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Dennis Chambers
Outbreak



Der Grooveman als Leader

Von Andreas Höflich

Dennis Chambers vorzustellen, wäre hier an dieser Stelle überflüssig. Eins sei nur gesagt, er ist einer der besten, fähigsten, am "Arbeitsplatz" brutalsten, am besten groovenden Schlagzeuger, die es in der Welt derzeit gibt. Die Liste seiner Arbeitgeber bestätigt dies eindrucksvoll. Er war nicht nur der Drummer der letzen, viel umjubelten Steely Dan Tour, sondern ist auch aktuell mit Carlos Santana unterwegs. Dass seine Anfänge in der Funk-Musik liegen (George Clinton's Funkadelic), hat er nie verleugnet. Gearbeitet hat er mit - man kann schon sagen - allen Jazz-Größen der Welt. Dass sich das in seiner ersten, unter eigenem Namen erscheinenden CD widerspiegelt, ist nur folgerichtig. Als Produzent fungiert wieder einmal Jim Beard, das New Yorker Mastermind. Schon der Opener "Roll Call", auch aus der Feder von Beard, zeigt die Richtung, in die es gehen soll. Mit den beiden Brecker-Brüdern am Gebläse ist es fast eine echte "Brecker Brothers" - Nummer. Und auch hier steht Chambers einer Schlagzeugarbeit eines Terrio Bozio in nichts nach. John Scofield, mit dem Chambers so geniale Platten wie "Pick Hits Live" oder "Loud Jazz" eingespielt hat, steuert eine Neueinspielung von "Otay" bei. Alles andere als ein "Groovus Interruptus" ist die gleichnamige dritte Nummer auf der Scheibe, die wie alle Stücke der CD durch perfekten, äußerst trockenen Schlagzeug-Sound bestechen. Michael Breckers Saxophon-Solo ist wie immer über jeden Zweifel erhaben, mit zunehmendem Alter wird er immer besser - als Solist ist er auch bei "Outbreak" zu hören. Auch Chembers' alter Kumpel Rodney "Skeet" Curtis ist dabei, und so feiert die alte Rhythm-Section von P-Funk eine fröhliche Auferstehung; passend, dass dies bei dem Sly-Stone-Cover "In Time" passiert.

Ein geniale Funk Up-Tempo-Nummer stellt ohne Zweifel "Outbreak" dar. Die Verbindung von Gary Willis' funkigen Basseinlagen, die immer auf den Punkt kommen, mit Jim Beard an den Keyboards und den etwas über allem schwebendem Sax von Michael Brecker - das sind wohl Zutaten, wie sie sich jeder Schlagzeuger wünscht. Was alleine diese vier Mann an Groove abfeuern, das sucht wohl seinesgleichen. Spätestens nach John Scofield's "Baltimore DC", einer erdigen Seventies Groove-Nummer (der Geburtsstadt des Schlagzeugers gewidmet), würde ich mal sagen, dass das Team Gary Willis am Bass und Dennis Chambers an den Drums sich als eines der zukünftig besten Rhythm-Sections des Jazz empfohlen hat.

Das einzige, was mir auf der "Solo-CD" von Herrn Chambers fehlt, ist eine Einlage von Mike Stern, war es mir doch vergönnt, das legendäre Quartett Stern, Berg, Goines und Chambers mehrmals live zu erleben. Diese Sternstunde des Fusion Jazz ( ja ich erlaube mir dieses "Schimpfwort" in diesem Zusammenhang respektvoll zu benutzen) wäre noch das I-Tüpfelchen auf dieser Sahnetorte. Aber dem steht ja auch nichts mehr im Wege, hat doch Mike Stern auch einen Vertrag bei ESC Records unterschrieben. So harre ich der Dinge die da kommen und versüße mir die Zeit mit der vorliegenden Scheibe. Was will man mehr?


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Cover



Dennis Chambers: "Outbreak"



©2002 ESC Records
ESC 03682-2

produced by Jim Beard

Dennis Chambers: Drums
with collective personnel:
Jim Beard: Keyboards
John Scofield: Guitar
Michael Brecker: Sax
Randy Brecker: Trumpet
Bob Malach: Sax
Jon Herington: Guitar
Nick Moroch: Guitar
Will Lee: Bass
Gary Willis: Bass
a.o.




Track Listing:

1. Roll Call
2. Otay
3. Groovus Interruptus
4. Paris On Mine
5. In Time
6. Plan B
7. Outbreak
8. Baltimore, DC
9. Talkin Loud and Sayin Nothin



Da capo al Fine

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