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CDs von Gilbert Isbin und James Wilkinson



guitar music – meditativ und unorthodox



"Jazz-Gitarrenmusik" (was immer das auch sei) findet, wie soll es auch anders sein, hauptsächlich bei Gitarristen und Jazzfreunden Gefallen und Würdigung. Die zwei hier vorgestellten Alben von Gilbert Isbin und James Wilkinson bilden da keine Ausnahme. Gitarrenfreaks werden wohl beim Hören aufhorchen, den harmonische und melodische Konzeption sind ungewöhnlich, jenseits des Mainstream.

Gilbert Isbin spielt Songs von Nick Drake. Nick Drake (1948-1974) ist für Insider ein Begriff. Mit seinen Kompositionen, unorthodox in Rhythmik und Verlauf des Songs, hebt er sich vom gängigen Schema deutlich ab. Konventionell beginnend, entwickeln sich Melody und Harmonie rhythmisch auseinander, werden aber als Gesamtklang empfunden (Track 1 und 3). Kurz: einfach zu hören, aber schwer zu spielen. Ungewöhnlich auch der Schluss: vielfach enden die Songs scheinbar in der "Mitte" des Liedes, ohne klaren Abschluss – das weckt und fordert Aufmerksamkeit. Drakes Songs in der Bearbeitung von Gisbin nehmen den (geschulten) Hörer mit auf musikalisches Neuland mit. Die reizvolle Mischung von Dissonanz, ungewöhnlichen "pickingpattern" und eingängigem Sound lässt den aufmerksamen Hörer rätseln, wie der Song eigentlich zu Stande kommt. Nicht nur Jazzgitarissten werden hier ihre Freude haben. Der belgische Jazzpianist Gilbert Isbin ist kein Unbekannter in Jazzkreisen, umso schöner für den Hörer. Drive und Einfühlungsvermögen in die Kompositionen von Drake halten sich wohltuend die Wage.

Ansprechend, aber anders gelagert, ist die zweite CD: James Wikinson – from a distant shore. Meditatives, Nachdenkliches, Vorhersehbares im positiven Sinne. Weniger der "Konflikt" zwischen Harmony und Melody, sondern das rhythmisch ansprechende Miteinander zeigt Wilkinson als einschmeichelnden Soft-Jazzer. Kaum melodische Dissonanzen, dafür aber ein Stilmix von groovig-jazzigen Songs, die der "Global-Player" dem Zuhörer serviert. Zuhause in New Zealand, unterwegs und bekannt in Europa, Australien und Amerika, zeigt seine Musik alle Merkmale einer Weltmusik, die kaum die Raffinessen der Gitarre ausleuchtet, statt dessen im Wechsel von eigenen harmonies und lead den Zuhörer fängt (Track 4, Track 6 mit brillantem Sound!). Kleinere (melodisch-rhythmische) stilistische Wechsel im Song selbst (vom meditativen zum renaissanceartigen – Track 5) machen Lust auf Nachspielen – eingängig, nachvollziehbar, aber auf Dauer etwas ermüdend.





Von Erik Buchheister

















Gilbert Isbin plays Nick Drake
- a tribute to his music -

Recorded and mixed 7/99
at blubox, Troisdorf
Traurige Tropen 008







James Wilkinson:
from a distant shore

Recorded 2000
Infos unter www.whitecloudmusic.com

European Distribution
MVD Music & Video Distribution
Unterhaching
Tel. 089/6650320

Da capo al Fine

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