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Ewa Kupiec - Die polnische Pianistin zu Gast in der Kölner PhilharmonieAm Rande ihrer Konzerte in Köln hatte Gordon Kampe die Möglichkeit, mit der Pianistin Ewa Kupiec über ihre Ansichten zum Klavierkonzert von Lutoslawski und allgemein über ihr künstlerisches Verständinis von der Klavierliteratur des 20. Jahrhunderts zu sprechen
Kupiec: Es ist für mich immer etwas besonderes in Köln zu spielen: Ich habe lange in Köln gelebt und musiziert, daher kenne ich Köln und die Kölner sehr gut. Und es macht immer Freude, wieder zurückzukehren. OMM: Wie wurden Sie denn vom Kölner Publikum aufgenommen, immerhin bringen Sie ja mit dem Lutoslawski-Konzert eine ungewohntere Musik zu Gehör. Kupiec: Das Publikum hat mich sehr freundlich aufgenommen. Nach dem Lutoslawski Konzert springt man nicht gerade von den Sitzen auf, doch es ist sehr pianistisch und brillant und das wussten die Kölner zu schätzen. OMM: Mit Stanislaw Skrowaczewski hatten Sie einen erfahrenen Dirigenten an Ihrer Seite. Wie verliefen die Proben? Kupiec: Stanislaw Skrowaczewski besitzt ein hohes Einfühlungsvermögen und es war ganz unproblematisch mit ihm zusammen zu arbeiten. Auch mit dem Gürzenich-Orchester war das gemeinsame Musizieren ganz einfach. OMM: Sie haben das Konzert an drei aufeinander folgenden Tagen gespielt. Wie schaffen Sie es, sich immer wieder neu darauf einzustellen?
Kupiec: Beim ersten Konzert ist man immer ein bisschen nervöser, da können immer noch Kleinigkeiten geschehen, bei mir oder im Zusammenspiel mit dem Orchester, wovon das Publikum natürlich nichts merkt. Doch man will natürlich immer noch besser spielen, und so merkt man sich diese Kleinigkeiten und versucht es, im nächsten Konzert wieder anders zu spielen. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung. OMM: Welche Stellung hat das Klavierkonzert von Lutoslawski für Sie persönlich, und wie erarbeitet man sich ein solch komplexes Werk? Kupiec: Das Klavierkonzert stammt aus dem Jahr 1987, ist also ein sehr spätes Werk Lutoslawskis. Ja, es ist fast eine Zusammenfassung verschiedener Schaffensperioden. Manchmal hört man Anklänge an seine 3. Sinfonie, die nur wenige Jahre vorher entstanden ist. Auch das berühmte Konzert für Orchester aus den fünfziger Jahren kann einem in den Sinn kommen. Aleatorische Passagen, mit denen er lange und viel gearbeitet hat, enthält es nur sehr wenige. OMM: Sie kannten den Komponisten persönlich, haben auch mit ihm gearbeitet, ändert das etwas an der Einstellung zum Werk? Kupiec: Natürlich war es eine sehr bereichernde Erfahrung, Lutoslawski kennen zu lernen. Aber, das ändert nichts an der Herangehensweise. Als Interpret ist man dem Notentext verpflichtet. OMM: Spielen Sie, neben Lutoslwaski, auch andere Musik des 20. Jahrhunderts? Kupiec: Ja, das tue ich sehr gerne. Leider lernt man diese Musik an Hochschulen nur sehr wenig kennen, daher ist man auf Eigeninitiative angewiesen. Mein Mann ist Komponist und durch und mit ihm, habe ich sehr viel neuere Musik kennen- und schätzen gelernt. Es ist für mich als Pianistin auch eine Pflicht, diese Musik zu spielen, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Besonders mag ich die Amerikaner, wie John Cage oder Georg Crumb, von denen ich schon viel gespielt habe. Auch die "Neo-Romantiker" mag ich sehr gerne - mit den "Darmstädtern" habe ich so meine Probleme. OMM: Auch Ihre neue CD-Einspielung, eine Ersteinspielung mit Werken der Komponistin Bacewicz, ist Musik des 20. Jahrhunderts. Bacewicz ist in Deutschland nicht sehr bekannt, was macht ihre Musik aus? Kupiec: Ihre Stücke entstanden hauptsächlich in den 30´er Jahren des letzten Jahrhunderts und ihre Musiksprache ist auch durch diese Zeit geprägt und wirklich sehr gut zu hören. OMM: Frau Kupiec, herzlichen Dank für das Gespräch!
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