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Johannes Brahms / Max Bruch
Violinkonzerte
in der ZEIT-Klassik-Edition

Klassik statt Rock-'n'-Roll!


Von Stefan Schmöe

Tages- und Wochenzeitungen profilieren sich neuerdings als Herausgeber von Buch-, CD- und DVD-Sammlungen. Ob Romane oder Jugendbücher oder Filme – es wird ein überschaubarer Kanon erstellt und zu vergleichsweise günstigen Preisen in einer Sonderausgabe auf den Markt gebracht. Jetzt ist Klassik angesagt: Die ZEIT bringt in Zusammenarbeit mit der EMI die „ZEIT Klassik-Edition“ heraus – in insgesamt 20 Ausgaben werden 20 wichtige Interpreten der Nachkriegszeit mit Buch und CD vorgestellt. Den Anfang macht Yehudi Menuhin.

Menuhins Einspielungen des Violinkonzerts von Brahms (aufgenommen 1957 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Rudolf Kempe) sowie des g-Moll-Konzerts von Max Bruch (eingespielt mit dem Philharmonia Orchestra, Dirigent ist Walter Susskind), ergänzt um die Romanze Nr. 1 von Beethoven (ebenfalls mit dem Philharmonia Orchestra, hier unter John Pritchard), sind allemal die Wiederveröffentlichung wert. Mit intensivem, vibrierendem Klang ringt der Künstler um jeden Ton, ohne den großen Zusammenhang aus dem Sinn zu verlieren.

Das 64 Seiten dünne Buch ist unterteilt in eine kurze Biographie Menuhins, eine Einführung in die eingespielten Werke im bewährten (also letztendlich nichts sagenden) Stil, wie man ihn aus Programmheften zu Konzerten findet; und – sicherlich der interessanteste Teil – eine Sammlung von Artikeln über (und auch von) Menuhin aus der ZEIT. So berichtete ein nicht namentlich genannter Autor am 28. November 1958, dass Menuhin zu einer „künstlerischen Offensive gegen den Rock-'n'-Roll-Krach“ angetreten sei. Auch das Cover-Foto des Buchs verrät Humor: Da sieht man den großen Musiker, wie er sich (lachend) die Ohren zu hält.

Dieses erste Buch-CD-Paket ist der heutigen (5.10.06) ZEIT kostenlos beigegeben; danach zahlt man pro Band 9,90€. Die Auswahl der Künstler ist sinnvoll und reicht von Sängern (Schwarzkopf, Callas, Fischer-Dieskau) über Pianisten (Pollini, Argerich), dem Alban-Berg-Quartett, dem Cello-Trias Rostropowitsch, du Pré und Casals bis zu ausgewählten Dirigenten (u.a. Furtwängler, Karajan, Klemperer). Die Kompositionen decken das konzerterprobte Repertoire ab; am Rande taucht auch die „klassische Moderne“ auf (u.a. Rattle mit Strawinskys Sacre du printemps). „Das Klassik-Ereignis des Jahres“, wie der Verlag reichlich übertrieben in seiner Anzeigen-Kampagne titelt, ist es zwar nicht, aber alles in allem eine solide Edition, mit der man nicht viel falsch machen kann.

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Johannes Brahms:
Violinkonzert D-Dur op.77

Berliner Philharmoniker
Ltg.: Rudolf Kempe
Aufnahme: 1957


Ludwig van Beethoven:
Romanze Nr. 1 G-Dur für
Violine und Orchester op. 40

Philharmonia Orchestra
Ltg.: John Pritchard
Aufnahme: 1960


Max Bruch:
Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26

Philharmonia Orchestra
Ltg.: Walter Susskind
Aufnahme: 1956


Yehudi Menuhin, Violine



Folge 1 der ZEIT Klassik-Edition
In Zusammenarbeit mit EMI Classics

Die insgesamt 20 Folgen erscheinen
wöchentlich ab dem 5.10.2006
Die Gesamt-Edition erscheint am 1.12.2006


Weitere Informationen
www.zeit-klassik.de





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