiefst enttäuscht auch über den Gesang. Wie kann man eine Frau die männliche Hauptrolle singen lassen? Sie hat höher gesungen, als die weibliche Hauptfigur. Alles in Allem eine riesige Enttäuschung!!! Und so eine Aufführung im Kölner Opernhaus. Wirklich enttäuschend. Es lohnt sich nicht für so einen "Schrott" so viel Geld auszugeben!!!
D. Weyermann
Diana.W74@gmx.de
1.5.2005 (zu unserer Besprechung von Idomeneo in Köln)
Lieber Herr Schmöe,
liebe Leserbrieflesende,
zunächst einmal: ich bin der "Mitarbeiter der Kölner Bühnen" und das mit der "antiken Aufführungspraxis" war natürlich ein Versprecher!!!!! Ich hoffe, dass Sie mir das nachsehen werden, zumal dies meine erste Einführung und ich dementsprechend nervös war. Was ich jedoch glaube richtig gesagt zu haben, ist, dass der Idomeneo erst 1780-81 entstanden ist, und nicht wie Sie schreiben 1778.
Und auch das, was ich mit der "inneren Handlung" versucht habe zu erläutern, scheint bei Ihnen nicht wirklich gefruchtet zu haben, wenn ich mir Ihre eher abfällige Bewertung des Handlungsverlaufs dieser Oper angucke...
Mit Ihrer Bewertung der musikalischen Qualität stimme ich ziemlich überein, allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass der Idomeneo bewusst auf Verwischung der Arien-Rezitativ-Unterschiede abzielt, es gibt also fließende Übergänge zwischen denen, und innerhalb der Rezitative vollauskomponierte Orchestereinsätze usw. und keine "statischen Nummern", und daher die Interpretation dementsprechend mitgestaltet werden sollte.
Viele Grüße
Markus Krämer
kraemermarkus@hotmail.com
Wir danken für den Hinweis auf die falsche Jahreszahl; hier irrte unser Rezensent, der die Zahl im Übrigen nicht aus dem Vortrag von Herrn Krämer übernommen hatte. Der Fehler ist inzwischen korrigiert.
22.4.2005 (zu unserer Besprechung der Gala Rhythmus im Blut in Düsseldorf)
Liebe Musikfreunde!
Gerade lese ich (etwas verspätet!) des Kritiker Tillmanns hervorragenden Bericht über die Gala in der Düsseldorfer Tonhalle. Ich kann dem nur zustimmen: Peinlich, peinlich für ein Dorf, wie jenes an der Düssel, dass selbst der Schirmmherr, Bürgermeister Erwin, es nicht für nötig hielt zu erscheinen - oder spielten etwa am gleichen Abend die hochbezahlten Profis der Fortunaschen Amateurligakicker?
Die handverlesene Auswahl der Düsseldorfer Symphoniker musizierte nicht viel anders, als mittlerweile bald jeden Abend in der Oper: Qualitätsstandard Kurkonzert! Das geradezu hämische und brüllende Gelächter eines nicht unbedingt klein zu nennenden Teils des Publikums bei "renommiertes Weltorchester" sprach da wohl Bände. Zu Dirigent Achim Fiedler: nomen est omen!
Max Schautzers Moderation bezirzte mit den Charme eines Krümelmonsters und der Sachkenntnis einer Verona Feldbusch - passte also wunderbar in diese Provinzveranstaltung. Besser und glaubwürdiger konnte die Landeshauptstadt (Klein Paris!) seinen kulturellen Kern kaum präsentieren. Schade um die fantastischen Künstler Frau Bumbry + Herrn Jamot.
Dabei hätten die Original Oberkrainer bzw. die Willdecker Herzbuben doch allemal ausgereicht; bestimmt wäre dann auch der OB gekommen. Guter Bericht, Herr Tillmann!
mfG
Bertold Buhmann
BertoldBuhmann@aol.com
21.4.2005
Ein brillanter Kritiker dieser Herr Kammertöns.
Leider nur selten zu lesen.
Mit freundlichen Grüßen,
Walter Radusch, Hattingen
3nfa@gmx.net
22.2.2005
(zu unserer Besprechung von POE - Pech und Schwefel in Saarbrücken)
Guten Tag,
ihre Rezension über Poe ist - entschuldigung - unter aller Sau! Schon schade, wenn man den Vogelkopf auf dem Jesuskreuz nicht als Anspielung auf Poes Gedicht "Der Rabe" versteht und wenn man zu wenig Hintergrund hat, um Henrik Wagers irre Gebärden als phantastische Umsetzung der tatsächlichen Krankheit des Dichters zu sehen. Abgesehen davon, dass er stimmlich fast ebenso hervorsticht wie Merstein. Der Pilatus-Darsteller ist großartig, aber ihn als einziges Highlight herauszustellen ist vermessen. Das Ballett im MTV-Stil? Nur komisch, dass gerade diese Truppe von allen Kritikern und Zuschauern (zu Recht!) über den grünen Klee gelobt wurde. Tomaten auf den Augen?
Noch einen schönen Tag ihr Banausen,
Julia Becker (selbst Journalistin)
juliab7@gmx.net
1.2.2005
Hallo, liebe Opern - und Theaterfreunde!
Zwischen 1980 und 1995 bin ich oft ins Dortmunder Theater gegangen. Damals habe ich mir leider keine Theaterpogramme gekauft. Falls jemand Programmhefte (nur mit Besetzungszettel) für die folgenden Produktionen besitzt und gegen einen verhandelbaren Betrag an mich abtreten mag, würde ich mich sehr freuen:
Salome (Regie: John Dew), Macbeth von Bloch (Regie: Dew), Die Judenbuche, Brot und Spiele, Harvey Milk, Die weiße Rose, Otello (Schmidt oder Sirkiä in der Titelpartie), Die Meistersinger (Regie: Saladin), Tosca (Judith Beckmann oder Elisabeth Lachmann Tielpartie), Un Ballo in Maschera (Regie: Kindermann) Il Trovatore (Regie: Kindermann), La Traviata (Regie: Delnon), Orphee et Euridice (Regie: Dew), Hänsel und Gretel (Regie: Wilgenbus), Zar und Zimmermann (Regie: Wilgenbus), Tannhäuser (Werner Becker in der Titelpartie), Hoffmanns Erzählungen (Sirkiä in der Titelpartie), I Puritani (konzertant), Nabucco, Carmen, Mahagonny (Regie: Igor Follwill), Aida (Titelpartie: Lachmann), Die Zauberflöte (Regie: Martinoty),Figaros Hochzeit und Don Giovanni (Regie: Kindermann).
