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Bill Frisell
Blues Dream



Steckt nicht in uns allen der Cowboy/ das Cowgirl?

Die Liebe, die Bill Frisell für Nashville Sound und Country entdeckte, währt jetzt schon einige Jahre. Nicht immer zur Freude seiner Fans. Die Country-Phase, die er 1995 mit dem Album "Nashville" begann, ist - so könnte man meinen - eigentlich erschöpfend durchgearbeitet worden. Die Alben "Good Dog, Happy Man" und "Ghost Town" wirkten auf jeden Fall schon so. Es schien, als hätte sich Frisell in der Country Musik verzettelt und festgefressen, neue Erforschungen dieses Genres waren nicht zu erwarten. Um so ironischer ist die Tatsache, dass "Blues Dream" dann doch noch überraschen kann. Die Pedal und Lap Steel Orgien und Ergüsse sind hier nur sehr dezent eingesetzt, so erinnert die CD nur teilweise an die bluesigen Filmmusiken von Ry Cooder, in denen er ja ein Meister ist. Die Platte bezieht ihre Klasse aus der Tatsache, dass eine hervorragende Bläsercombo für Abwechslung sorgt. Die Gitarre steht also nicht uneingeschränkt im Vordergrund.

Schöne Blues und Country Balladen ("Pretty Flowers...", "Outlaws") sind ebenso zu finden, wie suiteartige Stücke ("Like Dreamers Do"). Bei "What Do We Do" werden die hervorragenden Bläser ausgiebig in Szene gesetzt. "Soul Merchant" bietet Anklänge an einen guten alten Blues Stomper mit schöner Slide Gitarre und Dobro. Als klassisch amerikanisches Folk Lied beginnt "The Tractor", das dann von schrägen Bläsereinsätzen aus seiner Selbstgefälligkeit gerissen wird. Dabei schafft es Frisell mit seinen Stücken immer wieder, dem reinen Eklektizismus zu entfliehen. Die Songs schwelgen immer wieder in Country oder Blues Habitus, genauso klingen immer wieder avantgardistische Noten oder Bläsersätze durch. Gerade das macht die CD dann doch auch für die Zuhörer interessant, die sich mit der Countryphase des Gitarristen in der letzten Zeit nicht mehr anschließen wollten. Die Kompositionen Frisells zeigen, dass er einer der versiertesten Gitarristen und Komponisten seiner Zeit ist. Mühelos schreitet er zwischen Blues, Jazz, Country und Avantgarde hin und her und das alles auf einer einzigen CD, die insgesamt doch stimmig daher kommt. Eine Platte, die man am Besten in einer einsamen Stunde an einem schönen Sommerabend genießt, dann macht es auch nichts, wenn man in den Klischees schwelgt. Träumen wir nicht alle davon, ein "Lonesome Cowboy/girl" zu sein.





Von Andreas Höflich








Bill Frisell: "Blues Dream"


Label: Nonesuch 7559-79615-2
©2001 Warner Music Group
Produced by Lee Townsend
All compositions by Bill Frisell
Recorded at O'Henry Studios, Burbank

Bill Frisell:
electric-acoustic guitars, loops, pedal steel guitar, lap steel guitar, national steel guitar, Scheerhorn resonator guitar, mandolin
Ron Miles: trumpet
Billy Drewes: alto saxophone
David Piltch: bass
Kenny Wollesen: drums, percussion
Curtis Fowlkes: trombone






Track Listing:

1. Blues Dream
2. Ron Carter
3. Pretty Flowers Were Made for Blooming
4. Pretty Stars Were Made to Shine
5. Where Do We Go?
6. Like Dreamers Do (part one)
7. Like Dreamers Do (part two)
8. Outlaws
9. What Do We Do
10. Episode
11. Soul Merchant
12. Greg Leisz
13. The Tractor
14. Fifty Years
15. Slow Dance
16. Things Will Never Be the Same
17. Dream On
18. Blues Dream (Reprise)



Da capo al Fine

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