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Mit Placido Domingo in der Titelpartie hat die Deutsche Grammophon den zur Zeit einzigen hochkarätigen Sängerdarsteller der prominenten Tenorgarde verpflichten können. Auch diese Partie meistert Domingo mit bewundernswerter Meisterschaft, obwohl er oft mehr mit der Bewältigung der Noten als mit der musikalischen Gestaltung der Rolle beschäftigt scheint.
Kleine Einschränkungen würde ich dagegen bei Carol Vaness als hysterische Elettra machen. Vor allem bei exponierten Stellen kommt ihre Stimme doch mehr als nötig ins "flattern". Ihre Liebesarie auf Idamantes im 2. Akt dagegen (Nr. 13), in der sie ihre Stimme sehr zurücknimmt, ist um vieles überzeugender.
Alle anderen (kleineren) Partien sind z.B. mit Thomas Hampson (Arbace) und Bryn Terfel (La voce) vorzüglich besetzt und auch der Chor der Metropolitan Opera setzt sich in seinen wenigen Massenauftritte eindrucksvoll in Szene.
James Levine sorgt mit dem Orchester der Metropolitan Opera für einen weiteren Glanzpunkt der Aufnahme. Zwar werden die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Orchesters an einigen Stellen durchaus hörbar, doch insgesamt überwiegt bei weitem ein durchsichtiges, auch klangprächtiges und zupackendes, aber immer sehr differenziertes musizieren. Die Tempi sind sehr variabel und auch die Rezitative bmühen sich um größtmögliche Verdichtung des Dramas.
Insgesamt ist diese Aufnahme ein durchaus gelungenes Klangprodukt, das als Alternative zu historisch orientierten Einspielungen bestehen kann.
Von Gerhard Menzel
| Idomeneo | Placido Domingo |
| Idamante | Cecilia Bartoli |
| Ilja | Heidi Grant Murphy |
| Elettra | Carol Vaness |
| Arbace | Thomas Hampson |
| Gran sacerdote di Nettuno | Frank Lopardo |
| La voce | Bryn Terfel |
| Due Cretesi | Joyce Guyer |
| Jane Bunnell | |
| Due Troiani | Paul Groves |
| Yanni Yannissis |
Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York
Dirigent: James Levine