Auch im Schauspielhaus fehlen mir die Programme: Ella (Jürgen Mikol), ein Sommernachtstraum (Ines Burckhardt als Puck), Mein Kampf, Karlos, Weit weg, von Hagedingen (Madel und Uthmann), Bezahlt wird nicht (Packhäuser), Der nackte Wahnsinn (Blühmel), Liebe und Magie in Mamas Küche (Regie: Huonder), Iphigenie auf Tauris (Regie: Huonder), Das besondere Leben der Hilletje Jans, Don Carlos (Tasche, Mandel), Diese Geschichte von Ihnen (Ostermann), Die Sonnyboys (Awe).
Vielleicht kann mir jemand helfen. Würde mich schrecklich freuen!!
Jochen Egbers
Jochen.Egbers@arcor.net
30.1.2005
Ich möchte heute mal die Uraufführung von "Vipern" in Düsseldorf lobend erwähnen. Rundrum ein gänzlich gelungener Abend, der auch für die interessant sein dürfte, die modernes Musiktheater nicht so mögen. Es sollte an diesem Haus mehr solcher Ereignisse geben, anstatt den alten Müll (die 50000. Wiederholung von "La Boheme" in der nun unsäglichen Inszenierung von Ponelle oder "Rigoletto", der auch so langsam mal eine Aktualisierung gebrauchen könnte) hundertmal wieder aufleben zu lassen. Christof Loy macht es doch vor und hat doch Erfolg damit. Warum geht es an allen anderen Häusern und in Düsseldorf nicht?
Heiko Böckenkröger
boeckenkroeger@t-online.de
18.1.2005
Die von Ihnen veröffentlichten Kritiken empfinde ich als größtenteils zu streng gesehen. Dabei fällt deutlich eine Abneigung gegen das moderne Regietheater auf, was an Ihrer Beurteilung der Maria Stuart auf DVD auffällt. (Hier wird gelobt, dass dem Regisseur nicht mehr eingefallen ist, als das Stück mehr oder weniger historisch korrekt auf die Bühne zu bringen. Das kann eine geschickte Lösung sein, ist aber sicherlich die einfachste und unkreativste.) Dabei schaffen es viele Regisseure aus einem simplem Stück, wie etwa der gradezu schnulzigen, wenn auch musikalisch meisterhaften Oper "I Puritani" ein spannendes Charakterbild des Komponisten und seiner Zeit zu schaffen, wie in Essen geschehen.
Auch die Kritik an der Essener "Cavalleria" finde ich etwas enttäuschend. Guy Joosten zeigt uns, wie gänzlich anders man dieses Werk stehen kann. (Außerdem sehe ich Turridus Tod nicht als Alfio aufgezwungenen Selbstmord. Der Hass Alfios besteht wirklich, wurde er doch von Chor zuvor gehörnt. Turridu spielt nur den sterbenden Schwan, deswegen verbeugt er sich ja auch und geht so lässig auf Alfio zu, weil er nicht mit einem "reelen" Todesstoß rechnet. Die letzen Wörter auf deutsch spielen zu lassen, gibt dem noch mehr Autentizität. Schließlich befinden wir uns auf der Probebühne des Aaltotheaters. Dass die Szene ursprünglich hinter der Bühne spielt, hat mir noch nie gefallen. Sogar Franco Zeffirelli vermied es in seiner Cavalleriaverfilmung, dieser Anweisung des Librettos nachzukommen. Was gibt es schöneres als einen guten Mord auf der Bühne!) Dass dabei auch die Ideen der Komponisten umgestellt werden können, (ja sogar müssen, man denke an Verdis oder Aubers "Maskenball", die ein völlig falsches Bild des schwedischen Königs Gustav III. aufkommen lassen) scheint hier außer Acht gelassen zu werden.
Ihre Kritik an der musikalischen Qualität ist sicherlich teilweise berechtigt, wobei ich hier nur für die Häuser Essen, Duisburg und Düsseldorf sprechen kann. Jedoch fehlt es an Kontinuität in der Beobachtung. Es darf nicht vergessen werden, dass die Stimme der Tagesverfassung unterliegt. Ich habe zum Beispiel Boris Statsenko dreimal als "Macbeth" gesehen und gehört und jedes Mal andere Erfahrungen gemacht: Das erste Mal war er krank, sang dafür aber recht passabel. Das zweite Mal glänzte er durch kraftvolle Stimme (in den Ensembeln etwas zu höflich zurückgenommen) und perfides Charakterspiel. Beim dritten Mal überschattete seine für "Des Contes d'Hofmann" geschorene Frisur, die ihn dessen, was ihn erst zum Macbeth machte, beraubte und lächerlich klein aussehen ließ, meine Empfindungen. Ich meine aber ihn nicht so strahlend erlebt zu haben.
Trotz allem bin ich von ihrer Seite begeistert, da sie gerade optisch sehr ansprechend durch reichliche Bebilderung ist. Auch die Musikbeispiele sind sehr hilfreich. Für den Opernbesuch gilt aber dennoch: sich selbst ein Urteil bilden. Denn was einem nicht zusagt, muss nicht zwangsläufig allen nicht gefallen. Deshalb stört es mich auch, wenn in Ihren Kritiken das Publikum als dumm oder sensationslustig dargestellt wird, nur weil es anscheinend anders denkt als der Kritiker. Sicherlich gibt es immer noch Leute, die in die Oper gehen, um ihren Pelzmantel auszuführen, aber muss das für alle gelten?
Dirk Sengebusch
dirk.sengebusch@online.de
27.12.2004
(zu unserer Besprechung von Der Rosenkavalier in Essen)
Gestern habe ich erstmals die A.-Weber-Inszenierung des "Rosenkavaliers" im Aalto-Theater erlebt. Ihrer Kritik kann ich fachlich folgen, ohne sie zu billigen. Sie unterschlägt nämlich einen ganz wesentlichen Erfolg: 15 Minuten starker Schlussapplaus, jedenfalls am Zweiten Weihnachtsfeiertag. Das durchaus gemischte - also in Essen endlich einmal jüngere - Publikum hatte sich super amüsiert. Vermutlich kommt es so eher wieder in eine Oper, als dass es sich für Repertoirevorstellungen einer beliebigen von der Profikritik genehmigten Premiere interessieren würde. Was will man eigentlich mehr?
