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CDs Rock - Pop - Jazz etc. |
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Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II) Ein Hauch der BeatlesMan merkt, dass der gebürtige Schotte die Einflüsse der britischen Musik, insbesondere der Beatles, in sich aufgesogen hat. Wahrscheinlich lässt sich das auch nicht vermeiden, wenn man in Liverpool aufwächst. Der Brave Captain, der mit bürgerlichem Namen Martin Carr heißt, war in den Neunzigern hauptamtlicher Gitarrist der "Boo Radleys". Auf dieser Platte versucht er sich, neben der Gitarre und dem Bass, zusätzlich als Sänger, an diversen Tasteninstrumenten und seltsamen Tonerzeugern wie einer "North Walian Door" oder einem "Stylophone". Die Kompetenzen Carr's als Sänger muss man in Frage stellen. Die Gesangsparts sind leider manchmal unsauber und trüben das Hörvergnügen ein wenig. Offensichtlich ist aber gerade der Mangel an Perfektion beabsichtigt, da das Album aus Sessions mit dem Tastenspieler Gorwel Owen entstanden ist. Es ist bereits ein Album mit sechs Songs dieser Sessions erhältlich (The Fingertip Saint Sessions Vol. I). Carr und Owen spielen übrigens nicht nur auf zahlreichen traditionellen Instrumenten, sondern werden auch kreditiert für Klangerzeuger wie z.B. Eier, Verstärkergeräusche, oder "the machine that goes blamblamblam". Dass dabei manchmal seltsame, aber interessante Klangflächen entstehen, dürfte niemanden verwundern. Die Musik ist dadurch wesentlich spannender, als manche rein avantgardistische Produktion. Positiv hervorzuheben ist die Handarbeit, die dieser Platte zugrunde liegt. Der Einsatz von Computern und Sequenzern als Instrument ist nicht erkennbar, und Elektronik-Effekte, von elektrifizierten Gitarren oder E-Pianos und selten eingestreuten Synthesizern einmal abgesehen, sind ebenfalls kaum auffindbar. Funkige oder Dance-Rhythmen sucht man auf dem Album ebenso vergeblich wie verzerrte Gitarren oder schnelle Rock-Riffs. Die Platte klingt über weite Strecken so, als wäre sie von John Lennon und den Beatles Ende der Sechziger-Jahre produziert worden. Die Songs an sich heben sich wohltuend vom heutigen kommerziellen Einheitssound ab. Sie sind überwiegend melancholisch und ruhig und kommen, wie bei "The Monk Jumps Over The Wall", manchmal sogar komplett ohne Schlagzeug aus. "Assembly Of The Unrepresented" lässt durch die eindringliche Mundharmonika und Bläsersätze ein leichtes Soul-Blues-Feeling aufkommen. "Tell Her You Want Her" verstärkt die vorhaltende Melancholie noch, nur dass die Bläser jetzt durch ein Streichquartett ersetzt werden. "Where Is My Head?" hätte mit seinem leicht psychedelischen Touch durchaus auf dem "White Album" der Beatles erscheinen können, wie man auch bei vielen der anderen Songs ständig an die Beatles erinnert wird. "Ein Hoff Le" ist ein Duo Stück, nur von Gitarre und Trompete begleitet, wobei die Trompete hier durch einige Effektbearbeitungen und Overdubs schon fast wieder wie ein Synthesizer klingt. "Running Off The Ground" steigert sich durch eine stark effektlastige Gitarre und den Einsatz von Instrumenten wie Omnichord und Stylophone zu einer wellenartigen Klangorgie. Mit "Reuben" hat der Brave Captain einen fröhlichen Shuffle aufgenommen, der entfernt an die Hits von den "Boo Radleys" erinnert. Den Abschluss bildet der neunminütige Titelsong "Go With Yourself", der sich konsequent in den Stil der vorherigen Songs einfügt. Von Ludger Koch |
Brave Captain: Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II)
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