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Mozarts Le nozze di Figaro aus Hannover: Die Mannschaft ist der Star
Es müssen nicht immer die großen Stars sein: Die vorliegende Aufnahme der Hochzeit des Figaro beweist Charakter, obwohl (oder gerade weil?) die ganz bekannten Namen fehlen. Dafür präsentiert sich hier ein Ensemble, das bis in die Nebenrollen hinein äußerst ausgewogen ist und aus dem niemand besonders hervorsticht hier steht alles im Dienste der Musik. Gerade die vielen Ensemble-Nummern (und davon lebt der Figaro) profitieren davon. Die eine oder andere Arie lässt sich sicher noch ausdrucksvoller gestalten, aber insgesamt ist das eine runde Sache. Die Aufnahme ist als Live-Mitschnitt bei den Festwochen Herrenhausen entstanden, und man bekommt viel vom Bühnengeschehen mit. Nicht immer ist das klanglich ideal, aber die Einspielung wird dadurch sehr lebendig. Die Sänger sind ganz offensichtlich sorgfältig ausgewählt jedenfalls ist jede Rolle klanglich authentisch besetzt. Albrecht Pöhl gibt einen zornigen, aber dabei immer noch sympathisch sonoren Grafen; da ahnt man, warum die Gräfin (Elisabeth Scholl mit jugendlicher Stimme) trotz dessen schlechten Benehmens um seine Liebe kämpft. Der Figaro von Wolf-Mathias Friedrich ist ein netter junger Mann von nebenan, der gelegentlich etwas flüchtig über die Spitzentöne hinweg huscht, und die Susanna (Johanna Stojkovic) nicht nur Kammerzofe, sondern selbstbewusste junge Frau. Die Marcellina wird, eine besondere Pointe, von einem Countertenor (Johnny Maldonado) gesungen - das ist auf der Bühne sicher sehr wirkungsvoll, fällt in der Aufnahme aber kaum auf, da sich auch Maldonado sehr gut in den Geamtklang einpasst (die Arie im vierten Akt ist leider gestrichen). Auch die anderen Rollen sind ausnahmslos sehr gut besetzt. Die Aufnahme braucht sich keineswegs hinter der besser bezahlten Konkurrenz zu verstecken. Dirigent Andreas Spering geht forsch an die Partitur heran: Die Tempi sind zügig, und mitunter muss die bestens disponierte Hannoversche Hofkapelle die Sänger ein wenig antreiben. Nur da, wo der Schwung gebremst ist vor allem in den beiden Arien der Gräfin, wo die Bläser eine Tendenz zum schmachtvollen Verzögern zeigen gerät Spering gelegentlich ins Schleudern. Ansonsten nimmt die Komödie schwungvoll ihren Lauf. Allerdings einen, bei dem es ganz schön brodelt: An jeder Ecke könnte die Tragödie lauern. Auch das machen Andreas Spering und sein Ensemble deutlich. Von Stefan Schmöe |
W.A. Mozart: Le nozze di Figaro Opera Buffa in quattro atti
Libretto von Lorenzo da Ponte
Live-Produktion der Festwochen Herrenhausen
3 CD
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