Als Strauss-Liebhaber kann ich für meinen Geschmack und nach Genuss einer Reihe unterschiedlicher "Rosenkavalier"-Interpretationen über viele Jahre hindurch beurteilen, dass in Essen von Soltesz + Ensemble große Musik wirklich ohne Zuckerwasser geboten wurde und dass Weber eine schmähfreie,
frische, überraschende und eben unterhaltende Aufführung gelungen ist - beides zusammen kann dazu beitragen, Opern und subventioniertes Musiktheater auf unseren städtischen Bühnen zu erhalten.
Bernd Litke, Essen
Bernd.Litke@vge.de
10.12.2004
Guten Tag,
seit über 50 Jahren bin ich ein begeisterter Musiktheater Besucher in Krefeld/Mönchengladbach oder in Düsseldorf. Aus Altersgründen mag ich möglicherweise altmodisch denken (in Bezug auf Musiktheater Oper/Operette), wenn ich heutige Bühnenbilder und Kostüme in den jeweiligen Aufführungen "bewundern" darf, wenn ich Mimi in "La Boheme" auf einem Stuhl sterben sehe und höre oder bei "Cavallaria rusticana/Bajazzo" ein Auto an der Bühnendecke hängen sehe und Radames in der französischen Revolution auftaucht, um nur einige Beispiele für viele viele anzudeuten. Weitere kann man Ihren Premieren-Analysen entnehmen.
Dazu kommt für mich als "Otto Normalverbraucher" des Musiktheaters noch hinzu, das Singen fast aller Aufführungen in der Originalsprache, damit man nur gar nichts mehr versteht oder das Geschehen auf der Bühne versäumt, weil man am Übersetzungslaufband unterhalb der Decke des Theaters den halben Abend verbringt.
Mittlerweile versuche ich demnach wohl "Alte-Klamotten-Aufführungen" an der Volksoper Wien, dem Gärtnertheater in München oder an der Staatsoperette in Dresden, um nur einige zu nennen. Ich bin selbstverständlich der Ansicht, dass man auch im Musiktheater der Moderne gerecht werden sollte, siehe die "Zauberflöte" in Krefeld, wo ein Märchen das z.B. auch zulässt. Aber einen Hoffmann sähe ich lieber in Auerbachs Keller als in der Theaterkantine.
Bin ich dem Zeitalter des heutigen Musiktheaters (Musical ausgenommen) nicht mehr gerecht? Oder denkt doch der Eine oder Andere noch ähnlicher Weise? Über eine entsprechende Resonanz, pro und contra, würde ich mich freuen.
Klaus Meisen
klaus.meisen@t-online.de
7.12.2004
Moin moin liebe Opernfreunde,
ich bin auf der Suche nach dem Namen der berühmten Geschwisterliebe-Szene in Donizettis "Lucia di Lammermoor".
Würde mich über möglichst viele Antworten an diese Email-Adresse oder ans Forum freuen...
MfG,
Glen
glendullen@web.de
8.11.2004
(zu unserer Besprechung von Die Zauberflöte und Tristan und Isolde in Stuttgart)
Ich habe zum ersten Mal Ihre Kritiken gelesen und musste feststellen, dass ich es ähnlich erlebt habe. Der Tristan wurde in der Zwischenzeit neu besetzt mit Jon Frederic West. Die Aufführung erhält dadurch eine noch höhere Qualität.
Mit freundlichen Grüßen,
Klaus-Jürgen Eckstein
JS.Eckstein@web.de
1.11.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
Christof Loys Inszenierung von Hoffmanns Erzählungen, die übrigens die zurecht geschmähte Don Giovanni-Inszenierung zitiert, hat die Deutsche Oper am Rhein fürs erste aus dem derzeitigen Tief gerissen. Die unglaublich packende und stringente Produktion und das phänomenale Ensemble mit Sergej Khomov und Annette Seiltgen an der Spitze haben das konservative Düseldorfer Publikum alle Contenance vergessen lassen. Zu Recht!
Martin Schalbruch
Martin.Schalbruch@t-online.de
21.10.2004
Liebe Leute!
Nur ein kurzer Hinweis: "Tannhäuser" in Mönchengladbach (bald Krefeld) ist höchst sehens- und hörenswert! Eine Kenntnisnahme in Gestalt einer Rezension würde mich freuen. Ich habe der Inszenierung, zu der ich immerhin aus Duisburg angereist bin, gerade mit Begeisterung beigewohnt.
Starke Sänger! Interessant: Roman Sadnik in der Titelpartie mit Italo-Falsett-Kieksern - ungewohnt, Verdi bei Wagner zu entdecken - daneben höchst mitreißendes darstellerisches Können (!); lyrisch schön: Christoph Erpenbeck als Wolfram; kraftvoll, wenn auch leider ohne Ermöglichung von Textverständlichkeit: Milana Butaeva als Venus/Elisabeth, ebenfalls eine starke Schauspielerin in beiden Rollen, als Elisabeth keineswegs die reine Keusche; noch kraftvoller: der Chor; solide Orchesterarbeit. Sehr überraschendes Ende: Venus stirbt (und wird geläutert wiedergeboren?), Tannhäuser (wenn auch an empfindlicher Stelle verletzt...) und Elisabeth überleben.
Würde gerne die Meinung von Fachleuten hören.
Herzliche Grüße,
Jürgen Buchholz
JuergenBuchholz@tiscalinet.de
20.10.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich hoffe Sie können mir helfen:
Ich suche den Titel und den Interpreten einer deutschen Fassung zur Musik von "You sang to me" von Marc Anthony.
Vielen Dank.
Ludwig Kreuzpointner
19.10.2004
Hallo,
bitte Opernkritiken und keine Jazz-CDs, jedenfalls nicht in dieser Fülle.
