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CDs Rock - Pop - Jazz etc. |
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Compared To What Ein zweischneidiges SchwertVorweg sei gesagt: Bei "Compared To What" handelt es sich in erster Linie um ein Remix-Album und wurde offensichtlich produziert, um den Freunden von Mushroom die Wartezeit bis zum voraussichtlich im Juni 2001 erscheinenden neuen Studio-Album zu verkürzen. Die Truppe um Patrick O'Hearn hat ihre Wurzeln sowohl im Jazz, als auch im Rock (hier besonders im psychedelischen). Der erste Track, der Titelsong "Compared To What", ist beispielsweise ein relativ traditionelles, hübsch grooviges Cover des alten LesMcCann/Eddie Harris-Hit, mit dem Jazz-Trompeter Jon Birdsong und dem überzeugenden Gesang von Gary Floyd. Hier wippt der Jazz-Fan noch unweigerlich mit den Füssen, wundert sich ein wenig über einige ausgefallene Analog-Geräusche, aber freut sich auf die nächsten Stücke. Diese Freude wird indessen nach und nach zunichte gemacht. Der Fan elektronischer psychedelischer Musik wird jedoch in den späteren Tracks dieses Albums für diese Jazz-Exkursion entschädigt. Schon der zweite Song "I Got Blisters On My Fingers" beginnt ungewöhnlich - und zwar mit dem zweieinhalbminütigen Mitschnitt eines Telefonats zwischen dem Pianisten Mike Holt und dem Percussionisten Dave Mihaly. Die andere Hälfte des Songs ist ein Instrumental-Jam mit zurückhaltenden Posauen- und Orgel-Fills. In "For Men With Beards" geht es im gleichen Stil weiter. Hier wird jedoch zwei Minuten lang nur ein achttaktiges Pattern in einer Schleife gespielt, ohne jeden Spannungsbogen. Es klingt wie der Background zu einem Solo - allerdings ohne Solo... Der Mama Faust Remix des Titels "Foxy Music" durch den deutschen Keyboarder und Soundtüftler Hans Joachim Irmler (von der Gruppe 'Faust') weist bereits extravagante Soundcollagen über einen meist durchgehenden Schlagzeugrhythmus auf. Die Titel der Remixes werden im Folgenden genauso merkwürdig, wie die Mixes selbst. Der Spex-magazine-died-for-somebody's-sons-but-not-mine-Remix von "Let's Have Sex" des deutschen Produzenten Quintus Kannegiesser ist so ein Beispiel. Es sind Passagen mit Analog-Synthesizern zu hören, die Emerson, Lake & Palmer-Fans Freudentränen in die Augen treiben, die beim Hörer aber auch den beinah unwiderstehlichen Drang auslösen, bewusstseinserweiternde Drogen einzunehmen. Wie man sich nach der Einnahme fühlen könnte, hört man im Belgian-White-Chocolate-Remix von "I Got Blisters On My Fingers". Die Gitarre aus diesem Track klingt beispielsweise plötzlich nach einer rückwärts gespielten Sitar und erinnert an den Duft von Räucherstäbchen und Tee. Den fragwürdigen Höhepunkt der CD bildet "Americans Own The Moon, They Bought It From The Germans - Who Won It During A Poker Game In World War II". Dieser 22-minütige 1968 Chicago Democratic Convention Remix (full length) ist im Zustand geistiger Klarheit kaum zu ertragen. Melodien und musikalische Struktur sucht man hier vergeblich. Beschreibbar ist dieser Track als Perfektion einer psychedelischen Soundcollage. Der Stil des gesamten Albums hat sich aber über die 7 Titel kontinuierlich in diese Richtung entwickelt. Wer masochistisch oder high genug war, die CD komplett anzuhören, wird noch mit einem Bonustrack "verwöhnt". Es handelt sich hier um einen Live-Mitschnitt, der gut in die Free-Jazz-Schublade passt, weil neben der Musik auch die Sound-Qualität an eine Zweispur-Aufnahme aus den Sechzigern erinnert. Sollte man dieses Album jetzt einem Jazz-Hörer empfehlen? Oder einem Elektronik-Hörer? Oder einem Psychedelic Rock-Hörer? Von der Plattenfirma wird der Stil von Mushroom als PsychedelicJazzKrautPostRock beschrieben. Wer sich selbst zu den Freunden dieser Musik zählt, wird bestimmt nicht enttäuscht. Von Ludger Koch |
Mushroom vs. bundy k. brown vs. faust vs. gary floyd
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- Fine -