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French Saxophone Concertos




Die vorliegende CD nimmt sich nicht nur dem recht seltenen Genre des Saxophon-Konzertes an, sie präsentiert auch dankenswerter Weise drei in Deutschland nahezu unbekannte französische Komponisten des 20. Jahrhunderts, die zu kennen sich durchaus lohnt!

Das "Konzert Nr. 2 für Altsaxophon und Orchester" von Pierre Max Dubois wurde im Jahr 1995, nur wenige Tage vor dem Tod des Komponisten, beendet. Das Entstehungsdatum mag beim ersten Hören kaum in die 90´er Jahre des gerade vergangenen Jahrhunderts datiert werden. Deutlich hört man, daß der Komponist bei Darius Milhaud studiert hat und in der Tradition solcher Komponisten wie Francis Poulenc und Jean Francaix steht. Nahezu sämtliche Attribute "Neuer Musik" sind außen vorgelassen. Vielmehr erinnern die schönen und lyrischen Melodien an das Paris der 20´er und 30´er Jahre. Die Sätze sind höchst brillant instrumentiert, klingen frisch und warm zugleich.

Ähnlich das "Konzert für Saxophon, Trompete und Streichorchester" von Jean Rivier (1896-1987) aus dem Jahr 1955. Auch dieses Stück zeigt deutlichen Bezug zu den Komponisten der "Group de six", allerdings fällt die Musiksprache Riviers (insbesondere im langsamen zweiten Satz) etwas avancierter aus, obwohl das Stück etwa 40 Jahre älter ist: Bitonale Episoden scheut der Komponist ebensowenig wie schroffe harmonische Wendungen. Im dritten Satz zeigt sich der Komponist von seiner humorvollsten Seite und endet in einem schwungvollem Scherzo.

Vom 1922 geborenen Patrice Sciortino wurde das Stück "Sonances" für Saxophon und Orchester eingespielt. Das 1992 uraufgeführte, viersätzige Werk, stellt in jedem Satz eine Instrumentengruppe besonders hervor und beweist eine große Instrumentatorische Meisterschaft. Während das Saxophon eher floskelhaft-virtuos gehalten wird, spielen sich die interessantesten, in freitonalem Gestus gefärbten Ereignisse, im Orchester ab.

Das "Slovak State Philharmonic Orchestra" unter Bystrik Rezucha leistet beachtliches: Der Orchesterklang gibt die brillanten Momente dieser typisch französischen Musik sehr gut wieder. Rezucha formt den Klang sehr rund und warm, darunter mag die Arbeit an den schärferen Stellen etwas gelitten haben. Der Solist Daniel Gremelle, der auch Widmugsträger der Werke von Dubois und Sciortino ist, besitzt eine atemberaubende Virtuosität und eine große dynamische Spannbreite. Dabei klingen auch die höchsten und lautesten Stellen immer voll kontrolliert und kultiviert - manchmal sogar zu schön und zu kultiviert: etwas "Schmutz" in Gremelles Ton, hätte nicht geschadet.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr lohnende Aufnahme, mit einigen Abstrichen im manchmal zu "schönen" Spiel bei Orchester und Solist. Die eingespielten Werke (jene von Dubois und Sciortino wurden überhaupt zum ersten Mal aufgenommen) sind sicherlich keine geschichtsträchtigen Meisterwerke, doch sie haben ihren Reiz und verdienen es, gehört zu werden.

Von Gordon Kampe






Cover

French Saxophone Concertos

Pierre Max Dubois
2. Konzert f. Altsaxophon und Orchester

Jean Rivier
Konzert für Alt-Saxophon, Trompete und Orchester

Patrice Sciortino
Sonances, für Saxophon und Orchester

Daniel Gremelle, Saxophon
Antoine Curé, Trompete

Slovak State Orchestra
Dirigent: Bystrik Rezucha

MARCO POLO
Im Vertrieb von NAXOS



Da capo al Fine

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