Mit freundlichem Gruß,
Jürgen Gauert
hanns-joerg.sippel@wilabonn.de
12.10.2004
Offenbarungseid Don Giovanni -
Besser kann man die derzeitige Situation an der DOR kaum beschreiben. In 40 Jahren haben wir so ein Desaster nicht erlebt. Zwar gab es Durchhänger, Provokationen und auch öfter Besetzungsprobleme. Es gab Regie-Arbeiten, die waren entstanden nach dem Motto "Inszeniere ich bei Dir - inszenierst Du bei mir" - das war so ein Horres Motto. Aber selbst da wurde eine qualitative Mindestgrenze nicht unterschritten.
Was Herr Richter und der m. E. völlig überschätze Herr Fiore hier aber bieten ist indiskutabel für ein so großes und traditionelles Haus. Das liegt mittlerweile noch erheblich unter dem Niveau eines Stadttheaters wie Ulm, oder Hagen bzw. Augsburg.
Da die meisten, insbesondere Politiker, die im Aufsichtsrat sitzen, von Oper soviel Ahnung haben, wie die sprichwörtliche Kuh vom Segelfliegen wird sich über kurz oder lang auch nichts ändern - im Gegenteil.
Andererseits, wie heißt es doch: DüsselDORF. Stimmt.
Bertold Buhmann
BertoldBuhmann@aol.com
10.10.2004
Entgegen allen bisher gehörten Kritiken muss ich den "Don Giovanni" in Düsseldorf loben. In der von mir besuchten Vorstellung waren einige Rollen ersetzt worden, und ich fand den Abend doch sehr schön, bis auf den Schluss, der kitschig und verstaubt wirkte. Von der musikalischen Seite sowie der schön gemachten Inszenierung kann ich mich nur lobend äußern.
Wollen wir hoffen, dass es mit der Deutschen Oper am Rhein bald wieder aufwärts geht und sie aus dem Mief und Ruf eines schlechten Provinztheaters heraustreten kann. Sollte es weiterhin in dieser Spielzeit so derbe und schlechte Kritik geben, sollten sich die Verantwortlichen mal zusammensetzen. Frischer Wind und neue Ideen täten dem Haus wahrlich gut.
Heiko Böckenkröger
boeckenkroeger@t-online.de
30.9.2004
Hallo, liebe Opernfreunde!
Als Nachtrag zu meiner ersten Mail, die Nüchternheit der heutigen Opernbühne für die zukünftigen Besucher betrachtend, möchte ich hinzufügen:
Ich meine nicht, dass man Opern immer aus der Mottenkiste inszenieren sollte, damit sie kindgerecht sind. Fortschritt muss ein! Aber warum muss man ein romantisches Stück so total entkleiden, dass einem mit nicht viel Fantasie ausgestattetem Menschen gleich gar nichts einfällt.
Eine sehr gelungene moderne Aufführung war Gounots "Faust" in München, den man in die heutige technische Zeit versetzt hatte. Der Staub war weg, man lebte mit Handlung und Musik und ging glücklich nach Hause.
Mit freundlichen Grüßen,
Christa Kunkel
ChristaKunkel@aol.com
30.9.2004
Vorhin habe ich SAT3 eingeschaltet und den "Freischütz" gefunden. Nach
Einer halben Stunde habe ich die absolut nur für das Ohr stimmige Fassung wieder ausgeschaltet, weil ich die Inszenierung nicht ertragen konnte.
Ich war sehr nachdenklich, denn der Freischütz war die erste Oper, die ich
besuchen durfte, als ich elf Jahre alt war. Ich war so beeindruckt, dass mich
die Geschichte und damit auch die Musik für Tage beschäftigte und mich
neugierig auf weitere Aufführungen machte. Ich wurde ein eifriger
Operngänger, kenne eigentlich alle Opern, war aber nur einmal in den letzten zehn Jahren in einer Aufführung, weil ich die moderne, nüchterne Form der Inszenierung mit gar keinem Bühnenbild weder in der Oper noch im klassischen Schauspiel ertragen kann.
Ich falle also neben vielen, die das auch so sehen, als Opernbesucher aus.
Weil ich Jahrgang 1935 bin, spielt das keine große Rolle, allerdings gibt
es viele, die denken wie ich und damit auch keine Zahler für die Opernhäuser sind. Ich habe schon oft gehört, dass die Opernhäuser mit der Zeit gehen und damit leben können, dass ältere Menschen so denken.
Was ist aber mit den Opernbesuchern von morgen? Meine vier Enkelkinder sind
musikalisch und aufgeschlossen, aber die meisten Kinder erleben die Musik
zunächst über die Handlung und Ausstattung der Aufführung. Davon bieten die heutigen Opernhäuser aber wenig. So versuche ich Ihnen das, was ich als Kind als großartiges Erlebnis kennen lernen durfte, durch alte Videofilme zu vermitteln, von denen die Kinder ganz begeistert sind und mehr davon wollen.
Auch ein Theater oder Opernhaus muss finanziell getragen werden, um etwas
leisten zu können. Warum also lässt man jeden Regisseur seine Ideen umsetzen und macht aus romantischen, fröhlichen Handlungen Gesänge in dunkler Kleidung ohne jede Handlung, die jedes Kind oder normalen, gelegentlichen Opernbesucher abschrecken, noch einmal das Haus zu betreten?
Jeder Mensch will entspannen im Theater und dem kleinen Theaterbesucher von
morgen sollte die Lust auf mehr geweckt werden, damit er sein ganzes Leben
danach strebt, ein Theater zu besuchen und mit jedem Besuch das Interesse
daran steigt. Das Orchester ist da schon viel weiter: In München bieten gleich zwei
Orchester Konzerte für Kinder an, bei denen die Kinder die Instrumente und deren Klang kennen lernen, eine fröhliche Stunde erleben und nach Hause gehen mit dem Wunsch, bald wieder ein Konzert zu besuchen. Man sollte diesem Gedankengang vielleicht einmal nachgehen, wenn man verhindern will, dass in 50 Jahren niemand mehr eine Oper besuchen und die vielen wunderbaren Werke, die frühere Komponisten geschaffen haben, kennenlernen wollen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christa Kunkel
ChristaKunkel@aol.com
26.8.2004
Hallo Opernfreunde!
