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Nordisk musikk - Das große Geheimnis?Oder: nordische Musik ist nicht nur Edvard Grieg
Nach nunmehr fast einhundert Jahren ist wieder eine deutschsprachige Musikgeschichte Nordeuropas erschienen. Es ist ein lobenswertes Projekt, das von der Schwedischen Musikakademie unter Beteiligung der fünf nordischen Länder ins Leben gerufen wurde. Nun wird sich der Leser fragen, wie es die Herausgeber geschafft haben mögen, die umfangreichen Musikgeschichten der einzelnen Länder möglichst vollständig und doch komprimiert darzustellen. Er wird ein bisschen enttäuscht sein. Es gibt keine vollständige Musikgeschichte. Dieses Buch, und das ist das Neue und Gelungene, versteht sich als eine übergreifende nordische Musikgeschichtsschreibung, die zu weiteren Diskussionen und Forschungen anregen möchte. Ein Nachschlagewerk soll dieser Band nicht sein. Inhaltlich findet der Leser dann irgendwann natürlich Edvard Grieg und Jean Sibelius, Wissenswertes zur Hardangerfiedel und über das Kalevala-Epos. Er findet auch Essays zur Kirchenmusik, zur Folklore, zur Nationaloper und zum Nationalbewusstsein, aber auch zur Popularmusik, Chormusik, Symphonik, zum Musikdrama nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Musikpolitik und deren Institutionen. Es ist ein Rundumschlag in essayistisch-populärwissenschaftlicher Form, der Einblick in bestimmte Bereiche der nordischen Musikgeschichte gibt, ohne dabei den Leser mit zu vielen Detailfakten zu überhäufen. Die musikgeschichtlichen Zusammenhänge sind das Spannende an diesem Band, der mit zahlreichen Bildern, Notenbeispielen und Kurzinformationen auch einfach nur zum entspannten Durchblättern anhält. Wer sich wissenschaftlich mit der Thematik befasst, wird im bewusst nicht vollständig konzipierten Literaturverzeichnis weiteren Lesestoff finden. Einziger negativer Punkt: bei einem Preis von 74,90 Euro zögert der musikalisch Interessierte vielleicht doch mit der Anschaffung. Und das wäre schade.
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