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CDs Rock - Pop - Jazz etc. |
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Hiram Bullock
Color Me Just having a good timeVon Andreas HöflichHiram Bullock hat mit allen gespielt, die im Jazz Rang und Namen haben. Am bekanntesten und erfolgreichsten ist sicher seine Zusammenarbeit mit David Sanborn gewesen. Die Musik, die die beiden machten, lässt sich im Nachhinein sicherlich als Weichspüljazz bezeichnen. Auch wenn man sie nicht mag, muss man doch den beiden perfekte instrumentale Fähigkeiten bescheinigen. So ist es wohl auch mit der CD von Hiram Bullock. Eine echte Neuveröffentlichung ist dieses Album nicht. Vielmehr das Re-Release der CD "Color Me", die 1999 bei Victor in Japan erschienen ist und nicht in Europa zu haben war. Aber man muss zugeben, dass Bullock hier seinen eigenen Weg konsequent weitergeht. Er ist nicht ein Musiker wie Scofield oder Stern, der sich in erster Linie als Gitarrist versteht und in dieser Funktion aufgeht. Bei dieser Veröffentlichung hat er eben alles selbst gemacht. Er hat die Stücke komponiert und produziert. Er spielt natürlich Gitarre, ist aber vor allem als Sänger sehr präsent. Früher hat er eher straighte instrumentale Funk-Alben gemacht. "Color Me" ist eine Mischung aller Einflüsse. Ein bisschen Funk ist auch hier dabei, aber auch viel Romantik und Soul. Der große Pluspunkt der CD ist die eingespielte Routine zwischen Bullock, Will Lee am Bass und Clint de Gannon an den Drums. Diese kommt schon im Opener "Cafe Luna" voll zur Geltung. Dabei reicht der fette Groove bis an Stücke der Platte "From All Sides" aus dem Jahre 1986 heran. Das Gitarrenspiel Bullocks ist wie immer exquisit. Sein Markenzeichen - die Bendings, die immer einen Viertelton neben dem "richtigen" Ton liegen - ist auf der ganzen Platte zu bewundern. In den Power-Stücken spielt er eine fabelhaft druckvolle Gitarre. Auf "Window 2K" ist posthum nochmal Kenny Kirkland bei einem Klaviersolo zu bewundern. Von der rockigen Seite ist auch "Hurricane", das eher schon an ZZ Top erinnert. Diese Seite wird durch den Hendrix Klassiker "If Six Was Nine" einem Höhepunkt zugeführt. Danach geht es leichter und ruhiger zur Sache. Die Titel "Color Me", "I'm Your Fool Tonight" und "Your Face" könnte man - wenn man böse wollte - als seicht bezeichnen. Sie sind aber die Folge von Bullocks Verständnis von Romantik. Er sagt selbst, dass das Album so vielseitig sei, dass für jeden Stücke dabei sind, die man mag, und andere, mit denen man nicht so warm wird. Also eine "richtige" Jazzplatte ist das auf jeden Fall nicht geworden. Jazzfans werden ihre Schwierigkeiten mit "Color Me" haben. Ein Ding, das nicht eine Richtung vertritt, eher gibt die Platte einen Querschnitt durch die Musik, die Bullock mag, die ihn beeinflusst hat und die er über die Jahre seiner langen und erfolgreichen Karriere gemacht hat. Aber bestimmt ist für jeden etwas dabei und man kann sich "Color Me" ganz entspannt anhören, ohne sich über irgendwelche Kategorien Gedanken machen. Der Spass, den Bullock beim Aufnehmen hat, und der ihm so wichtig ist, purzelt nur so aus den Boxen und ist definitiv ansteckend. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Hiram Bullock: "Color Me"
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