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  Rock - Pop
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Valerie
Picknick

Romeo und sie...

Von Sabine Kaufmann

Wer glaubt, daß Valerie Sajdik zu den Newcomern gezählt werden darf, also "Welpenschutz" genießt, irrt. Diese junge Künstlerin hat bereits vor Jahren als Sängerin von Saint Privat mit dem Album Riviera so eindrucksvoll bewiesen, daß sie Klasse hat, daß man nun recht viel von ihr erwartet. Man hat also Maßstäbe. Umso neugieriger durfte man auf ihr Solo-Album der Sparte "deutsches Chanson" sein, das seit ein paar Wochen auf dem Markt ist und beginnt, mit einigen der Titel die deutschsprachigen Schlagerparaden zu erklimmen.

14 Stücke aus eigener Produktion, an denen sie neben David Bronner jeweils als Texterin oder Komponistin mitgewirkt hat, bietet  "Picknick".  14 Möglichkeiten also, zu zeigen was sich in der Zwischenzeit getan hat. Der Titelsong bietet musikalisch weit mehr als der dazu geschriebene Text. Doch das gleich darauf folgende "Mädchen (sind doof, Frauen sind dein Untergang)" hingegen hat da schon wesentlich mehr Substanz, Witz und das gewisse Etwas. Frech ist "Romeo", ja Valerie, du sprichst deutlicher als wir anderen aus, was uns so umtreibt. "Papa" aber ist fast peinlich, die "Oedipa" hat "Schwesterherz" irgendwie flotter hingekriegt. Valerie Sajdik bewegt sich bzw. surft (ich vermute mal auf Initiative ihrer Marketing-Abteilung) mit ihrer äußerst delikaten Stimme bei diesem Album auf einer derzeit bereits etwas strapazierten Welle. Immerhin um einiges reizvoller als
Annett Lousisan, wenn auch leider zu oft in deren mädchenhaftem Tonfall, aber noch lange nicht auf dem vorgelegten eigenen Niveau (siehe oben). Das Ausnahme-Talent Anna Depenbusch hat in diesem Genre einiges vorgelegt, das als Maßstab gelten kann. Mal hinhören.

Gar nicht überraschend ist, daß Valerie die drei in französischer Sprache gesungenen Chansons weit packender gelingen als die durchaus eingängigen deutschen Lieder. Valerie "hat´s drauf", man muß sie nur lassen. Aber einfach schmerzhaft ist, wenn sie "Cadillac" wie "Cädijäck" singt - da müßte ihr jemand Nachhilfe in Automarken geben... Musikalisch haben wir allerdings ein perfekt arrangiertes und durchaus populär aufgemachtes Paket mit
prima Popmusik - Ohrwürmer inklusive. Im Konzept gelungen, doch den Möglichkeiten der erstklassigen Jazz-Sängerin nicht unbedingt gerecht. Es gibt auf dem Album diverse Stücke, die es dennoch eins wie das andere allemal wert sind, sich Valeries "Picknick" zuzulegen: "Zeit", "Crime", "Regen" und "Romeo" gehören dazu.

Ein Wort noch zum Booklet mit den Texten: nette Idee - doch wer soll diese Mikro-Schrift denn lesen? Da braucht es kerngesunde 20-jährige Augen. Alle anderen müssen auf Lupen von großem Kaliber oder Raster-Elektronen-Mikoroskope zur Hilfe zugreifen. Ja denkt denn niemand (gilt auch für ungezählte andere Alben) daran, daß nicht alle Menschen Adleraugen haben? Die gute Absicht, die Texte zum Mitlesen zu vermitteln, verpufft durch die Gedankenlosigkeit des vermutlich äußerst scharfsichtigen Layouters. Mitdenken!



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Valerie
Picknick

Valerie Sajdik  -  Gesang
David Bronner  -  Keyboards, Gitarren, Bass
Bandbegleitung

(P)+ © 2008 Sony BMG Austria

1. Picknick
2. Mädchen
3. Romeo
4. Noch einmal
5. Effets secondaires
6. Papa
7. Irgendwie
8. Übermorgen
9. Cadillac
10. Crime
11. Regen
12. Larzac
13. Zeit
14. Wien bei Nacht

Gesamtzeit:  52:39

Weitere Informationen unter: www.valeriesajdik.com
www.sonybmg.at
www.ariola.de
www.sonybmg.de



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