Ich bin Gesangsstudentin in Wien und suche für meine Diplomarbeit Audio bzw. Videoaufnahmen folgender Opern:
Balassa, Sandor: Draussen vor der Tür
Bose, Hans-Jürgen von: Schlachthof 5
Chailly, Luciano: Der Mantel
Dessau, Paul: Einstein
Hanell, Robert: Die Spieldose
Henze, Hans Werner: Wir erreichen den Fluss
Kirchner, David Volker: Die fünf Minuten des Isaak Babel
Klebe, Giselher: Jacobowsky und der Oberst
Landowski, Marcel: Der Narr
Liebermann, Rolf: Leonore 40/45
Menotti, Gian Carlo: Der Konsul
Nono, Luigi. Unduldsamkeit
Petrovics, Emil: Das ist der Krieg
Prokofjew, Sergej: Die Geschichte vom wahren Menschen
Reutter, Hermann. Der Weg nach Freudenstadt
Rosselini, Renzo: Der Krieg, Der Strudel
Ullmann, Viktor: Der Sturz des Antichristen
Vielleicht besitzt der eine oder andere eine Aufnahme einer dieser Opern und braucht sie nicht mehr und könnte sie mir billig verkaufen. Oder ihr wisst vielleicht, ob es eine Möglichkeit gibt, sie per Internet downzuloaden. Vielleicht gibt es auch den ein oder anderen Leser, der sich eine dieser Opern schon einmal aus irgendeiner Bibliothek ausgeliehen hat. Dann bitte bei mir melden. Wäre sehr nett, wenn ich Hilfe bekäme!
Habe diese Seite heute entdeckt!
Schon einmal DANKE im Voraus!
Tanja Watzinger
tanja_watzinger@hotmail.com
23.8.2004
Hallo,
ich studiere in Siegen Medienwissenschaften und schreibe in einem "Lyrics"-Seminar eine Hausarbeit. Die Hausarbeit soll deutsche Musiktexte auf politischen Protest untersuchen. Es ist angedacht, jeweils einen Song aus den 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und von heute auszuwählen, der die Protestart des jeweiligen Jahrzehnts möglichst gut repräsentiert, sofern es überhaupt einen solchen Song gibt. Dieser eine Song eines Jahrzehnts soll dann genauer analysiert werden. Andere Songs, in denen die Protestart ähnlich ausgedrückt ist, sollen dann als Beispiel heran gezogen werden. Es handelt sich ausschließlich um deutsche Songtexte!
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn sie mir vielleicht ein paar Literaturhinweise oder in Frage kommende Songs des jeweiligen Jahrzehnts nennen könnten. Oder einfach irgendetwas, was mir bei meiner Arbeit helfen könnte.
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Jan Lindner
Jan_Lindner@gmx.de
3.8.2004
Hallo Musikfreunde,
ich suche die vollständige Besetzungsliste der MACBETH-Vorstellung vom 12. September 1997 in der Hamburger Staatsoper.Ich kann mich nur noch an Dolores Zajick als Lady, Franz Grundheber als Macbeth und Ingo Metzmacher als Dirigenten erinnern. Kann mir bitte jemand weiterhelfen per Email?
OMM finde ich toll, insbesondere das Leserforum!
Herzliche Grüße,
W. Börner
wolfgang.boerner@mwfk.brandenburg.de
16.7.2004
(zu unserer Besprechung von Die Meistersinger von Nürnberg in Zürich)
Sehr geehrter Herr Ehresmann,
ich war am gleichen Tag in den Zürcher Meistersingern. Für mich war es die beste aller bisher besuchten 24 Meistersinger-Aufführungen auf verschiedenen Bühnen. Eine solche Einheit von Inszenierung und Sängern (Stimme und Statur) habe ich noch nie erlebt. Diese sechs Stunden bleiben für mich unvergesslich.
Was den Sänger des Sachs', Herrn van Dam, betrifft, so bin ich ganz anderer Auffassung. Derb und laut singende Schuster sind wohl die Regel. José van Dam's Interpretation fand ich "neu, doch nicht verwirrt". Endlich mal einer, der den Schusterpoeten tatsächlich als solchen begreift, als einen belesenen Feingeist, der sich Sorgen um den Fortbestand der Kultur im Spannungsfeld von Bewahren und Erneuern macht. Diese Intention war von der Regie ganz wunderbar herausgeabeitet, von Herrn van Dam kongenial in fein nuancierten Gesang und tief anrührendes Spiel umgesetzt...
Günther Erb
guenther.erb@freenet.de
12.7.2004
(zu unserer Besprechung von Die Zauberflöte in Düsseldorf)
Sehr geehrter Herr Schmöe,
endlich mal eine objektive Kritik einer Aufführung der Rheinoper, in der nicht die Verantwortlichen der Rheinoper, die Sänger und das Publikum beleidigt sind. Ich war auch in der Übernahmepremiere und war von der Inszenierung von Herrn Loy begeistert. Die Buhrufe zum Schluss konnte ich nicht ganz nachvollziehen, da er in Duisburg bei der Premiere vom Publikum begeistert gefeiert worden ist. Ich fand es sehr schön, dass die Zauberflöte nicht so "kindgerecht" inszeniert worden ist.
Was mich gewundert hat, dass die sängerischen Leistungen so indiskutabel waren. Kein Vergleich zu Duisburg, wo mit Nataliya Kovalova, Sergej Komov und Hans Peter König die weitaus besseren Sänger aufgeboten worden waren. Was mich ebenfalls gestört hat, war der schreckliche deutsche Akzent, den die meisten ausländischen Sänger in Düsseldorf hatten. Eigentlich müsste ein so großes Haus wie die Rheinoper Sprachlehrer haben, ansonsten sollte man so ein Stück nur mit deutschen Sängern besetzen.
Michael Hetjens
Hetjens@aol.com
24.6.2004
(zu unserer Besprechung von Romeo et Juliette in Frankfurt)
Sehr geehrter Herr Tillmann,
mit Verwundern las ich Ihre Kritik von "Romeo et Juliette" in Frankfurt.
Habe gerade "Romeo et Juliette" an der Bayerischen Staatsoper genießen dürfen! Als Juliette sprang die von Ihnen "zerrissene" J. Lascarro für A.-M. Blasi ein, die erkrankte. Entgegen Ihrer Meinung muss ich feststellen, dass sie Ihre Sache außerordentlich gut gemacht hat. Stimmlich mit Sicherheit nicht so groß wie A.-M. Blasi, was ja aber aufgrund des Alters auch nicht möglich ist!
