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Inner Exit
Touched



Stillstand

Von Stefan Schmöe

Das Debutalbum Thoughts der Mannheimer Band Inner Exit ließ bei allen Unausgewogenheiten - die man einem mutigen Debut durchaus zugestehen darf - aufhorchen: Da schwebte die Stimme von Vesna Marinovic ausdrucksstark und unangreifbar über einem (freilich allzu sehr auf die Möglichkeiten des Keyboards vertrauenden) Klangteppich (unsere Rezension). Die nun erschienene zweite CD mit dem Titel Touched teilt das Schicksal manchen "Zweitlingswerks": Sie kann sich aus dem Schatten des Vorgängers nicht befreien, entwickelt den Stil aber auch nicht entscheidend weiter – ein Auf-der-Stelle-Treten ohne die Inspiration des Debuts.

Komponist Herbert Stumpf setzt die neu zur Bandformation hinzu gekommenen „akustischen“ Instrumente Viola und Cello (dafür fehlt jetzt die Violine) konsequenter ein als in Thoughts: „Invisible“ beginnt, nur von den beiden Streichinstrumenten begleitet, wie ein Renaissance-Madrigal, und Proljece basiert auf einem großen Kanon der gleichen Instrumente. „Klassische“ Formen bestimmen auch „Ju-Ni“, das eine moderne Variante des Kinderliedes „Bruder Jakob“ ist. Stilbildend ist dies jedoch nicht, dazu reichen die musikalischen Einfälle nicht aus; die monotonen Tonleitern in „Embrace“ etwa sind beispielhaft für eine Idee, die nicht tragfähig genug ist. Zu oft versinkt die Musik dann eben doch in unbestimmter und nerviger elektronisch erzeugter Geräuschkulisse.

Schon in Thoughts war die Neigung von Inner Exit zu groß instrumentierter, pathetischer Musik unverkennbar – das setzt sich auf der aktuellen CD fort, aber noch stärker stört hier die synthetische Erzeugung des Orchesterklangs. „Everything fades away“ ist eine verkitschte Opernszene im Hollywood-Sound, der unfreiwillig parodistisch aus den Keyboards erklingt. Wenn der Band kein Orchester zur Verfügung steht, dann sollte sie auch keine Orchestermusik schreiben – sondern sich auf die Mittel besinnen, die ihr zur Verfügung stehen. So versinkt das neue Album unverbindlich zwischen verschiedenen Polen, die allesamt nicht erreicht werden. Auch die schönen, aber irgendwie immergleichen Texte von Sängerin Vesna Marinovic verstärken den Eindruck aktueller Ratlosigkeit. Symptomatisch dafür ist auch, dass mit den letzten Takten des Albums der Song „Deep Inside“ aus der Debut-CD zitiert wird, als wolle man an bessere Zeiten erinnern.


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Inner Exit:
Touched


Vesna Marinovic Vocals
Solveig Moske Viola
Jonathan Flkasman Violoncello
Michael Frasssine drums, perc, e-drums
Herbert Stumpf Keyboards

Texte: Vesna Marinovic
Musik: Herbert Stumpf

© & (P) 2005 CDquadrat Mannheim
CDQ9305-0102

Track List:

1. Invisible 4:38
2. Embrace 3:32
3. Tears 5:43
4. Hibernation 3:41
5. Fade away 6:01
6. Proljece 5:23
7. Ju-Ni 3:54
8. Denial 3:50
9. Gently touched your whisper 8:38

Total Time: 45:46

Weitere Informationen unter:
www.innerexit.com
www.cdquadrat.de





Da capo al Fine

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