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Jeff Richman, Jimmy Haslip, Danny Gottlieb
Trio Loco



Gitarren-Fusion ist noch nicht tot...



...und ob er schon komisch riecht, lässt sich nicht genau feststellen; auf jeden Fall klingt er noch sehr lebendig. Wer's nicht glaubt, dem sei Trio Loco ans Herz gelegt. Die drei Musiker im Trio um den Gitarristen Jeff Richman haben nicht lange gefackelt, sondern haben ein paar Tage zusammen gespielt (weil sie das ja schon immer mal vorhatten) und sind anschließend direkt auf die Bühne gegangen, um ein Album aufzunehmen. Gut daran getan haben die Herren, dass sie sich nicht auf ein steriles Studio-Projekt gestürzt haben. Das Resultat ist dementsprechend adrenalinlastig. Man merkt doch einen deutlichen Unterschied zu herkömmlichen Studio-Platten aus dieser Richtung. Hier wird gejammt, was das Zeug hält. Wer großartige Innovationen für Sound und Stil von Gitarren-Fusion erwartet, wird etwas kurz kommen, aber diese Aufnahme reiht sich problemlos in eine bestehende Sammlung von Jazz-Rock-Scheiben ein.

Jeff Richman, der in den USA ein gefragter Session-Musiker ist und öfters mal mit Mike Stern, Steve Lukather und Vinnie Colaiuta jammt, braucht sich mit seinem Gitarren-Spiel wirklich nicht zu verstecken. Anstatt endloser Solo-Exzesse sind überwiegend ausgedehnte Melodie-Linien, die ab und zu an Pat Metheny erinnern, in seinen Soli vertreten. Die Mitmusiker hat Richman ebenfalls sehr gut ausgewählt. Jimmy Haslip ist als hauptamtlicher Yellowjackets-Bassist den Kennern ebenso bekannt wie Danny Gottlieb, der früher Trommler in der Pat Metheny Group war. Haslip spielt den Bass souverän wie immer, und Gottlieb füllt das Klangbild mit seinem unaufdringlichen, aber dennoch groovigem Schlagzeugspiel.

Der Opener von Trio Loco, Three Planets, beginnt mit einem rhythmisch vertrackten Riff im schnellen 6/8-Takt, das in einen Mid-Tempo-4/4-Takt moduliert. Das Gitarren-Solo läuft schließlich auch über dieses Riff, was dem Stück ein spannendes Schwanken zwischen Ruhe und Bewegung verleiht. Man merkt bereits hier, dass die Musiker viel Spass bei der Sache hatten. Bei Abeology kommt Jimmy Haslip mit einem tollen Solo zu Wort, ebenso bei Daji, einem Uptempo-Jam zwischen Haslip und Gottlieb. Little Star ist stilistisch schwer einzuordnen. Rhythmisch findet man New-Orleans-Anleihen, man glaubt aber auch tango-ähnliche Strukturen erkennen zu können. Country Living ist ein funkiges Intermezzo mit ausuferndem Gitarrensolo, aber auch Danny Gottlieb darf ausgiebig über den Background der Saiteninstrumente solieren. In Kamaroon findet man interessante Überlagerungen verschiedener Taktarten, was dem Stück ein afrikanisches Feeling verleiht. For Keith ist eine leise, aber nicht sentimentale Ballade im alten Stil. Das abschließende Simplexity ist nicht so simpel wie der Titel. Man kann vermuten, dass dieses Stück frei und spontan auf der Bühne entstanden ist. Die Musiker haben sich die Bälle so zugespielt, dass die ständigen Veränderungen eine Charakterisierung des Stückes stark erschweren. Es scheint eine Zusammenfassung der gesamten Session zu sein.

Tempo-, Takt- oder Stilwechsel sorgen auch innerhalb der Stücke immer wieder für Abwechselung. Alles in allem kann man das Album jedem Fusionfreunden empfehlen. Auch Nichtgitarristen werden an "Trio Loco" Gefallen finden können.





Von Ludger Koch










Richman, Haslip, Gottlieb - Trio Loco



(p) + © 2001 Metalimbo Records
Metalimbo Records is a division of
EFA-Medien GmbH
EFA 06358-2



Musicians:
Jeff Richman: Guitar
Jimmy Haslip: Bass
Danny Gottlieb: Drums


Track Listing:

1. Three Planets (Richman)
2. Abeology (Richman)
3. Little Star (Richman)
4. Country Living (Haslip)
5. Daji (Haslip / Gottlieb)
6. Red Planet (Haslip)
7. Monkfish (Richman)
8. Kamaroon (Richman)
9. For Keith (Richman)
10. Simplexity (Richman / Haslip / Gottlieb)



Da capo al Fine

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