Und nicht nur ich war begeistert, sondern fast 5000 Besucher der beiden Vorstellungen. Vielleicht liegen die Ansprüche an einem mittleren Haus wie in Frankfurt höher als an der Bayerischen Staatsoper, deswegen berichten Sie wohl auch nicht aus München in Ihrem Magazin, trotzdem hat es allen gefallen!
Da mich Ihre Kritik derart "faszinierte", hab ich mich mal auf die Suche nach weiteren gemacht. Und siehe da, überall das gleiche Bild, vernichtende Rezessionen, unsachliche, unter die Gürtellinie gehende Verschmähung. Wenn ich Buhs verteilen würde, ganz klar fur Sie.
Mit freundlichen Grüßen,
Katharina Sievers, München
sikath23@yahoo.de
19.6.2004
(zu unserer Besprechung von Die ägyptische Helena in Essen)
Vielen Dank für diesen wunderbaren bissigen Kommentar zur "Ägyptischen Helena" in Essen. Jetzt werde ich mir die Aufführung auf jeden Fall nicht entgehen lassen.
Gruß,
Dr. Gudemann
Doctores2@aol.com
16.6.2004
(zu unserer Besprechung des Galakonzertes mit Edita Gruberova am 3. Juni in Düsseldorf)
Sehr geehrter Herr Tillmann,
Ihre Besprechung des Galakonzerts am 3.Juni mit Edita Gruberova habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich finde es sehr erstaunlich, dass jemand den Mut besitzt, aus dem allgemeinen Begeisterungstaumel um die Gesangskunststücke der Gruberova auszubrechen und in prägnanten Worten Mängel in Rollenauffassung und -gestaltung aufzuzeigen.
Ich konnte Frau Gruberova des öfteren auf der Bühne (vor allem in Zürich) und im Konzert (zuletzt mit Norma in Baden-Baden) erleben. Ich war fast immer hingerissen von der atemberaubenden Gesangskunst der Diva. In Baden-Baden hat mich ihre Kunst zum ersten Mal kalt gelassen. Für mich war es ein ermüdender, spannungsarmer, gar enttäuschender Abend. Ich habe lange darüber nachgedacht, bin mir aber sicher - und ihre Besprechung bestätigt mir das -, dass Frau Gruberovas kunstvoller Gesang meistens purer Selbstzweck bleibt und einem die Opernfigur überhaupt nicht näher bringt. Weniger prominente Normas in Aufführungen am Badischen Staatstheater bleiben mir in weitaus besserer Erinnerung.
Günther Erb
guenther.erb@freenet.de
4.6.2004
Zum Konzert von Zimerman in der Düsseldorfer Tonhalle am 27. Mai 2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe den Chopin-Abend - kurzfristig geändertes Programm auf Wunsch des Pianisten u.a. mit Mazurken, der b-moll Sonate und meiner Lieblings-Ballade Nr. 4 f-moll - sehr genossen. Es gab keine Zugabe - nach der Sonate Nr. 3 h-moll auch schwierig - ein so dichtes Werk - was soll da noch kommen?
Nun habe ich seit einiger Zeit eine Art Phänomen beobachtet. Wenn Krystian Zimerman spielt - besonders bei den Balladen - höre ich immer eine Art "Stimme", die singt - es ist schwer zu beschreiben ... könnten das Obertöne sein? Singt er mit? Letzteres glaube ich nicht, denn ich habe ihn ja nun live erlebt und diese Töne trotzdem gehört.
Hört noch jemand diese Töne? - Nicht, dass mich das beunruhigen würde - ich finde es nur interessant ...
Viele Grüße aus Köln
Sabine Nölke
s-noelke@netcologne.de
10.3.2004
(zu unserer Besprechung von Eine florentinische Tragödie in Gelsenkirchen)
Lieber Herr Schmöe,
kann man davon ausgehen, dass Sie noch nie eine gute Zemlinsky-Oper gesehen, respektive gehört haben?! Wie sieht denn die originale Orchesterbesetzung aus? Großes Strauß-Orchester oder Mozart-Besetzung? Ein mutiges Häuflein Musici - waren es 30 oder 40 Musiker, die ich im Graben zählte - wagte sich an eine Mammut-Partitur und versagte kläglich.
War Herr Kim noch gerade akzeptabel, so war Burkhard Fritz völlig fehlbesetzt (Jugendlicher Heldentenor ist gefragt - Fritz ist reiner Belcanto-Sänger! Ging ja schon im Parsifal kläglich unter; das hätte ihm reichen sollen). Frau Ogawa-Yatake war im Rang praktisch nicht mehr hörbar. Zemlinsky wollte für die Partie eine Wagner-Stimme ! Dramatischer Mezzo !
Und warum gab es deutsche Übertitel? Das hat es noch bei keiner bisher von mir besuchten Zemlinsky-Oper bedurft. Da war fast alles klar verständlich - passende Sänger vorausgesetzt. Man kann den Sängern keinen Vorwurf machen, nur, wenn ich das Sängerpotential nicht habe, dann kann man diesen Zemlinsky nicht geben. Das ist Direktionssache!
Auch was aus dem Orchestergraben kam, war grauenhaft - besseres Kurorchester. Probensache? Ich weiß von Herrn Conlon, dass er mit den Kölnern damals diverse Zusatzproben vereinbarte, weil die Partitur einfach zu vertrackt ist. Auch wennSie vielleicht - weil vermutlich zu jung - die letzten großen Aufführungen in Hamburg (Albrecht) bzw. Köln (Conlon) nicht erlebt haben, so gibt es doch mittlerweile diverse CDs, wo Sie sich mal orientieren könnten.
Für mich ist diese Musik besser als Strauß. Nur leider nicht in Gelsenkirchen.
So long, hojotoho,
Ihr B.B.
BertoldBuhmann@aol.com
10.2.2004
Wie lange dauert die "Feldmesse " von Martinu Bohuslav? Wo kann man die Noten für Chor und Orchester kriegen? Ich wäre interessiert an dem Werk.
