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Mahlers 2. Sinfonie mit Seiji Ozawa Es gibt sicherlich viele beeindruckende Musikstücke, denkt man nur an das Brahms'sche Requiem, jenes von Verdi oder zur Osterzeit an die Matthäuspassion von Bach. Was zeichnet also Mahlers erstes Großwerk aus? Zum einen die für das Schaffen des Komponisten so typische Heteronomie:Schon in seiner Kindheit war Mahler einem sehr großen Spektrum musikalischer Eindrücke ausgesetzt: Ernste Musik, Folklore, Kaffeehausmusik und Militärmusik umgaben ihn, und dies zeigt sich auch in seinen Werken. Am schönsten zu hören ist dies wohl im 3. Satz seiner "Auferstehungs"-Sinfonie, der ausführlich die Musik zu "Des Antonius von Padua Fischpredigt" aus den Wunderhorn-Liedern behandelt. Zum anderen spannt Mahler einen großen Bogen in dem Werk: Dieser beginnt mit der sogenannten Totenfeier, in der die für den Komponisten so eminent wichtige und ihn immer wieder beschäftigende ewige Frage nach demSinn des Lebens aufgeworfen wird. Hier wird noch der tragische "Held" der ersten Sinfonie zu Grabe getragen, bevor im zweiten Satz an glückliche Momente in dessen Leben erinnert wird. Die fortissimo-Pauken zu Beginn des dritten Satzes lassen den Zuhörer wieder zurückschrecken und aufwachen aus diesem "sehnsuchtsvollen Traum".Das folgende Lied "Urlicht" ist quasi Einführung zum mächtigen Finale, das Mahler komponierte, nachdem er bei der Bestattung des großen Dirigenten Hans von Bülow von einem Chor eine Vertonung der Klopstockschen Ode "Auferstehn" gehört hatte.Nach einigen mehrjährigen Unterbrechungen in der Komposition hatte Mahler mit diesen nunmehr fünf Sätzen eine "Reise durchs Leben" mit abschließendem Glaubensbekenntnis geschaffen. Dieser große Bogen in der Komposition wird durch Seiji Ozawa, die beiden Gesangssolistinnen und sein japanisches Orchester kongenial nachvollzogen. Es ist einfach ein Genuß, sich dieser Aufnahme hinzugeben und die unglaubliche Vielfalt des Werkes nach und nach zu erkennen. Seiji Ozawa versteht es sehr geschickt, die Spannung aufrecht zu erhalten über gut 80 Minuten, gerade gegen Ende des Stücks spürt man sie sehr deutlich, unterstützt vom stimmgewaltigen Shinyukai Chor.Jetzt muß der Zuhörer einfach gepackt sein, ihm läuft dauernd ein kalter Schauer über den Rücken. Welche Erkenntnis bleibt nach der "Reise durchs Leben"? Von Kilian Vollmer |
Gustav Mahler: Sinfonie Nr.2 c-moll "Auferstehung" Allegro maestoso Andante moderato In ruhig fliessender Bewegung "Urlicht". Im Tempo des Scherzos. Sony Classical CD S2K 89374 Live Recording (Januar 2000, Tokyo Bunka Kaikan) Emiko Suga, Sopran Nathalie Stutzmann, Alt Shinyukai Chor Einstudierung: Shin Sekiya Saito Kinen Orchester Ltg.: Seiji Ozawa |
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