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Dean Brown
Here



Spät ist besser als nie

Seit über 20 Jahren ist der Gitarrist Dean Brown einer der gefragtesten Studio und Tour Musiker im Jazz Bereich. Nun hat er nach so langer Zeit endlich seine eigene Solo Platte veröffentlicht und alle, mit denen er in den vergangenen Jahren zusammen gearbeitet hat kamen, um bei dieser Platte mitzumachen. So ist die Credits Liste das Who-Is-Who des Jazz. Brown ist jahrelang mit Größen wie Billy Cobham, David Sanborn, den Brecker Brothers und Bill Evans im Studio oder auf Tour gewesen. Herausgekommen ist ein wahres All-Star-Album. Was oft ein wenig problematisch bei diesen zusammengewürfelten Formationen ist - die Musik klingt oft auch zusammengewürfelt, es kommt kein rechtes zusammenhängendes Feeling zustande und jeder versucht zu zeigen, was er kann - wird hier erfreulicherweise umgangen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass fast alle Stücke aus Browns Feder stammen und er sich dezent im Hintergrund hält. Brown ist kein Gitarrist, der sich auf Teufel-komm-raus in den Vordergrund spielt. Er ist vielmehr ein teamorientierter Bandleader, dem das bestmögliche Zusammenspiel der Instrumente wichtig ist.

Funk und Groove in allen möglichen Konstellationen zeichnen diese Produktion aus. Dabei macht Brown keinen Hehl aus seinen Einflüssen, die eher in seiner Jugend liegen. Jimmy Hendrix und die späten Beatles waren mit ein Grund, überhaupt Musiker zu werden. Den Anfang der CD macht "Take This!" ein funky Knaller, der die trockene Rhythmusgitarre Browns gut präsentiert, dazu noch ein kleines Solo von Trompeter Legende Randy Brecker. Oft hat Brown die einzelnen Stücke genau auf die gewünschten Mitmusiker zugeschnitten. So sind "Gemini" und "Back in the Day" ganz dem geslappten Bass von Marcus Miller auf den Leib geschrieben. Auch zwei Gesangsnummern sind auf "Here" vertreten. "Tell It (like it is)" und der Beatles Song "Baby You´re a Rich Man" sind etwas an die Siebziger Jahre angelehnt. Gerade "Tell Me" ist quasi als eine Hommage an Billy Cobhams Klassiker "Stratus" aus der frühen Zeit des Fusion-Jazz angelegt. Bei "Baby You´re a Rich Man" kommen die psychedelischen Aspekte des Beatles Songs noch klarer zum Tragen. "The Clave Groove" bietet im Gegensatz dazu einen Dean Brown, der mit seinem warmen und perkussiven Gitarrenton an George Benson erinnert. Einen richtigen Kracher bietet "Solid". Brown gibt ein verzerrtes Rhythmus-Pattern vor, auf dem Michael Brecker ein wie immer perfektes Solo abliefert. Auch hier kann Cobham mit einem markanten Schlagzeugsolo brillieren, Bill Evans´ Saxophonspiel ist wie immer exzellent. Den Abschluß bildet eine Hommage an Jaco Pastorius, dessen Kunst Brown nach eigener Aussage immer sehr inspiriert hat (wie wohl fast jeden, der sich schon irgendwann einmal mit Jazz beschäftigt hat).

Alles in allem ist dies eine überaus gelungenes Debüt-Album. Die vielen verschiedenen Musiker machen die Sache nicht kaputt, sondern die unterschiedlichsten Facetten und Vorlieben des Gitarristen erschließen sich durch die zurückhaltende Art Dean Browns. Was kann man mehr von einer Debüt Platte verlangen.





Von Andreas Höflich








Dean Brown: "Here"



©2000 ESC Records
ESC CD 03673-2
produced by Dean Brown

Dean Brown: electric and acoustic guitar with:
Don Alias; Jerry & Katreese Barnes; Michael Bland; Michael Brecker; Randy Brecker; Rocky Bryant; Billy Cobham; Michael Davis; Schuyler Deale; George Duke; Bill Evans; James Genus; JuJu House; Deron Johnson; Tony Kadleck; Christian McBride; Jason Miles; Marcus Miller; Richard Patterson; Ricky Peterson; Danny Sadownick; David Sanborn; Andy Snitzer; George Whitty; Bernhard Wright



Track Listing:

1. Take This!
2. Gemini
3. Back in the Day
4. Seven Groove Interlude
5. Tell It (like it is)
6. Big foot
7. The Clave Groove
8. Billy Groove Interlude
9. Believe Me
10. Solid
11. Baby You´re a Rich Man
12. Just for Kicks
13. Seven Groove Interlude
14. The Battle´s Over (for Jaco)



Da capo al Fine

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