Freundliche Grüße,
André Welter
WelterAndre@aol.com
8.2.2004
(zu unserer Besprechung der Salome in Essen)
Mit der Kritik von Herrn Schmöe über die neue Produktion an der Aalto Oper in Essen, mit Richards Strauss Oper "Salome", bin ich der gleichen Meinung, wenn sie sich auf das Regieteam bezieht. Außer in der Bayerischen Staatsoper gehören auf fast allen deutschen Opernbühnen heruntergelassene Hosen, Pornographie und obszöne Szenen zum Alltag. Mich stört seit Jahren dieser infantile Realismus und aus diesem Grunde besuche ich kein zweites Mal solche Aufführungen, auch wenn der künstlerische Wert sehr zu schätzen ist.
Es wundert mich, dass diese Tatsache die Rezensenten dieses Forums bei anderen Inszenierungen nicht gestört hat (Hilsdorf, Kosw.,Neuffels,etc.) und für mich gibt es nur die Erklärung: Der Regisseur T. Knabe ist noch recht unbekannt und endlich hat jemand den Mut gefunden, ihn korrekt zu beurteilen. Es ist immerhin ein guter Start, in der Hoffnung, dass dieser nicht einmalig bleibt.
Die musikalische Seite von Herrn Schmöes Kritik ist von mir nicht gänzlich zu akzeptieren. Hier verwendet er den selben Stift wie Herr Tillmann: Beide können den Dirigenten Herrn Soltesz nicht ertragen. Sie gehen mit der Kritik so weit, dass sie das Orchester hervorragend beurteilen, und trotzdem seinen Leiter mit subjektiven Argumenten versuchen zu demolieren, wie in diesem Forum bekannt ist. Bedauerlicherweise bin ich kein Soltesz-Fan, wohl aber ein Vertreter von Ehrlichkeit. In diesem Esprit finde ich auch Ihre Beurteilung der Salome-Interpretin Frau Patane außerhalb einer objektiven Beurteilung, ein naher Nachbar der Boshaftigkeit. Frau Patane hat 90 Minuten lang in der Behinderung des Bühnenbildes und des Kostümes hin- und herzulaufen, und zusätzlich hat sie auch noch gesungen. Und wie? Sie hat so gesungen, dass das unvoreingenommene Publikum begeistert war. Ihre Stimme wird als Soubrette eingeschätzt. Den gleichen gravierenden Fehler hat Herr Tillmann ebenso gemacht, als die große Kunst von Frau Mosuc als Elvira in "I Puritani" in Essen nicht geschätzt werden konnte. Zur Information möchte ich bekannt geben, dass beide Sängerinnen mit ihren "Soubrettenstimmen" das italienische Publikum und die Kritiker in Italien in der Arena di Verona begeisterten. So wie ein Regisseur die Musik respektieren muss, sollten ebenso die Kritiker die musikalische Leistung korrekt einschätzen und respektieren.
Gruß aus Essen,
Mario del Rimba
rimbasiu@freenet.de
7.2.2004
(zu unserer Besprechung von Die Zauberflöte in Kaiserslautern)
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich besuchte am 6.2.2004 eine Aufführung der Zauberflöte am Pfalztheater Kaiserslautern (in der von Ihnen in Ihrem OMM-Artikel beschriebenen Inszenierung). Ihre Rezension kann ich in Einzelteilen nachvollziehen, teils ist mein persönlicher Eindruck aber auch positiver, konkret:
1) Ich fand die Einbindung "technischer Kabinettstückchen" (Kühlschrank, Traktor, Fahrrad, Hebevorrichtung für Papageno u.a.m.) quantitativ überzogen und vor allem von ihrer Funktion her nicht zwingend. Es war nicht erkennbar, welches Ziel hiermit innerhalb des Gesamtkonzepts verfolgt wurde.
2) Dem Orchester muss ich eine tadellose Leistung bescheinigen. Hierbei möchte ich insbesondere die Bläsergruppe hervorheben (mit großartiger Querflöte).
3) Von der sängerischen Leistung her genügte meines Erachtens die "Königin der Nacht" nicht den Ansprüchen; in ihren beiden großen Arien wurden die Spitzentöne nicht erreicht. Hier stimme ich mit Ihnen überein, dass die Sängerin für diesen Part schlicht und einfach überfordert war, wobei natürlich zu bedenken ist, welche extremen technischen Anforderungen gerade diese Partie stellt.
4) Sehr positiv hervorheben möchte ich dagegen die Sängerin Adelheid Fink als Pamina. In diesem Punkt kann ich mich Ihrer Rezension voll und ganz anschließen: Die Arie "Ach, ich fühl's..." wurde musikalisch exzellent und mit großem Einfühlungsvermögen interpretiert, die Identifikation mit der Rolle war vorbildlich. Diese 5 Minuten fand ich wirklich ergreifend; das ging "unter die Haut".
Mein Fazit: Ich habe mich nicht darüber geärgert, die Vorstellung besucht zu haben. Zwar mag das Gesamtkonzept von Urs Häberli unausgegoren und in manchen Teilen unreflektiert gewesen sein, doch allein schon wegen des guten Orchesters und einer sehr guten Pamina hat sich für mich die Fahrt nach Kaiserslautern am 6.2.2004 gelohnt.
Volker Petry
VP6197@aol.com
4.2.2004
Vor kurzem war ich in der Alten Oper Frankfurt und habe "Manon" gesehen. Ich war doch sehr enttäuscht, da die Oper so stark gekürzt war und kaum wiederzuerkennen war. Die sängerischen Leistungen waren auch nur Mittelmaß. Juanita Lasacaro hatte doch hörbare Probleme mit der Partie und war kein Vergleich z.B. zu Alexandra von der Weeth in Düsseldorf.
Mich würde interessieren, nach welchen Kriterien die Kritiker eigentlich das Opernhaus des Jahres auswählen.
hetjens@aol.com
4.2.2004
Hallo,
ich muss ehrlich sagen ich bin sehr überrascht über das neue Album "Sings America" von David Hasselhoff. Dieses Album ist echt der HAMMER!
Wahrscheinlich das Comeback des Jahres!
Einfach mal reinhören. ES LOHNT SICH.
