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Markus Stockhausen
Symphonic Colours
Erhebend!
Von
Frank Becker
Diese Musik ist Labsal. Diese Musik ist
Balsam für Ohr und Gemüt. Diese Musik ist großartig, verdient das
uneingeschränkte Prädikat "Erhebend" und ist geeignet, das Leben
freundlicher zu machen. Wo sonst durchaus schöne, auch brillante
konzertante Musik in vielen Fällen endet, fängt das, was Markus
Stockhausen mit Instrumenten und Arrangements aus Noten, Inspirationen
und Improvisationen macht, erst an. Eine Tür zu ätherisch schönen
Musikwelten wird weit aufgestoßen, läßt Töne wie helles Licht in
breitem Strom und schimmernden Wellen sanft und glitzernd über uns
zusammenschlagen. Der Hörer wird widerstandslos in pure Schönheit
eingehüllt. Er ist zu Hause.
Das Album "Symphonic
Colours" ist eine musikalische Traumreise zu besseren Welten, bei der
Markus Stockhausen nicht nur von einem hervorragenden Jazz-Ensemble mit
Arild Andersen am Kontrabaß, Patrice Héral am Schlagzeug und seiner
Partnerin Tara Bouman am Bassetthorn begleitet wird. Es ist ein
großartiger Wurf, der kammermusikalischen Jazz
und Sinfonie, Solo und großes Orchester, Klangkörper und Klänge zu
einer unerhörten Einheit verbindet. Stockhausen öffnet Herzen, Ohren
und das Gefühl für Wohlklang, für ein zärtliches Weltbild, für die
Schönheit in ihrer reinsten Form. Wer mit Bewußtsein diese Musik hört,
wird Sphären erleben, die für gewisse Kreise nur durch den Konsum
berauschender Gräser möglich sind. Hier ist das drogenfrei zu haben.
Was Markus Stockhausen vor sieben Jahren zusammen mit den Bergischen Symphonikern unter Romely Pfund und
seinem Trio in Remscheid mit fulminantem Erfolg uraufgeführt hatte
("Choral" und "Sehnsucht" waren Auftragswerke der Bergischen
Symphoniker), konnte er mit der selben Trio-Besetzung und der Deutschen
Radio Philharmonie Saarbrücken 2008 für dieses exorbitante Album
fortsetzen. Die damaligen Worte meiner Uraufführungskritik:
"Sogar
Tränen der Begeisterung waren zu sehen, als Romely Pfund den Stab
senkte und den Weg für einen Applaus frei gab, wie er bislang wohl
selten ihrem Orchester und den Gastsolisten zuteil geworden ist. Der
Jazz hatte mit den drei begnadeten Solisten Markus Stockhausen
(tp/picctp/flh), Arild Andersen (b), Patrice Heral (perc/voc) und zwei
grandiosen Uraufführungen triumphalen Einzug in den Konzertsaal
gehalten und Ohren wie Herzen im Sturm erobert. (...)Völlig neu für
Streicher und Jazz Trio gesetzt erlebte im Anschluss Markus
Stockhausens „Choral“ im Einklang mit „Sehnsucht“ für Orchester und
Jazz Trio seine mitreißende Uraufführung. Während das Orchester, teils
unter dem Doppeldirigat Pfundt/Stockhausen, mit fetzigen
Posaunen-Riffs, Streicherdynamik und Drive Big-Band- Qualitäten zeigte,
verursachten Flügelhornsoli, delikate Dialoge Percussion/ Bass und
ebensolche Solo-Passagen wohlige Schauer in Serie – ein aufregendes,
wahnsinnig spannendes Hörerlebnis und eine Aufführung, die nur in
Superlativen gewürdigt werden kann", gelten heute wie damals.
Die gute Stunde von CD 1 ist
dem Titel des Openers folgend eine Seelenreise in fünf
Traumspaziergängen. Stockhausen, Andersen, Héral und der sinfonische
Streicher- und Bläser-Apparat der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken unter Christoph Poppen
bieten mit den groß angelegten Kompositionen Markus Stockhausens ein
fast erdenfernes, erhebendes Erlebnis - allerhöchsten Genuß olympischer
Güte. Der fünfte Titel "MAP Encore" (die Initialen stehen für das
kongeniale Trio) war eine spontane, improvisierte Zugabe, die den hohen
Rang der drei Musiker unterstreicht. Bei CD 2 kommt Tara Bouman
ins Spiel, Markus Stockhausens musikalische und Lebenspartnerin. Mit
ihrem Instrument, dem Bassetthorn, gibt sie den sieben kleinen
kammermusikalischen Perlen des "Portrait for Tara", die Markus für sie geschrieben hat,
vor dem Klangkörper der Deutschen Radio Philharmonie brillant Gestalt.
Markus Stockhausen beweist sich hier auch als herausragender Komponist
zeitgenössischer Kammermusik.
Das Swiss Jazz Orchestra, verstärkt
durch die Streicher der Camerata Bern spielt in "Tanzendes Licht" an
der Seite Stockhausens, der mit der Trompete brilliert, im Januar 2008
in Bern live aufgezeichnet. Die glänzenden Solisten des SJO finden Sie
in der Spalte rechts namentlich genannt. Sie lassen in diesem
hervorragenden Live-Mitschnitt Qualität auf Augenhöhe mit Stockhausen
hören.
Perfekt
abgemischt und ausgezeichnet produziert ist "Symphonic Colours" eines
von Markus Stockhausens besten Alben bisher und eines der gelungensten
Klassik/Jazz-Alben dieses Jahres überhaupt. Daß es hier unter "Klassik"
geführt wird, verdankt es seiner alle Genres überspannenden Gültigkeit.
Dafür geben ihm die Musenblätter ihre höchste Anerkennung, den "Musenkuß".
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Markus Stockhausen
Symphonic Colours
2 CD
Markus Stockhausen - Flügelhorn, Trompete
Arild Andersen - Kontrabaß
Patrice Héral - Schlagzeug
Tara Bouman - Bassetthorn
Deutsche Radio Philharmonie
Saarbrücken unter Christoph Poppen
Camerata Bern
Swiss Jazz Orchestra:
Alex Hendricksen - Tenorsaxophon
Adrian Pflugshaupt - Altsaxophon
Philip Henzi - Klavier
Nikolai Karageorgiev - E-Gitarre
René Mosele - Posaune
Produziert von Aktivraum, SR und SWR, Markus Stockhausen, Louis Dupras,
Michael Bollin, Klaus Widmer und Rolf Zavelberg
(P) + © 2009 Aktivraum
Titel CD 1:
1. Miniatur einer Seelenreise 11:08
2. Sonnenaufgang 22:10
3. Choral 9:54
4. Sehnsucht 13:36
5. MAP Encore 4:11
Zeit: 1:01:01
Titel CD 2:
1. Portrait for Tara (1-7) 18:24
2. Tanzendes Licht (8-13) 29:49
Zeit: 48:13
Gesamtzeit: 1:49:14
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