Gruß, Kai
KBleekmann@t-online.de
21.1.2004
(zu unserer Besprechung von Das schlaue Füchslein in Saarbrücken)
Sehr geehrter Herr Hanusa,
gestatten Sie mir ein paar Hinweise zu Ihrer OMM-Kritik der Saarbrücker Aufführung "Das schlaue Füchslein"! Ich möchte Ihnen zustimmen, dass die Inszenierung nicht gelungen ist. Die Darstellung der Bäume durch Gummibänder missfiel mir sehr. Es ist ein Jammer mit vielen sogenannten modernen Inszenierungen. Ich halte mich zwar nicht für einen Traditionalisten und bin durchaus aufgeschlossen für neue Sichtweisen, aber wenn ich erlebe, dass einfach alles gegen den Strich gebürstet wird (zahllose Beispiele könnte ich hier aufzählen), dann sehne ich mich nach einer Regie, die sich traut, zu den Stücken zu stehen und die Butterfly in Japan, Aida in Ägypten, Carmen in Spanien und Turandot in China zu belassen, Wald Wald sein zu lassen, nicht jede vergangene Epoche ins Heute zu holen, auf der Bühne noch Zauber zu verbreiten statt Kälte, und das Denken des Zuschauers nicht in vorgedachte Bahnen zu lenken.
Ich bin durchaus in der Lage Bezüge zur heutigen Zeit herstellen, ohne dass sie mir aufgezwungen werden. In diesem Zusammenhang möchte ich lobend die Saarbrücker Inszenierung von "André Chenier" erwähnen, die ich mir - vor allem wegen der gesanglichen Leistungen - dreimal angeschaut habe. Überhaupt finde ich, dass Kritiker viel mehr auf die gesanglichen Leistungen eingehen sollten. Häufig habe ich den Eindruck - wobei ich nicht Sie meine - dass Kritiker Stimmen und gesangliche Leistungen gar nicht mehr einschätzen und beurteilen können. Oft ist es doch so, dass die Leistung eines Sängers mit einem Adjektiv beschrieben wird, bisweilen wird nur der Name erwähnt (oder nicht einmal das). Ich finde so etwas einfach unverschämt. Ich gehe jedenfalls in erster Linie in die Oper, um gute Stimmen zu hören (dazu zählen auch die Orchester-"Stimmen") - die Inszenierung ist mir zwar wichtig, kommt aber immer erst an zweiter Stelle. Außerdem wäre es mir lieb, wenn in einer Kritik deutlich würde, dass hier letztlich nur die ganz persönliche Meinung eines Menschen kundgetan wird. Besonders deutlich wird die ja doch immer ganz persönlich gefärbte Sichtweise, wenn man verschiedene Kritiken miteinander vergleicht. Beispielweise waren die Kritiken zu der Saarbrücker "Füchslein"-Inszenierung und der Kaiserslauterner "Zauberflöte" in den örtlichen Tageszeitungen sehr positiv, während Ihre Kritiken "Verrisse" waren. Wem soll denn nun der arme Leser glauben? Am besten sich selbst. So halte ich es jedenfalls. "Die Zauberflöte" fand ich z.B. sehr gelungen.
Wie wäre es mit einem ganz neuen Beruf - dem Kritikerkritiker?! Also jemand, der Kritiker kritisiert. Das wäre ein Job, der mir gefallen würde. Stellt das OMM mich vielleicht ein??? Na, vielleicht ist das doch keine so gute Idee. Am Ende haben wir dann auch Kritikerkritikerkritiker, die wiederum die Kritiken der Kritikerkritiker verreißen. Dann lassen wir's also doch besser so, wie es ist! :-)
Mit freundlichen Grüßen aus dem Saarland,
Erwin Altmeier
sarrois@gmx.net
12.1.2004
(zu unserer Besprechung von Der Ring des Nibelungen als Gastspiel des Mariinsky-Theaters am Festspielhaus in Baden-Baden)
Sehr geehrter Herr Wurzel,
Ihren Bericht über den "russischen Ring" kann ich voll und ganz nachvollziehen. Einem erfahrenen Ring-Besucher mussten in der Tat viele Einzelheiten der "Bebilderung" - von Regie konnte wahrlich keine Rede sein - weh tun. Andererseits hat diese "Regie-Askese", unterstützt durch die Übertitelung, möglicherweise so manchem Ring-Aspiranten einen unverstellten Einstieg in dieses Werk ermöglicht. Die über weite Strecken fehlende Personenregie bleibt aber ein Manko und erschwert wiederum das Verständnis.
Das spürbare, überaus große Engagement aller Mitwirkenden, das alle Aufführungen geprägt hat, sollte als besonders positiv vermerkt werden. So bleibt trotz mancher Einwände dieser Ring-Zyklus in guter Erinnerung.
Günther Erb
guenther.erb@freenet.de
11.1.2004
(zu unserer Besprechung der Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen in Düsseldorf)
Ich kann der Beurteilung nur zustimmen, die Wiederaufnahme des Ringes war lange fällig und ein tolles Erlebnis, die Zeit verging zu schnell und allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön. Bitte mehr davon.
Heiko Böckenkröger
boeckenkroeger@t-online.de
9.1.2004
Sehr geehrter Herr Tillmann,
mit großer Freude habe ich im Internet Ihre Rezension über die Norma der Frau Miricioiu gelesen. Ich kenne und bewundere Frau Miricioiu seit über 15 Jahren. Für mich ist sie einfach die aufregendste Sängerin unserer Zeiten. (Und - gäbe es Gerechtigkeit auf dieser Welt - wäre sie einer der allergrößten Sterne am Opernhimmel, anstelle mancher Produkte der Publicity-Maschinerie.)
Schon als ich sie zum ersten Mal sah, in einer konzertanten Aufführung des Tancredi, sagte ich mir: Was für eine Sängerin! Die großen Rossini- und Donizetti- Gestalten wie Armida, Anna Bolena, Lucrezia Borgia würden wunderbar zu ihrer Stimme passen! Und dann sang sie in den darauffolgenden Jahren diese Rollen, und ich sah sie in vielen unvergesslichen Aufführungen: Roberto Devereux, Semiramide, Anna Bolena, Don Carlos, Robert le Diable, Norma, Ermione - letztere mit absoluter Sicherheit der Höhepunkt meines Werdegangs als Opernbesucher, da ich überzeugt bin, dass ich die Intensität dieser Aufführung nie wieder erleben werde.
Haben Sie vielen Dank für Ihre Bemühungen!
Georg Petrescu
georg.petr@gmx.de
Beiträge aus dem OMM-Forum vor 2004
Zurück zum aktuellen OMM-Forum
|
|